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“Gesine meint” - Der Kommentar: Neue Busse der BVG: Sieht so Nachhaltigkeit aus?

Gesine, Bundesfreiwillige beim VCD Nordost gibt ihre persönlichen Meinungen zum einem aktuellen Presseartikel.

Im Tagesspiegel berichtet Jörn Hasselmann:

Bis 2030 sollen Berlins Busse umweltfreundlich mit Batterien fahren. Das wird teurer und schwieriger als bislang gedacht. 

Seit Jahren verkünden Senat und BVG: 2030 fahren alle Busse elektrisch. „Klimaschutz ist zentrales Ziel der Mobilitätswende“, sagt Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne). Flapsiger formulierte es die BVG bei der Präsentation der ersten E-Busse 2019: „Alle Wege führen nach Strom.“

Ein hehres Ziel. Bislang gibt es keine Wegbeschreibung, die BVG ist noch auf der Diesel-Straße: In diesem Jahr bekommt die BVG 291 Busse. In allen 291 Bussen wird ein Dieselmotor tuckern.

Die BVG geht bei diesen Bussen von einer Nutzungsdauer von zwölf Jahren aus, dies hat sich am wirtschaftlichsten erwiesen. Ein 2021 ausgelieferter Bus muss also bis 2033 halten, eine einfache Rechnung. Also  wird entweder das – politisch – vorgegebene Ziel „Dekarbonisierung 2030“ gerissen – oder es wird teurer. Denkbar ist: Entweder die Dieselbusse werden zu Batteriebussen umgerüstet oder sie werden verkauft. Beides kostet viel Geld. Da die BVG dem Land gehört, wird es vom Steuerzahler kommen.

Welche Summe in die Hand genommen werden müsste, darüber gibt es keine Schätzung. Dies hängt auch davon ab, ob und mit welchem Aufwand sich Dieselbusse später einmal umrüsten lassen. Dem Vernehmen nach will sich der Aufsichtsrat der BVG in seiner nächsten Sitzung mit dieser Frage beschäftigen.

(aus dem Tagesspiegelartikel “Berlin bleibt schmutzig” vom 14.01.2021)

Persönliche Anmerkungen von Gesine, unabhängig von den Landesverbands-Positionen:

Mit Erstaunen und Unverständnis habe ich den Artikel im Tagesspiegel vom 14.01.2021 gelesen. Also ich verstehe unter Nachhaltigkeit etwas anderes. Die BVG bekommt 12 Milliarden (!) Euro zur Verfügung gestellt und ist nicht in der Lage Fahrzeuge mit Elektroantrieb anzuschaffen? Das hört sich eher an, wie ein schlechter Scherz oder einem Fehler der Verwaltung. Ich fühle mich als Kundin, die seit 32 Jahren den ÖPNV benutzt, mehr als hintergangen. Bei mir entsteht der Eindruck, dass die Kosten auf die Fahrgäste abgewälzt werden. Corona hin oder her. 

Wäre es nicht sinnvoller, statt mit Doppeldecker-Bussen, den Fuhrpark mit mehr Eindecker-Bussen aufzustocken? Im Zuge der Pandemie könnten die Takte erhöht und somit den Hygieneregeln Folge geleistet werden, statt den Fahrgästen volle Fahrzeuge zuzumuten.

Ich wünsche mir mehr Umsicht, wie mit Steuergeldern umgegangen wird. Berlin ist in meinen Augen keine "Öko-Stadt" und besitzt bzgl. des ÖPNV in vielerlei Hinsicht wenig Vorbildfunktion, auch als Hauptstadt.

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