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Pressemitteilung: Mahnwache für getötete Fußgängerin am 12.12.2019

Erneut Fußgängerin bei Grün getötet –Protest gegen tödliche Ampelschaltung Aufruf zur Mahnwache

Zeit: Donnerstag den 12.12.2019, 17:30 Uhr Am Unfallort: Argentinische Allee / Onkel Tom Straße in 14169 Berlin-Zehlendorf

 

Erneut ist eine Fußgängerin ums Leben gekommen, die Grün hatte, wie Zeugen berichten. Die 73-jährige Fußgängerin, die am 6. Dezember auf der Fußgängerfurt der Argentinischen Allee von einer abbiegenden Autofahrerin gerammt wurde, war noch am Unfallort verstorben.

Insgesamt starben in diesem Jahr bereits 23 Menschen im Berliner Straßenverkehr, die zu Fuß unterwegs waren.

Grünes Ampellicht plus Räumzeit an einer Fußgängerfurt werden von vielen Kfz-Fahrer*innen nicht respektiert - das ist leider Berliner Alltag. "Schon Kindern wird beigebracht: "Gehe nur bei Grün!". Doch das schützt die zu Fuß Gehenden nicht, wenn es nicht auch von den Kfz-Fahrer*innen respektiert wird", sagt Stefan Gammelien von Changing Cities e.V. 2018 verzeichnete die Polizei 488 solcher Unfälle (das sind 18,6% von insgesamt 2.625 Verkehrsunfällen mit Fußgängerbeteiligung). Die Polizei schreibt dazu: "Bedauerlicherweise sind aber auch vermeintlich sichere Überschreitungsmöglichkeiten wie Fußgängerfurten nicht selten von Fehlverhaltensweisen von Fahrzeugführern betroffen."

Changing Cities e.V., FUSS e.V., der Verkehrsclub Deutschland VCD Nordost, das Netzwerk Fahrradfreundliches Steglitz-Zehlendorf und ADFC Berlin e.V. rufen auf zur Mahnwache am Donnerstag den 12. Dezember um 17:30 Uhr am Unfallort Argentinische Allee / Onkel-Tom-Straße in Zehlendorf. Wir trauern um die Getötete und protestieren gegen Berlins tödliche Ampelschaltungen. Auch an unübersichtlichen und schnell befahrenen Kreuzungen werden Fußgänger, die bei Grün gehen, immer wieder von abbiegenden Fahrer*innen bedrängt, gefährdet und gerammt, die ebenfalls Grün, aber Nachrang haben. Es trifft vor allem ältere Menschen, die langsamer gehen und den sich nähernden Fahrzeugen nicht ausweichen können. Auf gleiche Art wie die jetzt verunglückte Dame starben am 1. Februar eine 83-jährige Dame in Moabit und am 30. Juli eine 84-Jährige in Schöneberg.

 „Berlins Ampelkreuzungen sind gnadenlos auf maximalen Autoverkehr getrimmt“, sagt Roland Stimpel. „Die Verantwortlichen im Verkehrssenat und der Verkehrsleitzentrale kennen die Gefahren. Sie nehmen in Kauf, dass für einige Fahrzeuge mehr pro Minute alle paar Monate ein Mensch stirbt.“ Die Verbände fordern eine gerechte Verteilung der Grünzeiten an Ampeln: „50 Menschen zu Fuß an einer Kreuzung brauchen mindestens so lange Grün wie 50 Menschen in Kraftfahrzeugen. Und sie brauchen Phasen, in denen kein Fahrzeug auf ihren Überweg abbiegen kann.“

Weiterführende Links:

Die Polizeimeldung

https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/pressemitteilung.873136.php

Die Sonderuntersuchung "Fußgängerverkehrsunfälle" in Berlin 2018 der Berliner Polizei

https://www.berlin.de/polizei/aufgaben/verkehrssicherheit/verkehrsunfallstatistik/#fu%C3%9Fg%C3%A4nger

Karte der tödlich verunglückten Fußgänger*innen 2019

http://umap.openstreetmap.fr/de/map/fussgaengerunfaelle-2019_279657#11/52.5392/13.3704

Hinweis: Unsere Unfallzählung weicht von der der Polizei ab, da wir auch Unfälle einbeziehen, bei denen ein Mann zu Fuß zu seinem Pkw unterwegs war und eine Frau im Bereich zwischen Gehweg und Privatgelände umkam.

Zum Gedenken an die Verunglückte stellen die Organisatoren eine weiße Figur am Ort des Unfalls auf.

Die Mahnwache ist als Demonstration bei der Versammlungsbehörde angemeldet.

Ansprechpartner für VCD Nordost:

Heiner von Marschall, heiner.v.marschall@vcd-nordost.de, 0174 465 6523

Ansprechpartner für FUSS e.V.:

Roland Stimpel, roland.stimpel@fuss-ev.de, 0163 1833 508

Ansprechpartnerin für die Presse im Team Changing Cities e.V.:

Ragnhild Sørensen, ragnhild.soerensen@changing-cities.org, 0171 535 77 34

Weitere Ansprechpartner vor Ort:

Annabelle Wolfsturm, 0179 491 4815

Stefan Gammelien, 01522-204 7379


Der VCD (Verkehrsclub Deutschland) setzt sich ein für ein positives Miteinander aller Verkehrsarten, eine ökologische Verkehrswende und Mobilität für Menschen. Schwerpunkte sind dabei die Förderung des Umweltverbundes (ÖPNV, Fahrrad und Fußverkehr) und mehr Verkehrssicherheit gerade auch für die schwächeren Verkehrsteilnehmer.

Der VCD Nordost ist der Landesverband für Berlin und Mecklenburg-Vorpommern

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