Nordost

06.12.2006: Fahrpreiserhöhung

06.12.2006: VCD kritisiert Fahrpreiserhöhungen bei BVG und S-Bahn

Zeitkarten seit 2002 um 22-25% gestiegen – mehr als die Auto-Kosten

Berlin, den 6.12.2006: Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) in Berlin kritisiert die zum 1. April
2007 beschlossenen Tariferhöhungen. Der Umwelt- und Verbraucherverband beanstandet, dass
der Preisanstieg für die Zeitkarteninhaber von 2002 bis 2007 bei 22-25 % liegt - höher als der
Anstieg der Autokosten (17 % seit 2000) und deutlich höher als der Anstieg aller Verbraucherpreise
(10,5 % seit 2000).

„Im Gegensatz zu den Preisen für BVG und S-Bahn sind die Kosten fürs Parken in Berlin seit 10
Jahren überwiegend nicht gestiegen, teilweise durch kürzere Zeittakte, Handy-Parken oder die
Brötchentaste sogar billiger geworden“ sagt Stefan Kohte, Vorstandsmitglied des VCD Nordost:
“Dies widerspricht dem Ziel der rot-roten Koalition, die Autofahrer zum Umstieg in Busse und
Bahnen zu bewegen.”

Es gibt auch erfreuliche Details an den beschlossenen Tarifen: die Tageskarte für ganz Berlin und
Brandenburg für 19 Euro ist eine sehr gute Ergänzung zu den schon bestehenden
Ausflugsangeboten. Das Sozialticket gilt endlich in allen Verkehrsmitteln in Berlin und mit einem
normalen Anschlussfahrschein auch im Tarifbereich C. Die Fahrradmonatskarte wird zwar deutlich
teurer, soll aber endlich auch zusammen mit Einzelfahrscheinen und Tageskarten gelten.

Der Verkehrsclub Deutschland fordert die rot-rote Koalition auf, endlich eine Lösung für die
überwiegend politisch verursachten Altschulden der BVG zu finden. „Wenn man die jährlichen
Zinsen in Höhe von rund 40 Millionen Euro in Relation setzt mit den erhofften Mehreinnahmen von
10 Millionen Euro, kommt man nicht um die Frage herum, ob die Tariferhöhung in Berlin nicht
vermeidbar gewesen wäre.“ sagt Stefan Kohte (VCD Nordost).

 

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