Nordost

11.05.2007: Tempo-30-Kampagne

11.05.2007: VCD begrüßt Tempo-30-Kampagne des Senats

Umweltverband fordert Tempo 30 innerorts zur Regel , Tempo 50 als Ausnahme

Berlin, den 11.05.2007: Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) in Berlin begrüßt die Kampagne des Berliner Senats für mehr Akzeptanz von Tempo 30 nachts auf Hauptverkehrsstraßen. Denn 85% der Anwohner von Hauptverkehrsstraßen leiden heute nachts unter Lärmpegeln über dem Richtwert von 55 dB (A). Ab diesem Wert seien gesundheitliche Beeinträchtigungen, insbesondere Herz-Kreislauf-Störungen, zu erwarten.

„Tempo 30 bewirkt, dass sich der Lärm genauso reduziert als ob nur noch die Hälfte der Fahrzeuge vor dem Haus vorbeifährt“ sagt Stefan Kohte, Vorstandsmitglied des VCD Nordost. „Damit ist es die effizienteste Maßnahme in der Stadt. Natürlich darf es nicht die einzige bleiben. An einzelnen Abschnitten müssen auch die Fahrbahnen erneuert werden“.
Der VCD verweist auf die Untersuchungen des Umweltbundesamtes, wonach ältere Menschen, vor deren Fenster nachts die Richtwerte von 55 dB (A) überschritten werden, fast doppelt so oft wegen Bluthochdruck in ärztlicher Behandlung sind. Bei Männern steigt zudem das Herzinfarkt-Risiko um 20 bis 30%, wenn sie an einer lauten Straße wohnen (Bezugspunkt hier: 65 dB (A) tagsüber).

Die Senatsverwaltung hat die Abschnitte von Hauptverkehrsstraßen zusammengestellt, an denen nachts mehr als 60 dB (A) in Wohngebieten bzw. 65 dB (A) in Mischgebieten überschritten werden. Sie kam auf 717 Abschnitte mit insgesamt 100,8 km Länge (6,6% des Hauptstraßennetzes). „Dies zeigt, dass der Anteil von Hauptverkehrsstraßen mit Tempo 30 mit 3,8% noch deutlich zu niedrig liegt“, sagt Stefan Kohte (VCD). „Auch die geplanten Maßnahmen auf 65,9 km der Hauptverkehrsstraßen beseitigen die Gesundheitsrisiken bei weitem nicht. Deswegen ist es sehr gut, dass der Senat mit seiner Kampagne das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Lärmrisiken und die Chancen von Tempo 30 fördert!“

Der Verkehrsclub Deutschland fordert Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts und Tempo 50 als Ausnahme an den Straßen, an denen die Gefahren für die Menschen durch Lärm, Unfälle und Abgasbelastungen beherrschbar sind.

 

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