Nordost

16.08.2011: Zu Fuß zur Schule

16.08.2011: Zu Fuß sicher zur Schule

Berlin, 16. August 2011. Der ökologische Verkehrsclub VCD
empfiehlt Schulweg ohne Auto und fordert Rücksicht von
Autofahrern
Zu Beginn des neuen Schuljahres empfiehlt der Verkehrsclub
Deutschland (VCD), dass Eltern ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule
bringen sollen.
„Es ist ein Irrtum zu glauben, Kinder seien nur im Auto der Eltern sicher“,
erklärte Wolfgang Lukowiak, Mitglied im Vorstand des VCD
Landesverbandes Nordost. „Fast die Hälfte aller im Straßenverkehr
verunglückten Kinder saß im Pkw.“ Der VCD rät Eltern, den Schulweg
gemeinsam mit ihren Kindern abzugehen und mögliche gefährliche Stellen
durchzusprechen. Das diene auch der Entwicklung der Kinder. „Wenn sie
sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad fortbewegen, nehmen sie ihre Umwelt
bewusst wahr“, sagte Lukowiak. „Werden sie dagegen im Auto gefahren,
reduziert sich ihr Lebensumfeld auf einzelne Inseln, die nur durch das
Elterntaxi miteinander verbunden sind.“
Rücksicht fordert der Verkehrsclub aber auch von den Autofahrern: Vor
allem in Straßen mit vielen parkenden Autos sollten Autofahrer achtsam
fahren. Die stehenden Fahrzeuge versperrten Kindern beim Überqueren
der Straße die Sicht. Umgekehrt würden die Kinder wegen ihrer geringen
Körpergröße von den Autos verdeckt und von Autofahrern leicht
übersehen. Anders als Erwachsene seien Kinder aufgrund mangelnder
Erfahrung und eines geringeren Reaktionsvermögens nicht in der Lage,
die Gefahren des Straßenverkehrs richtig einzuschätzen und sich
angemessen zu verhalten.
Außerdem forderte der VCD Autofahrer auf, sich an die
Geschwindigkeitsbegrenzung in Tempo-30-Zonen zu halten. Polizei und
Ordnungsbehörden müssten Tempolimits gerade rund um Schulen stärker
kontrollieren. Ein Pkw-Fahrer, der 30 km/h fahre, könne noch rechtzeitig
anhalten, wenn ein Kind 15 Meter vor ihm auf die Fahrbahn laufe. Bei
Tempo 50 hingegen komme das Auto erst nach 28 Metern zum Stehen.
Nach 15 Metern hätte das Fahrzeug noch immer eine
Aufprallgeschwindigkeit von 45 km/h, wodurch das Kind entweder getötet
oder schwer verletzt werden würde.

 

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