Nordost

27.11.2013: Schiene erhalten

28.11.2013: Schiene und Straße in Mecklenburg-Vorpommern erhalten statt Straßen neu bauen!

Der VCD Nordost lehnt jeden weiteren Straßenneubau ab, da schon jetzt das Geld für den Unterhalt der bestehenden Straßen fehlt und fordert den Erhalt des Streckennetzes der Bahn im Sinne einer nachhaltigen Verkehrspolitik.

Rostock, 28. November 2013. Der ökologische Verkehrsclub VCD Nordost kritisiert die Pläne des Schweriner Infrastrukturministeriums zum kostenaufwendigen Straßenneubau bei gleichzeitigem Rückbau des Schienenverkehrs. Über eine Milliarde Euro soll laut Anmeldeliste für den Bundesverkehrswegeplan in Mecklenburg-Vorpommern investiert werden, um Straßenbauprojekte wie die Auto-Ortsumleitung Wolgast und die B96n auf Rügen auszubauen. Gleichzeitig sollen Teile der Mecklenburgischen Südbahn stillgelegt werden. Wir wenden uns gegen diese Politik und fordern den Erhalt der Strecke Hagenow-Parchim-Neustrelitz!

Torsten Wierschin, VCD Nordost Vorstandsmitglied, hierzu: „Wir kritisieren energisch die falsche Prioritätensetzung des Schweriner Infrastrukturministeriums, das sich offensichtlich auf überdimensionierte Straßenneubauprojekte versteift und gleichzeitig bei der Schiene gnadenlos den Rotstift ansetzt. Das ist Verkehrspolitik, die unsere und die Zukunft vieler Folgegenerationen blind jeglicher Realität an die Wand fährt“, so Wierschin weiter.

So flossen beispielweise in Wolgast bereits in den 1990er-Jahren ca. 50 Millionen Euro in ein neues Brückenbauwerk nebst Ortsumleitung. Nun sollen nach dem Willen des Verkehrsministers Schlotmann (SPD) auf dem gleichen Quadratkilometer erneut 89 Millionen Euro für eine Ortsumfahrung verbaut werden. Auch das Beispiel der B96n auf Rügen zeigt eine absurde Verkehrspolitik: Bei der bestehenden B96 ab Samtens auf Rügen handelt es sich nach den Zahlen des Ministeriums um einen Bundesstraßenabschnitt mit einer Auslastung von ca. 12.500 Kfz/Tag bei einer aktuell möglichen Kapazität von 20.000 Kfz/Tag. Trotzdem fordern die schwarz-roten Koalitionäre in Schwerin einen 3-spurigen Komplettneubau – die B96n ab Samtens – um eine Autokapazität von 43.000 Kfz/Tag zu ermöglichen. Das wird weiterhin mit einer Verdoppelung der Verkehrsmengen bis 2025 begründet. Angesichts der Verkehrsmengen auf der 4-spurigen A20 der letzten Jahre - in Abschnitten liegt deren Auslastung deutlich unter 12.000 Kfz/Tag – ein mehr als unglaubhaftes Szenario.

Der VCD Nordost fordert den Erhalt, Ausbau und die Wiederinbetriebnahme des Schienennetzes im Sinne einer nachhaltigen Verkehrspolitik.

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