Nordost

29.09.2008: Parkraumbewirtschaftung

29.09.2008: Bürgerentscheid zur Parkraumbewirtschaftung in Berlin-Mitte

Am 28. September 2008 gibt es einen Bürgerentscheid zur Ausweitung der Parkraumbewirtschaftung
in Mitte. Der VCD Nordost empfiehlt im Vorfeld, für die Ausweitung zu stimmen, denn für
Parkraumbewirtschaftung gibt es eine Reihe sehr guter Gründe: Weniger Parksuchverkehr, d.h.
saubere Luft und weniger Lärm, mehr freie Parkplätze, d.h. Anwohner und Gäste sparen Zeit und
Nerven bei der Parkplatzsuche, mehr Gerechtigkeit, denn diejenigen, die den in Innenstädten
knappen Straßenraum für sich nutzen, zahlen auch dafür, weniger Autos parken gesetzeswidrig
und behindern oder gefährden Fußgänger, d.h. mehr Verkehrssicherheit und mehr Platz insbesondere
für Kinder, Senioren und Eltern mit Kinderwagen. Fazit: Parkraumbewirtschaftung bewirkt
zweierlei: Erstens dämmt sie vermeidbaren Autoverkehr ein, zweitens hilft sie denjenigen,
die auf das Auto angewiesen sind, schneller an ihr Ziel zu kommen.

Leider haben in Charlottenburg-Wilmersdorf im September 2007 fast 87 % der Teilnehmenden
(knapp 55 000 Wähler, ca. ein Viertel der Wahlberechtigten) gegen die Ausweitung gestimmt.
Warum? Wollen die Bürger keine saubere Luft, keine freien Parkplätze, keine Gerechtigkeit?
Denn gerade die, denen Parkraumbewirtschaftung eigentlich die größten Vorteile bringt, haben
gegen ihre eigenen Interessen gehandelt und sich selbst um die größten Vorteile gebracht.
Das kann doch nur bedeuten, dass die Vorteile der Parkraumbewirtschaftung den Bürgern noch
stärker und klarer deutlich gemacht werden müssen, insbesondere dass Anwohner am meisten
von einer Parkraumbewirtschaftung profitieren.

Deshalb fordert der VCD Nordost die Verwaltung auf, die Bürger mit ihren Ängsten, Befürchtungen
und Fragen ernst zu nehmen und mit einer Informationskampagne offensiv für die Ausweitung
der Parkraumbewirtschaftung zu werben. Der VCD Nordost plädiert dafür, in allen Vierteln
der Stadt, in denen die Einwohnerdichte über 100 Menschen pro Hektar (also weniger als
100 qm pro Einwohner) liegt, die Parkraumbewirtschaftung einzuführen. Das wäre innerhalb des
S-Bahn-Rings fast flächendeckend – und somit eine sinnvolle Unterstützung der Umweltzone.
„Das Gebiet ist durch den ÖPNV insgesamt sehr gut erschlossen, so dass es keinen Grund gibt,
die Berufspendler – die Hauptnutznießer kostenloser Parkplätze –zu Lasten der Bewohner und
Besucher der Innenstadt zu subventionieren“ sagt Marion Laube vom Vorstand des VCD Nordost.
„Kein Mensch käme auf die Idee, z. B. in Charlottenburg-Wilmersdorf oder in Mitte mietfreie
Wohnungen zu fordern. Beim Parkplatz aber schon, obwohl gerade in den dicht besiedelten
Innenstadtbereichen freie Flächen knapp und begehrt sind.“

Dr. Olaf Hölzer-Schopohl

 

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