Nordost

29.12.2015: VBB-Tariferhöhung

VBB-Tariferhöhung trotz sinkender Energiepreise

VCD: Vorverkauf bis zum 31. Dezember nutzen!

Berlin, den 29.12.2015: Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) in Berlin (Landesverband Nordost) kritisiert die VBB-Tariferhöhung zum 1. Januar: „Trotz sinkender Energiepreise und steigender Fahrgeldeinnahmen werden die Fahrpreise schon wieder erhöht“ sagt Stefan Kohte, Tarifexperte des VCD Nordost. „Dabei werden die Stammkunden wieder mal stärker belastet und die falschen Preisstrukturen weiter zementiert, statt eine lange überfällige Tarifstrukturreform anzustoßen“.

Der VCD Nordost weist alle Fahrgäste darauf hin, dass man Monatskarten bis zu zwei Monate im Voraus erwerben kann, bei Kauf bis zum 31. Dezember die Preiserhöhung also noch leicht herauszögern kann. Fahrscheine zum Abstempeln (Einzelkarten, Mehrfahrtenkarten und Tageskarten) zum alten Tarif darf man ärgerlicherweise im neuen Jahr nur noch 14 Tage nutzen. Stefan Kohte: „Die Übergangszeiten müssen endlich an Standards in anderen Verbünden angepasst werden. Im großen Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) kann man z.B. Fahrscheine zum alten Tarif noch drei Monate lang nutzen.“

Senat, Verkehrsunternehmen und VBB begründen die Fahrpreiserhöhung mit einem scheinbar objektiven Index – und verschweigen, dass dieser die Preisentwicklung seit 2010 berücksichtigt. Somit wird dieses Jahr eine Tariferhöhung um 1,8% mit der Inflation 2010-2014 gerechtfertigt – die aber schon bei den letzten Preiserhöhungen als Argument herhalten musste! In den letzten 12 Monaten sind die Preise nämlich insgesamt um 0,1%  zurückgegangen, insbesondere weil die Energiekosten um 6,7% zurückgegangen sind!

Zudem verschleiert der scheinbar objektive Index, dass letztlich doch die Politik entscheidet, welche Tarifangebote teurer werden und welche nicht: So werden die Einzelfahrscheine Berlin AB zum 1. Januar nicht teurer, die Monats-Abonnements und Jahreskarte Berlin AB werden mit 2,8-3,0% aber überdurchschnittlich teurer!

Der VCD Nordost mahnt schon seit Jahren eine echte Tarifstrukturreform an, mit dem Ziel noch mehr Menschen für den öffentlichen Verkehr zu gewinnen. Obwohl der Autoverkehr in Berlin rückläufig ist (von 32 auf 30%), hat sich der Anteil der Menschen, die mit Bus und Bahn mobil sind, nicht erhöht (weiterhin 27%). Offenbar gehen die steigenden Fahrgastzahlen nur auf die steigende Zahl von Touristen und Einwohnern zurück, nicht aber auf eine echte Trendwende!

Stefan Kohte: „Es ist höchste Zeit, eine Diskussion zur Tarifentwicklung, insbesondere zur Tarifstruktur, zu starten, so wie sie z.B. im VRR schon seit Jahren läuft. Dazu gehören mindestens die Fragen, warum sich
eine Monatskarte erst nach 36 Fahrten mit der Mehrfahrtenkarte lohnt, warum es keine weiteren Flatrates, z.B. für Oberschüler gibt und warum es keine günstige Familientageskarte gibt“.

 

Ansprechpartner:
Stefan Kohte, bahn@vcd-nordost.de

 

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