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VCD-Forum: Wie weiter mit Bahn und Bus in Vorpommern-Rügen?

Die Regionalgruppe Stralsund des VCD Nordost e.V. lädt Bürgerinnen und Bürger sowie Medienvertreter zu einer Diskussionsveranstaltung am 29. April 2019, 17.30 Uhr, in den Wulflamsaal, Alter Markt 5, 18439 Stralsund ein.

Aus Anlass der am 26. Mai 2019 in Mecklenburg-Vorpommern stattfindenden
Kommunalwahlen sehen die Aktiven des VCD Nordost eine gute Gelegenheit, über die aktuellen Verkehrsprobleme im Landkreis Vorpommern-Rügen zu diskutieren. Eingeladen dazu sind insgesamt vier Spitzenkandidaten bzw. Vertreter der zum Kreistag kandidierenden Parteien. Anhand der vorliegenden Wahlprogramme und Analysen sollen zum vorhandenen Bus- und Bahn-Angebot Defizite und Chancen im Landkreis diskutiert werden.
Für Dr. Wilfried Kramer, Vorstand des VCD Nordost e.V., spielt der Bus- und Bahn-Verkehr mit einem Anteil von gerade einmal 5 Prozent in Vorpommern-Rügen nur noch eine marginale Bedeutung; vielfach ist die umweltpolitische Alternative bei vielen Bewohnern völlig aus dem Blick geraten. Dementsprechend hat mit der Eröffnung der neuen Rügenbrücke und der autobahnähnlichen Bundesstraße B 96n der PKW- und Wirtschaftsverkehr in Stralsund und auf Rügen deutlich zugenommen. Fast zeitgleich wurde durch Land und Landkreis das Angebot im Bahn-Verkehr und im Busverkehr ausgedünnt. In zahlreichen Ferienorten und Gemeinden wurden zuletzt neue Parkhäuser und -plätze geschaffen. Die negativen Begleitumstände einer fortschreitenden Motorisierung sind durch einen weiteren Flächenbedarf, zunehmendem Verkehrslärm, Emissionen sowie hohe Unfallzahlen im gesamten Landkreis sichtbar.
Bewohner, die auf den Umweltverbund aus Fuß- und Radverkehr sowie auf Bus und Bahn setzen, fühlen sich schon seit längerem als Bürgerinnen und Bürger zweiter oder dritter Klasse. Politische Initiativen und Aktivitäten das Mobilitätsverhalten von Einheimischen und den zahlreichen Touristen im Landkreis Vorpommern-Rügen zu verändern, sind weder von den Kommunen noch von der Landesregierung zu beobachten. Im Mittelpunkt stehen bislang nur Maßnahmen, durch einen weiteren Ausbau des Straßennetzes und ein verbessertes Baustellenmanagement die Leistungsfähigkeit und Kapazität für den stetig wachsenden PKW- und LKW-Verkehr weiter zu erhöhen.
Für die ländlich geprägten Regionen in Nord-Vorpommern sowie im Nordwesten Rügens fehlen Angebote für eine alternative Bedienung, wie dem Ruf- bzw. Bürgerbus oder durch moderne On-Demand-Dienste, obwohl in anderen Landkreisen Mecklenburg-Vorpommerns bereits gute Erfahrungen gesammelt wurden. An den insgesamt 35 Regionalbahnhöfen besteht lediglich an vier Bahnhöfen eine direkte Fahrplanabstimmung mit dem VVR-Busverkehr. Ein Tarifverbund zwischen Bahn und Bus bleibt weiterhin ein Fernziel, obwohl ein unkompliziertes Umsteigen und günstige Fahrpreise ein verkehrspolitisches Muss sind.
Die Forderung der zeitnahen Wiederinbetriebnahme der Darßbahn (Barth-Prerow) muss durch klare Beschlusslagen von Kommunen und Landkreis unterstützt werden und das Land zur Wahrnehmung seiner Verantwortung für einen leistungsfähigen Schienenpersonennahverkehr in Vorpommern-Rügen aufgefordert werden. Gleichzeitig sollte der Hafen Mukran Port in Sassnitz wieder regelmäßig durch Regionalzüge angebunden werden. Angesichts von mittlerweile rd. 500 Beschäftigten an diesem
prosperierenden Wirtschaftsstandort und täglich bis zu vier Fähranläufen aus Trelleborg und Bornholm in den Sommermonaten ist neben einer direkten Busanbindung auch ein planmäßiger Bahn-Verkehr bis zum betriebsbereiten Bahnsteig am Mukraner Fährterminal dringend erforderlich.

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