Nordost

Flugverkehr

Die Auswirkungen des Fliegens sind schädlich für Klima und Gesundheit.

Forderungen des VCD Nordost

  • Fluglärm macht krank: Der VCD fordert daher ein bundesweites Nachtflugverbot von 22 Uhr bis 6 Uhr.

  • Flugzeuge sind das klimaschädlichste Verkehrsmittel: Aus Sicht des VCD muss so viel Verkehr wie möglich aus der Luft zurück auf den Boden. Die Bahn ist eine umweltfreundliche Alternative für Reise und Gütertransporte.

  • Die Erhebung der Mehrwertsteuer auf Auslandsflüge und Einführung einer Kerosinsteuer würden wirtschaftlich überholte, klimaschädliche Subventionen verringern und für fairere Wettbewerbsbedingungen zwischen Bahn und Flieger sorgen.

Stimmen Sie mit Nein, weil...

Das Abgeordnetenhaus von Berlin hat eine Stellungnahme zum Volksentscheid „Berlin braucht Tegel“ über den Weiterbetrieb des Flughafens Berlin-Tegel „Otto-Lilienthal“ (TXL) verfasst. Darin heißt es:

"Der Flughafen Tegel hat dem eingemauerten West-Berlin als Tor zur Welt gedient. Der innerstädtische Standort wurde damals gewählt, weil die Stadt Berlin geteilt war und es für West-Berlin keinen Standort außerhalb der Stadtgrenzen gab.

Mit Ihrem „Nein“ stellen Sie sicher, dass mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Mauerfall die wiedervereinte Stadt Berlin endlich einen Flughafen für die gesamte Stadt – Ost und West – bekommt.

Stimmen Sie mit NEIN, weil...

  • Lärm krank macht und 300.000 Menschen unter dem Fluglärm von Tegel leiden.
  • zwei Flughäfen zu teuer sind. Durch den Weiterbetrieb von Tegel würden den Berli-ner/-innen weitere Kosten in Milliardenhöhe aufgebürdet.
  • am neuen Flughafen BER genügend Kapazitäten zur Verfügung stehen werden – an-dere Behauptungen sind schlicht falsch.
  • Berlin nicht allein über die Offenhaltung von Tegel entscheiden kann und der Fortbe-trieb des Flughafens Tegel mit unvertretbaren rechtlichen Risiken verbunden ist.

Stimmen Sie mit NEIN, denn ...

  • alle Berliner/-innen profitieren vom Ende des Flugbetriebs in Tegel. Das bringt der Stadt mehr Lebensqualität, weniger Lärm und sauberere Luft. Auf dem Flughafenge-lände entstehen zukunftsfähige Arbeitsplätze, bezahlbare Wohnungen, gute Bildungs- und Forschungseinrichtungen und Erholungsflächen."

Lesen Sie hier die ausführliche Begründung des Abgeordnetenhauses von Berlin. (pdf, 35 KB)

 

 

Berlin, das Klima und der Flugverkehr

Quelle: Anna Fehmel

Setzt sich das weltweite Wachstum des Flugverkehrs fort, wird das mögliche Klimaschutzerfolge in anderen Bereichen zu Nichte machen. Deshalb engagiert sich der VCD für eine Verringerung der Klimabelastungen durch den Flugverkehr.

Sobald der Großflughafen BER eröffnet, wird der Flugverkehr nicht nur konkrete Auswirkungen auf das Land Brandenburg haben, sondern auch auf Berlin. Schadstoff- und Lärmbelastungen sind die Berlinerinnen und Berliner bereits seit Jahrzehnten durch den innerstädtischen Flughafen Tegel ausgesetzt.

Der Berliner Senat hat sich zum langfristigen Ziel gemacht, die Stadt Berlin bis zum Jahr 2050 zu einer klimaneutralen Stadt zu entwickeln. D.h. er will bis dahin seine Kohlendioxidemissionen um mindestens 85 % (bezogen auf das Vergleichsjahr 1990) reduzieren. Um ein zentrales und ganzheitliches Instrument zur Erreichung der energie- und klimapolitischen Ziele der Hauptstadt zu haben, soll ein Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK) geschaffen werden. Die im April 2014 fertiggestellte Machbarkeitsstudie dient dabei als Grundlage für die Entwicklung von Handlungsstrategien und Maßnahmen in den fünf politik- und praxisnahen Handlungsfeldern "Energieversorgung", "Gebäude und Stadtentwicklung", "Wirtschaft", "private Haushalte und Konsum" sowie "Verkehr".

Der VCD Nordost tritt dafür ein, dass Kurzstreckenflüge weitgehend auf die umweltverträgliche Schiene verlagert werden. Bereits heute sind die Fahrttziele Köln, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Amsterdam oder Prag von Berlin aus mit der Bahn bequem und günstig zu erreichen. Eine ähnlich gute Erreichbarkeit wünschen wir uns z.B. für die Verbindungen nach Stuttgart und Kopenhagen. Für die Relation München-Berlin sollen ab 2018 in Sprinterzügen nur noch 4 Stunden nötig sein, während die Regelzüge dann voraussichtlich 4.20 Stunden fahren werden.


Weiterhin fordern wir in Abstimmung mit dem VCD Bundesverband:

  • die Luftverkehrsteuer auszubauen,
  • Kerosin zu besteuern, um faire Wettbewerbsbedingungen zwischen den Verkehrsmitteln zu erreichen,
  • die Wirksamkeit des Emissionshandels im Luftverkehr wiederherzustellen,
  • die EU-Umsatzsteuerbefreiung im grenzüberschreitenden Luftverkehr aufzuheben,
  • ein einheitliches Nachtflugverbot für ganz Deutschland von 22 bis 6 Uhr sowie
  • eine starke Spreizung der Landegebühren nach Flugzeug-Lärmklasse.

Generell ist der Flugverkehr ein Bundesthema und muss auch auf dieser politischen Ebene angegangen und gestaltet werden.

 

 

 

Quelle: Almuth Beyer
Quelle: Jürger Treiber / pixelio.de