Nordost

Der VCD sagt:

denn weniger Autos und Motorräder auf den Straßen bedeuten

  • weniger Flächenverbrauch durch Straßen und Parkplätze, dafür mehr Platz für Fußgänger*innen, Radfahrer*innen und Kinder,
     
  • weniger Treibhausgase und Schadstoffe, dafür mehr frische Luft und ein stabileres Klima,
     
  • weniger krankmachenden Lärm, dafür mehr Ruhe und Erholung,
     
  • weniger Unfälle mit Verletzten und Toten, dafür mehr Sicherheit auf Straßen und Wegen für alle.

Umwelt und Klima, Pressemitteilung, Auto & Straße
VCD Nordost aktuell

Lärmmess-Aktion in Berlin-Reinickendorf zum "Tag gegen Lärm"

Der VCD Nordost mit einer öffentlichen Lärmmess-Aktion auf die hohen Belastungen durch Verkehrslärm aufmerksam gemacht. Ergebnis war unter anderem eine überraschend hohe, stetige Lärmemissionen durch den Kraftverkehr zwischen 78 und 83 dB.

Berlin, 25. April 2017: Mit einer öffentlichen Lärmmess-Aktion hat der Landesverband Nordost des ökologischen Verkehrsclubs VCD auf die hohen Belastungen durch Verkehrslärm aufmerksam gemacht. Die Messung fand in der Residenzstraße (B96) in Berlin-Reinickendorf statt. Die Residenzstraße ist nicht nur durch ein hohes Verkehrsaufkommen an Kraftfahrzeugen und öffentlichen Bussen gekennzeichnet, sondern mit der Einflugschneise des Flughafen Tegel zusätzlichen Lärmemissionen ausgesetzt. Die Lärmmessung sollte das Bewusstsein für die vom Verkehrslärm ausgehenden gesundheitlichen sowie psychosozialen Belastungen schärfen und die Quellen der Lärmemissionen offenlegen. Aktueller Anlass der Lärmmess-Aktion ist der Internationale Tag gegen Lärm am 26. April 2017.

Ausgestattet mit einem handlichen Messgerät und einer zweiten, computergestützten Messanlage konnten Lautstärke und Umfang der verschiedenen Lärmquellen ausgemacht und dargestellt werden. Die Messungen wurden vom Gehweg aus vorgenommen. Spitzenwerte zwischen 90 bis 97 dB im Minutentakt, hervorgerufen durch den niedrig fliegenden Flugverkehr, sind auffällig, waren aber vorherzusehen. Überraschend hoch waren die Lärmemissionen durch den von der Ampel weg beschleunigenden PKW-Verkehr, hier waren 78 bis 88 dB, bei LKWs sogar regelmäßig über 90 dB zu verzeichnen. Selbst der normale, fließende Verkehr emittierte 75 bis 82 dB. Im Ruhezustand, also ohne Lärmbelastung durch Flug- oder Straßenverkehr, wurden zwischen 64 bis 68 dB gemessen. Negative Rekorde sehr hoher Lärmbelastung wurden durch ein anfahrendes Motorrad (98 dB) und einen hochmotorisierten Oldtimer (102 dB) verursacht.

Christian Kölling, Vorstandsmitglied im Landesverband Nordost des ökologischen Verkehrsclubs VCD: „Die Messungen haben ergeben, dass die Hauptbelastung der Lärmemissionen durch den Kraftverkehr zwischen 78 und 83 dB liegen. Diese Werte sind sehr hoch, das hat uns in dieser Form überrascht.“ Christian Kölling weiter: „Der VCD Nordost fordert, dass der Beschluss zur Schließung des Flughafens Tegel beibehalten bleibt und nicht rückgängig gemacht wird! Außerdem müssen zusätzlich geeignete Maßnahmen ergriffen werden, damit der Straßenverkehrslärm auf der Residenzstraße die vom Senat avisierten Werte, 55 Dezibel (nachts) und 65 Dezibel (tags), tatsächlich einhält.“ Tempo 30 als Basisgeschwindigkeit innerorts bietet die beste Möglichkeit, kurzfristig die Lärmbelastung signifikant zu verringern.

“Wir müssen die Gesundheit der Menschen bei verkehrspolitischen Diskussionen stärker als bisher berücksichtigen. Alle haben ein Recht auf körperliche Unversehrtheit. Lärm macht krank.“, so Christian Kölling. Hundertausende Berlinerinnen und Berliner sind in ihrem Wohnumfeld, am Arbeitsplatz sowie in Schule, Kita und Seniorentagesstätte durch Straßen-, Bahn- und Flugverkehr verschiedensten Lärmbelastungen ausgesetzt. Sie beeinträchtigen tagtäglich das Wohlbefinden und können auf Dauer nachweislich zu Herzkreislauferkrankungen sowie zu Depressionen führen.

 

Für Rückfragen und Interviewwünsche:
Christian Kölling
christian-koelling@vcd-nordost.de
VCD Nordost, Landesgeschäftsstelle, Yorckstraße 48, 10965 Berlin
www.vcd-nordost.de

 

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