Nordost

Denn weniger Autos und Motorräder auf den Straßen bedeuten:

  • weniger Flächenverbrauch durch Straßen und Parkplätze, dafür mehr Platz für FußgängerInnen, RadfahrerInnen und Kinder,

  • weniger Treibhausgase und Schadstoffe, dafür mehr frische Luft und ein stabileres Klima,

  • weniger krankmachenden Lärm, dafür mehr Ruhe und Erholung,

  • weniger Unfälle mit Verletzten und Toten, dafür mehr Sicherheit auf Straßen und Wegen für alle.

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VCD Nordost aktuell

Pressemitteilung : Bilanz 2020: Jeden dritten Tag wird ein Mensch im Berliner Verkehr getötet // Mahnwache Samstag 1. Februar, 17:30 Uhr für 10. getöteten Fußgänger

Berlin, 1. Februar 2020 – Changing Cities, ADFC Berlin, FUSS e. V. und VCD Nordost rufen zur Mahnwache in Gedenken an den zehnten in diesem Jahr getöteten Verkehrsteilnehmer auf. Es ist ein katastrophaler Anfang für das Verkehrsjahr 2020, das eigentlich eine klimapolitische Wende einleiten soll mit mehr Sicherheit für ungeschützte Verkehrsteilnehmende.

 

WANN: Samstag, 1. Februar, 17:30 Uhr

WO: Lenaustraße Ecke /Reuterstraße in 12047 Berlin-Neukölln

Der 83-jährige Fußgänger, der in dem Wohngebiet am 24. Januar von einem Auto gerammt wurde, starb fünf Tage später im Krankenhaus. Der Unfall geschah an einer typischen Berliner Innenstadt-Kreuzung mit parkenden Fahrzeugen, die die Sicht erschweren, und einer fast acht Meter breiten Fahrbahn ohne Querungshilfen und Sicherung. 

Im Vorjahr starben allein vierzehn Senioren über 70 Fuß auf Berlins Straßen. Sie sind im Verkehr am stärksten gefährdet. Auch in diesem Quartier leben viele alte Menschen.

Ragnhild Sørensen von Changing Cities kommentiert: „Der Neuköllner Unfall zeigt erneut die Brutalität eines Verkehrssystems, dem immer wieder Menschen zum Opfer fallen - und diejenigen mit eingeschränkter Bewegungs- und Wahrnehmungsfähigkeit sind am stärksten betroffen.“ Stefan Gammelien von Changing Cities ergänzt: „Die schreckliche Vielzahl solcher Unfälle ist kein Zufall, sondern Teil eines Verkehrs, der Tempo und Vorrechte für die Stärkeren an erste Stelle setzt. Diese Privilegierung ist falsch und menschenverachtend. Hier sind Änderungen zum Schutz der ungeschützten Verkehrsteilnehmer dringend notwendig!“

Ein Bericht der European Transport Safety Council (ETSC) kam gestern zu dem Schluss, dass dringend Maßnahmen zur Reduktion tödlicher Unfälle von Radfahrenden und zu Fußgehenden ergriffen werden. Die Zahl dieser Verkehrstoten sinkt seit 10 Jahren nicht, obwohl die Gegenmaßnahmen bekannt sind: Tempo 30, weniger Kfz-Verkehr, sichere Fußwege, getrennte Radwege und konsequente Ahndung.

Roland Stimpel von FUSS e.V. fordert: „An allen Kreuzungen muss die Sicht frei sein, auch wenn dafür Parkplätze entfallen. Sicherheit ist wichtiger als ein Auto-Abstellplatz vor der Tür. Außerdem müssen Zebrastreifen Standard an Kiezkreuzungen werden, wie das etwa in Paris längst der Fall ist. Fahrende müssen lernen, dass das Vordrängeln vor Fußgängern hier 100 Euro Buße kostet und einen Punkt in Flensburg bringt.“

Heiner von Marschall vom VCD Nordost ergänzt: “Insbesondere in Wohngebieten müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden, um Kfz-Durchgangsverkehre zu verhindern und den Fahrrad- und Fußverkehr wirklich sicher zu machen. Die Straßen müssen für die Menschen da sein.”

Zum Gedenken an den Verunglückten stellen die Organisatoren eine weiße Figur am Ort des Unfalls auf. Die Mahnwache ist als Demonstration bei der Versammlungsbehörde angemeldet.

 

Ansprechpartnerin bei Changing Cities e. V.:

Ragnhild Sørensen, ragnhild.soerensen@changing-cities.org, 0171 535 77 34

Ansprechpartner beim VCD Nordost:

Heiner von Marschall, heiner.v.marschall@vcd-nordost.de, 0174 465 6523

Ansprechpartner beim FUSS e. V.:

Roland Stimpel, roland.stimpel@fuss-ev.de, 0163 1833 508

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