Nordost

Das sind einige der Forderungen, die der VCD Nordost für mehr Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr stellt:

  • Tempo 30
  • die Verbesserung der rechtlichen Situation von Kindern im Straßenverkehr
  • kinderorientierte Schadstoff-Grenzwerte

Mehr Informationen und weitere Forderungen finden Sie hier.

Mobilitätsfibel

Dieser Ratgeber wurde eigens zur Verteilung an Eltern von Vorschulkindern und Schulanfängern entwickelt, kann aber auch jahresbegleitend in der Kita eingesetzt werden.

Für mehr Informationen zur Mobifibel bitte hier entlang...

 

 

 

 

OG Rostock, Auto & Straße, Fußverkehr, Radverkehr, Mobilitätsbildung, Barrierefreie Mobilität, Verkehrssicherheit, Umwelt und Klima
VCD Nordost aktuell

Die Ortsgruppe Rostock stellt Forderungen auf

Die Aktiven haben Verkehrspolitische Forderungen für die Hanse- und Universitätsstadt Rostock sowie dem Landkreis Rostock in Anlehnung an die VCD-Kernforderungen ausformuliert.

 

1. Fuß- und Radwege in der Stadt und auf dem Land deutlich ausbauen

Wir fordern, dass die Hanse- und Universitätsstadt Rostock mit einem transparenten und engagierten Maßnahmenkatalog die aktuelle Verteilung im Modal Split für den Radverkehr bis 2023 von 18,3 % auf 25 % erhöht und bis 2028 auf 32 % ausgebaut wird. Im Bereich Fußverkehr ist eine Stabilisierung bei 35 % angestrebt. 

Zu diesem Zweck sind die Ziele des Radentscheides Rostock im gesamten Rostocker Stadtgebiet vollständig und schnellstmöglich umzusetzen. Diese Umsetzung ist unverzüglich zu initialisieren.

Um das Radfahren auch für Pendler*innen aus dem Umland attraktiver zu machen, müssen alle Mittel- und Grundzentren im Umkreis von ca. 30 km um Rostock bis 2030 durch Radwege bzw. Radschnellwege mit dem Rostocker Stadtgebiet und untereinander verbunden sein. Diese Radwege sollten ausreichend breit sein (min. 2,5 m), möglichst keine Unterbrechungen aufweisen und von anderen Verkehrswegen baulich getrennt sein. Vorrangig sind Lückenschlüsse im bestehenden Radwegenetz insbesondere zu den Mittelzentren im Umland zu realisieren. Für längere Strecken ist es notwendig, dass die Radwege auch für S-Pedelecs freigegeben sind.

Darüber hinaus fordern wir, dass für die Planung von Verkehrswegen unverzüglich eine Leitlinie ausgegeben wird, damit Verkehrswege von außen nach innen geplant werden. Dadurch soll Vorrangig den ungeschützten Verkehrsteilnehmenden (Fuß- und Radverkehr) ausreichend Platz eingeräumt werden. Erst anschließend soll betrachtet werden, welche verbliebenen Flächen dem MIV eingeräumt werden können.

2. Zahl der Bus- und Bahnnutzenden verdoppeln

Der innerstädtische Nahverkehr in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock ist insbesondere durch das Straßenbahnnetz auf einen soliden Stand. Es fehlt jedoch häufig eine attraktive Anbindung an das Umland. 

Wir fordern, dass mit einem transparenten und engagierten Maßnahmenkatalog die aktuelle Verteilung im Modal Split der Hanse- und Universitätsstadt Rostock bis 2023 von 17 % auf 20 % erhöht und bis 2028 auf 25 % ausgebaut wird. 

Um Pendler*innen zum Umsteigen weg vom MIV zu bewegen, muss das Ziel sein, dass Bus und Bahn in der Hansestadt und im Landkreis Rostock sich stets schneller von A nach B bewegen als der MIV. Dazu ist es notwendig, die Taktung zu erhöhen, neue Angebote bereitzustellen und die verfügbaren Zeiten auszudehnen, sodass z.B. Menschen im Schichtdienst ebenfalls den ÖPNV nutzen können. Darüber hinaus ist der ÖPNV (z.B. durch extra Bussstreifen) vorrangig in der Mobilitätsplanung im Vergleich zum MIV zu behandeln. 

Wir fordern den Bau neuer Straßenbahn- und S-Bahn-Strecken in Stadtteile (z.B. Überseehafen) die derzeit über diese Verkehrsmittel nicht erreichbar sind. 

Der öffentliche Nahverkehr muss weiterhin für alle bezahlbar bleiben. Angebote, wie z.B. das Warnow-Ticket, sollen weiter ausgebaut werden. Job-Tickets müssen attraktiver gestaltet werden und unabhängig von der Mitarbeitendenzahl für alle Unternehmen zugänglich sein. Weiterhin fordern wir die Einführung eines landesweit gültigen Semestertickets analog zum Azubi-Ticket. Bahnhöfe und zentrale Bushaltestellen müssen zu Mobilitätsstationen ausgebaut werden. 

Dazu gehören Parkgelegenheiten für PKW und überdachte Radabstellanlagen mit Lademöglichkeit und Schließfächern, beispielsweise für Akkus und Fahrradhelme. Zur Erhöhung der Attraktivität der Mobilitätsstationen sollten weitere Infrastrukturen geschaffen werden, wie zum Beispiel WLAN und Toiletten.

3. Ab 2030 keine neuen Diesel und Benziner mehr, Zahl der Pkw deutlich verringern

Der durchschnittliche Mietpreis in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock liegt laut Mietspiegel bei 6,12 € je m². Für einen Bewohnerparkausweis, für einen PKW-Stellplatz, der ca. 12 m² Fläche einnimmt, entstehen jährlich Kosten von 30,70 €. Eine Stellfläche für den MIV ist also fast 29 Mal billiger als Wohnraum.   

Wir fordern, um dieser sozialen Ungerechtigkeit entgegenzuwirken, die Kosten für Bewohnerparkausweise deutlich zu erhöhen, den Parkraum zu verknappen und die dabei frei gewordenen Flächen allen Menschen zugutekommen zu lassen (z.B. durch mehr Grün, Spielplätze, Sitzmöglichkeiten, Wohnungen etc.). 

Carsharing-Angebote sollten durch die Bereitstellung von extra Parkplätzen gefördert werden. Elektrisch betriebene Klein- und Kleinstfahrzeuge müssen als vollwertige Verkehrsmittel wahrgenommen werden, um nicht nur den Umweltschutz zu gewährleisten, sondern auch um dem Platzmangel in der Stadt Rechnung zu tragen. Dafür ist die konzeptionelle Einbeziehung der elektrischen Klein- und Kleinstfahrzeuge in die Verkehrsplanung nötig.

Um die Stadt lebenswerter und sicherer zu machen, sollten schrittweise und gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung autofreie Stadtviertel und autofreie Straßen geschaffen werden (z.B. Lange Straße, Warnemünde, östliche Altstadt, KTV, Innenstadt). Innovative Konzepte, wie die 15-Minuten-Stadt, sollen, dort wo es möglich ist, umgesetzt werden.

4. Neue Höchstgeschwindigkeiten einführen auf Autobahnen, Landstraßen und innerorts

Bis spätestens Ende 2022 muss innerorts auf allen Straßen der Hanse- und Universitätsstadt Rostock und im Landkreis Rostock, wo es keine bauliche Trennung zwischen Rad- und MIV gibt, Tempo 30 eingeführt werden. Außerdem muss es in solchen Bereichen ein Überholverbot für Kfz geben. 

5. Kostengerechtigkeit im Verkehr herstellen  

Der MIV verursacht volkswirtschaftliche Kosten von 20 Cent/km, Fahrradverkehr hingegen erzeugt einen gesamtgesellschaftlichen Nutzen von 30 Cent/gefahrenem Kilometer.

Um mehr Menschen zum Umstieg vom Auto auf andere Verkehrsmittel zu bewegen, ist es zwingend notwendig, dass die volkswirtschaftlichen Kosten, welche durch den MIV verursacht werden, auch durch diesen beglichen werden. Dazu sind in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock neue Gebühren einzuführen wie z.B. eine City-Maut, flächendeckende Parkraumbewirtschaftung mit deutlich höheren Preisen und teureren Bewohnerparkausweisen.

Um sichere, günstige und umweltschonende Mobilität zu fördern, sollte der Kauf von Lastenrädern von der Hanse- und Universitätsstadt Rostock einkommensabhängig bis zu 90 % bezuschusst werden. Dadurch können Menschen dazu bewegt werden, ihr Auto abzuschaffen und komplett auf das Fahrrad umzusteigen. 

Die Stadt sollte ein Rad- und Lastenrad-Verleihsystem implementieren und die Anzahl der Mobilitätsstationen deutlich erweitern. Warnow-Ticket-Inhaber:innen sollen diese vergünstigt nutzen können.

6. Nachhaltige Mobilität in der Bildung verankern

Wir fordern die Hanse- und Universitätsstadt Rostock sowie den Landkreis Rostock dazu auf, sich mit Mitmach-Kampagnen direkt an Schulen und Kindergärten zu wenden, um Kinder und Eltern dazu aufzurufen, sich selbst mit dem Thema Mobilität zu beschäftigen. Beispielhaft können durch Wettbewerbe wie z.B. “Was hilft gegen das Eltern-Taxi?” Alternativen selbst entwickelt und aufgezeigt werden. Neben eigenen Aktionen sollte das Bewerben von Aktionen wie “Zu Fuß zur Schule” in gleichem Maße erfolgen, wie dieses für das jährliche Stadtradeln erfolgt.

Zum gesamten Forderungskatalog als PDF...

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