Nordost

Das sind einige der Forderungen, die der VCD Nordost für mehr Sicherheit der Kinder im Straßenverkehr stellt:

  • Tempo 30
  • die Verbesserung der rechtlichen Situation von Kindern im Straßenverkehr
  • kinderorientierte Schadstoff-Grenzwerte

Mehr Informationen und weitere Forderungen finden Sie hier.

Mobilitätsfibel

Dieser Ratgeber wurde eigens zur Verteilung an Eltern von Vorschulkindern und Schulanfängern entwickelt, kann aber auch jahresbegleitend in der Kita eingesetzt werden.

Für mehr Informationen zur Mobifibel bitte hier entlang...

 

 

 

 

Auto & Straße, Bus & Bahn, Fußverkehr, Radverkehr, Mobilitätsbildung, Verkehrssicherheit
VCD Nordost aktuell

Offener Brief des Bündnisses "Berliner Strassen für alle" an Senat und Bezirksämter.

In einem offenen Brief des Bündnisses "Berliner Strassen für alle" an Senat und Bezirksämter machen wir darauf aufmerksam, wie die COVID-19-Pandemie Berlin verändert, welche Anforderungen das an den Verkehr stellt, und welche unbedingt zu nutzenden Möglichkeiten sich für die städtische Mobilität von morgen eröffnen.

Corona-Krise bewältigen: Temporäre Radinfrastruktur und Tempo 30 an Hauptstraßen

Sehr geehrter Bürgermeister Müller, sehr geehrte Senatorinnen Günther und Kalayci,

sehr geehrte Bezirksbürgermeister und Bürgermeisterinnen, sowie Stadtbauräte und Stadtbaurätinnen,

die Covid19-Pandemie verändert Berlin: Die Menschen legen insgesamt weniger Wege zurück und sie legen sie anders zurück. Die am 1. April 2020 veröffentlichten Zahlen der Verkehrsinformationszentrale zeigen, dass ein immer höherer Anteil der Wege in Berlin mit dem Fahrrad zurückgelegt wird. Die Berlinerinnen und Berliner verbinden bei ihren Wegen die gesundheitsfördernde Bewegung an der frischen Luft mit der Möglichkeit, Abstand voneinander zu halten.

Die jüngst veröffentlichten Daten zur Mobilität in Berlin

(SrV Mobilität in Städten 2019) zeigen, dass immer mehr Berliner Haushalte auf den öffentlichen Verkehr und das Fahrrad angewiesen sind, um ihre Mobilität sicherzustellen. Mehr noch: Je geringer das Einkommen, desto höher ist diese Abhängigkeit. Gleichzeitig ist bekannt, dass ein großer Teil derjenigen, die “den Laden am Laufen halten” (um die Kanzlerin zu zitieren) eher geringere Einkommen haben.

Um den Berlinerinnen und Berlinern zu ermöglichen, möglichst ansteckungsfrei ihre Wege zurückzulegen, benötigt Berlin für die Zeit der Corona-Krise ein dichtes Netz an provisorischer, geschützter Fahrradinfrastruktur auf den Fahrbahnen der Hauptstraßen.

Diese ermöglicht noch mehr als bisher auch ungeübten Fahrradfahrer*innen den Umstieg, da sie Sicherheit und Sicherheitsgefühl bereitstellen. Ausreichend dimensioniert erlauben sie sicheres Überholen von Radfahrenden und auch sicheres Überholen von Radfahrenden durch den Kraftverkehr, so dass auch der notwendige Wirtschaftsverkehr unfallfrei abgewickelt werden kann und damit auch die Krankenhäuser entlastet werden, die ausweislich der Unfallstatistik der Berliner Polizei bislang täglich schwerverletzte Fahrradfahrer*innen aufnehmen müssen.

Ohne sichere temporäre Radinfrastruktur ist hier sogar eine Zunahme zu befürchten, da aufgrund des geringeren Autoverkehrs dieser offensichtlich schneller und damit auch gefährlicher für ungeschützteVerkehrsteilnehmer*innen wird. Zudem verhindern temporäre geschützte Radwege, dass durch ungeübte Radfahrer*innen verbotenerweise der Gehweg benutzt wird, bzw. schaffen auch bei vorhandenen gemeinsamen Geh-und Radwegen mehr Platz für das Abstandhalten der Fußgänger*innen voneinander.

Deswegen fordert das Bündnis „Berliner Straßen für alle“ aufgrund der aktuellen Covid19-Gefahrenlage den Berliner Senat und die Bezirke auf, jetzt kurzfristig und schnell zu handeln. Wir brauchen ein flächendeckendes, dichtes Netz an temporärer sicherer Radinfrastruktur in ganz Berlin und eine Verlangsamung -und damit Verstetigung -des Kraftverkehrs. Zur Steigerung der allgemeinen Verkehrssicherheit sowie zur Verringerung des Ansteckungsrisikos sind vier Dinge dringend notwendig:

•das Errichten von temporären, sicheren Radspuren an Hauptstraßen in allen Bezirken, so dass ein flächendeckendes Netz entsteht.

•das Schaffen von mehr Platz für den Fußverkehrz.B. durch die Umwandlung von Kfz-Abstellplätzen.

•die Ausweisung und Durchsetzung von temporären Tempo 30-Hauptstraßen aufgrund der veränderten Gefährdungslage für ungeschützte Verkehrsteilnehmer*innen.

•unbürokratische Übernahme der Kosten für die temporären Maßnahmen durch den Senat.

Die Kombination dieser Maßnahmen leistet einen zentralen Beitrag zu beidem: Der Funktionsfähigkeit der Stadt durch Sicherstellung der Mobilität bei gleichzeitiger Verringerung der Ansteckungsgefahr durch smartes “Physical Distancing”.

Weltweit gehen Metropolen wie New York, Bogotá und Mexiko Stadt diesen Weg. In Berlin wurden ebenfalls bereits rechtssichere Wege in Pilotprojekten in Kreuzberg beschritten. Die Auswertung der Pilotvorhaben zur Errichtung einer pandemieresilienten Infrastruktur wurden positiv abgeschlossen.

Helfen Sie mit, dass Berlin auch in der stadträumlichen Gestaltung zur Eindämmung der Corona-Pandemie weltweit vorne mit dabei ist!

Mit freundlichen Grüßen, Heiner von Marshall (Vorstand,VCDNordost), Dennis Petri (Vorstand, Changing Cities), Frank Masurat (Vorstand, ADFC Berlin)und Peter Fuchs (Vorstand, PowerShifte.V.) im Namen des Bündnisses „Berliner Straßen für alle“und der weiteren Bündnis Partner: Greenpeace Berlin, BUND Berlin, NaturFreunde Berlin, Grüne Liga Berlin, Berlin 21, schöne Städte e.V., Fuss e.V., Institut für urbane Mobilität Berlin, Stadt für Menschen.

Bündnis Berliner Straßen für alle!

Dieser Brief als Pdf

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