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VCD Nordost aktuell

Quo vadis, RSV?

Zur RSV "Teltowkanalroute": ein Standpunkt von Harald Wenzel, Sprecher unserer AG Rad&Fuss im VCD Nordost

Quo vadis, RSV?

Radschnellverbindungen (RSV) sind was Tolles – wenn es sie denn gibt. Sie sind mindestens 4 m breit im Zweirichtungs- und 2,50 m im Einrichtungsbetrieb. Der Fahrbahnbelag ist eben, die Führung möglichst kreuzungsfrei und, wenn das nicht möglich ist, sollte der Radverkehr Vorrang haben. Auch die Streckenführung sollte direkt, steigungsarm und landschaftlich ansprechend sein. So weit die Theorie –
Zurzeit sind zehn verschiedene RSV in Berlin in vorbereitender Planung, eine davon ist die Teltowkanalroute (Nr. 6), die oben genannte Idealvorstellungen zu großen Teilen umzusetzen verspricht.
Sie führt von Teltow kommend am namengebenden Kanal entlang, biegt dann nach Norden ab (der Kanal strebt ostwärts weiter), führt durch einige kleinere Wohnstraßen und mündet am Priesterweg in den Hans-Baluschek-Park, der parallel zur S-Bahn-Trasse verläuft. Am Nordende des Parks wird es eng, nur eine (zu) schmale Brücke führt über Autobahn und Sachsendamm zum Bahnhof Südkreuz. Dort geht es nördlich des Bahnhofs zunächst verwirrend und gänzlich unkomfortabel weiter bis zum schon vorhandenen (Fuß- und Rad-)Weg entlang der S-Bahn bis an den südlichen Rand des Parks am Gleisdreieck, wo sich die RSV dann verliert.
Die Strecke entlang des Kanals ist natürlich der schönste Abschnitt. Es gibt nördlich der Wismarer Str. bisher eine 4-5 m breite Promenade für den Fußverkehr, Radverkehr ist erlaubt. Hier nun sieht die (bisherige) Planung vor, die Promenade zu einem Fußweg über eine Länge von ca. 1,3 km Länge auf 2,20 m und weitere ca. 500 m auf 2,70 m zu reduzieren, ca. 1 km wird 3,70 m breit, die Trasse für den Radverkehr erhält natürlich 4 m Breite. Diese Vorplanung hat die InfraVelo am 3.2.2021 in einer Präsentation vorgestellt. Das kann, das darf so nicht umgesetzt werden! Die schon immer schwächsten Teilnehmer im öffentlichen Verkehr, Menschen, die zu Fuß unterwegs sind, würden so wieder zurückgedrängt, die Promenade würde zu einem schmalen Trampelpfad degradiert. Hier sind die Planenden dringend aufgefordert, andere, alternative Wege für zumindest diesen Teil der Teltowkanalroute zu suchen und zu finden!

Radschnellverbindungen ja, her damit – aber nicht auf Kosten des Fußverkehrs!

Harald Wenzel

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