VCD Nordost Nachrichten http://nordost.vcd.org en-gb VCD Nordost Wed, 10 Dec 2025 18:58:13 +0100 Wed, 10 Dec 2025 18:58:13 +0100 TYPO3 EXT:news news-19997 Tue, 02 Dec 2025 11:52:29 +0100 Tempo 30 in der Steglitzer Albrechtstraße: Kinder schützen statt wegschauen /startseite/detail/tempo-30-in-der-steglitzer-albrechtstrasse-kinder-schuetzen-statt-wegschauen In der Steglitzer Albrechtstraße prallt politische Symbolik derzeit hart auf die alltägliche Realität hunderter Kinder und Jugendlicher. Die CDU-geführte Senatsverkehrsverwaltung will dort die bestehenden Tempo-30-Regelungen zurücknehmen – und beruft sich dabei auf amtliche Verkehrszählungen, die bereits beim ersten Hinsehen äußerst befremdlich wirken.

25 Kinder laut Senat – über 900 laut Eltern

Als Antwort auf eine parlamentarische Anfrage der Abgeordneten Oda Hassepaß (Grüne) im Berliner Abgeordnetenhaus erklärte die Verwaltung, am 21. Mai 2025 zwischen 7:30 und 8:20 Uhr nur insgesamt 25 Schulkinder gezählt zu haben. Auf dem Papier genügte diese Zahl, um den Abschnitt zwischen Robert-Lück-Straße und Neue Filandastraße nicht als hochfrequentierten Schulweg einzustufen – und damit Tempo 30 für diesen Straßenabschnitt aufzuheben.
Irritiert durch diese Zahlen, die dem täglichen Erleben zahlreicher Kinder (und Eltern) diametral entgegenstanden, veranlasste das Netzwerk Schulwegsicherheit Steglitz-Zehlendorf, ein Zusammenschluss von Ehrenamtlichen aus über 20 Schulen im Bezirk und offizielle AG des Bezirkselternausschusses (BEA), Ende November eine eigene Zählung.
Gezählt wurde an vier Punkten des Straßenzugs. Hier ergab sich nun ein gänzlich anderes Bild:
Die Ehrenamtlichen haben an zwei unterschiedlichen Wochentagen nachgezählt – und kamen auf insgesamt 781 Kinder am Dienstag und sogar 943 (!) Schüler*innen am Freitag, die allesamt zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs zur Schule waren.
In unmittelbarer Nähe des S-Bahnhofs Rathaus Steglitz (Ecke Robert-Lück-Straße) waren es die meisten: dichte Ströme junger Menschen, die sich durch den Morgen bewegen – sichtbar, hörbar, unübersehbar.

Die Regelungslücke im Schulwegschutz

Der Konflikt um die Albrechtstraße zeigt, wie unzureichend die bisherigen Möglichkeiten zur Tempo-30-Anordnung an Schulwegen waren. Lange durfte die Begrenzung nur direkt vor dem Schultor gelten – eine Logik, die weder Alltagserfahrungen noch Verkehrswirklichkeit abbildet.
Mit der jüngsten Novelle der Straßenverkehrsordnung wurde endlich festgelegt, dass auch hochfrequentierte Schulwege geschützt werden können, selbst wenn das Schultor nicht direkt an der Straße liegt. Dieser Fortschritt wurde parteiübergreifend unterstützt – auch von der CDU im Bundesrat.
Umso irritierender wirkt es nun, dass genau dieser Schutz im Fall der Albrechtstraße kaum Beachtung findet.

Breiter Wunsch nach Sicherheit – und ein Rückschritt

Die Albrechtstraße wurde in den vergangenen Jahren schrittweise sicherer gestaltet. Fast durchgängig entstanden Radwege; nur der kurze Abschnitt zwischen Filandastraße und Robert-Lück-Straße blieb ohne Radinfrastruktur. Hier galt Tempo 30 – zunächst aus Gründen der Luftreinhaltung, da vor der StVO-Novelle an dieser Stelle die Schulwegsicherheit nicht als Begründung ausreichte.
Nun, da die Luftwerte vor Ort sich verbessert haben, nutzt die aktuelle Verkehrsverwaltung genau dies, um den Schutz der Schulkinder durch Tempo 30 aufzuheben. Dass dort täglich mehrere hundert Kinder unterwegs sind, scheint politisch zweitrangig.
Das Netzwerk Schulwegsicherheit Steglitz-Zehlendorf hat hierzu bereits eine Unterschriftenliste für einen Einwohnerantrag gestartet, der die Rücknahme des Aufhebungsbeschlusses für den genannten Straßenabschnitt verlangt.

Was der VCD Nordost fordert

Als ökologischer Verkehrsclub, der sich seit Jahrzehnten für sichere Mobilität einsetzt, sagen wir deutlich:
Tempo 30 muss bleiben. Und zwar aus dem einfachsten Grund der Welt – weil Kinder geschützt werden müssen!
„Wenn morgens fast tausend Kinder zu Fuß und mit dem Rad durch die Albrechtstraße unterwegs sind, dann braucht es keine Rechentricks, sondern Verantwortung. Die Senatsverkehrsverwaltung muss Tempo 30 sofort wieder anordnen – alles andere blendet die Wirklichkeit aus und gefährdet Kinder auf ihrem täglichen Weg zur Schule“, sagt Judith von Falkenhausen, Sprecherin des VCD Nordost und Mitglied des Netzwerk Schulwegsicherheit Steglitz-Zehlendorf.
„Berlin braucht eine Verkehrspolitik, die sich an realen Zahlen orientiert statt an parteipolitischen Konstruktionen. Insbesondere Schulwegsicherheit darf nicht zum Spielstein ideologischer Auseinandersetzungen werden. Die Fakten liegen auf dem Tisch – und sie verlangen ein unverzügliches Handeln im Sinne der betroffenen Kinder.“

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news-19941 Wed, 19 Nov 2025 08:00:00 +0100 Pressemitteilung: Torstraße: VCD fordert Entflechtung der Verkehrsarten für Aufenthaltsqualität und Klimaresilienz /startseite/detail/pm-torstrasse-vcd-fordert-entflechtung-der-verkehrsarten-fuer-aufenthaltsqualitaet-und-klimaresilienz „Die vorhandene starke Dominanz des Autos im Straßenraum noch weiter zu verstärken und dafür alle anderen Verkehrsarten noch weiter an den Rand zu drängen – das ist keine Mobilität für alle, sondern Auto-Ideologie pur“, sagt Heiner von Marschall, Landesvorsitzender des VCD Nordost. 

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) Nordost kritisiert die neuen Planungen des Senats zur Torstraße als verkehrspolitischen Rückschritt. Nach den aktuell vorliegenden Entwürfen soll die Straße künftig vierspurig erhalten und weiter für den motorisierten Verkehr optimiert werden. Gleichzeitig soll ein Gehweg drastisch geschmälert werden, rund 40 Straßenbäume gefällt und Radwege auf Kosten der Fußgänger*innen verlegt werden.

„Vier durchgängig nutzbare Fahrspuren in einer belebten Innenstadtstraße werden den Verkehr nicht flüssiger machen, sondern noch mehr Autos in die Innenstadt locken“, so von Marschall weiter. „Mehr Kfz-Verkehr, weniger Bäume und schmalere Gehwege – das gefährdet Menschen, verschlechtert das Stadtklima und ist mit den eigenen Klimazielen der Stadt schlicht unvereinbar.“

VCD Nordost fordert Entflechtung der verschiedenen Verkehrsarten

Der VCD Nordost fordert stattdessen eine Entflechtung der Verkehrsarten anstelle der erneuten Bevorzugung des Autoverkehrs: Entflechtung heißt, nicht nur eine Straße isoliert zu betrachten, in der dann alle Verkehrsarten zusammenkommen – und dadurch miteinander in Konflikt geraten. Stattdessen sollte ein Stadtraum übergreifend danach begutachtet werden, welche Straßen welche Funktion innehaben (oder haben sollten), um abhängig davon der entsprechenden Verkehrsart an dieser Stelle den Vorrang einzuräumen. Das ist auch der eigentliche Sinn der Vorrangnetze im Berliner Mobilitätsgesetz.

Die Torstraße ist gerade rund um den Rosenthaler Platz ein lebendiges Stadtzentrum mit Gastronomie und Geschäften – deshalb sollte hier insbesondere dem Fußverkehr Vorrang eingeräumt werden: mit breiten Gehwegen, mehr Aufenthaltsqualität und Platz für Begrünung. Auch Außengastronomie belebt den öffentlichen Raum und ist Teil einer lebenswerten Innenstadt. Und in einem derart belebten Umfeld müssen insbesondere die Querungsmöglichkeiten verbessert werden; das heißt, die asphaltierte Verkehrsschneise in der Mitte sollte schmaler und nicht breiter werden. 

„Wir brauchen keine vierspurige Durchgangsstraße mitten im Zentrum, sondern eine Stadtstraße, die den Menschen dient“, betont Judith von Falkenhausen, Sprecherin des VCD Nordost. „Das bedeutet: sichere Querungen, weniger Kfz-Spuren und reichlich Platz für Fußverkehr, Lieferzonen und Bäume.“

Natürlich müssen auch solche Zentren für Kfz, insbesondere den Wirtschaftsverkehr, erreichbar sein und befahren werden können. Aber bezirksübergreifender Durchgangsverkehr sollte um solche urbanen Zentren herumgeführt werden anstatt sie zu durchschneiden. 

Statt zusätzlicher Fahrspuren braucht die Torstraße feste Liefer- und Servicezonen sowie Haltepunkte für Taxis und private Kfz. Ein solcher „Mehrzweckstreifen“ könnte in kürzeren Abständen auch von Gehwegvorstreckungen unterbrochen werden, um Querungsbreiten zu verringern und so den Fußverkehr komfortabler und sicherer zu machen. Der viel genutzte Taxistand am Rosenthaler Platz muss unbedingt erhalten bleiben; Dauerparkplätze müssen dahinter zurückstehen.

Zudem könnte in der Torstraße Fläche entsiegelt werden, um die derzeit sichtbar zu kleinen Baumscheiben zu vergrößern und den vorhandenen Bäumen ein nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen. „Eine Million Straßenbäume für Berlin hat die Koalition gerade beschlossen. Aber stattdessen werden hier Bäume gefällt.“, sagt Gregor Altmann vom Vorstand des VCD Nordost. „Grün- und Verkehrsplanung müssen zusammen gedacht werden – nicht gegeneinander. Hier in der Torstraße kann und sollte man gleich damit beginnen.“

Auch Vorrangrouten für den übergreifenden Fahrradverkehr sollten nicht mitten durch das Zentrum führen, sondern möglichst eng daran vorbeigeführt werden. Dafür bieten sich hier parallele Straßen wie die Linienstraße an, die bereits als Fahrradstraße ausgewiesen ist. Damit diese ihre Funktion wirklich erfüllen kann, muss wenigstens eine der vorhandenen Parkspuren zugunsten des Radverkehrs umgewidmet und an beiden Enden – an der Oranienburger Straße und an der Karl-Liebknecht-Straße – sichere Ein- und Ausfahrmöglichkeiten für Radfahrende geschaffen werden. Ob für den reinen Ziel- und Quellverkehr in einer so beruhigten Torstraße noch eigene Radverkehrsanlagen nötig sind oder ob bedarfsgerechte Fahrradabstellanlagen ausreichen, wird man sehen können.

VCD-Forderungen im Überblick:

  • Stopp der Baumfällungen, Entsiegelung, Vergrößerung der Baumscheiben und Neubewertung der Planung unter Klima-, Umwelt- und Sicherheitsaspekten
  • Vorrang für Fußverkehr mit breiteren Gehwegen, Platz für Begrünung, Außengastronomie und sichere Querungen
  • Rückbau von Fahrspuren und festgelegte Lieferzonen
  • Halteplätze zum Ein- und Aussteigen, Erhalt des Taxistandes am Rosenthaler Platz
  • Kapazität und Funktionalität der Fahrradstraße in der Linienstraße deutlich erhöhen statt Radführung auf Gehwegen
  • transparente Bürgerbeteiligung mit Bezirken, Anwohnenden und Umweltverbänden
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news-19939 Tue, 18 Nov 2025 11:59:57 +0100 Tempo 30 leicht gemacht – VCD präsentiert Soforthilfe-Ratgeber für mehr Verkehrssicherheit /startseite/detail/tempo-30-leicht-gemacht-vcd-praesentiert-soforthilfe-ratgeber-fuer-mehr-verkehrssicherheit Der 16. November ist Weltgedenktag für die Straßenverkehrsopfer – Anlass für den ökologischen Verkehrsclub (VCD), einen neuen Tempo 30-Soforthilfe-Ratgeber zu veröffentlichen. Denn die Einführung von Tempo 30 ist eine der wirksamsten Maßnahmen für einen sicheren Verkehr. Das Papier baut auf dem aktuellen Straßenverkehrsrecht auf und soll Kommunen wie engagierten Bürgerinnen und Bürgern vor Ort praktische Wege zur Einführung von Tempo 30 an die Hand geben. 

Die Unfallzahlen bleiben hoch, jedes Jahr sterben Tausende auf deutschen Straßen. Viele von Ihnen sind zu Fuß oder auf dem Rad unterwegs – und hätten ein dreifach geringeres Sterberisiko, wenn Tempo 30 gelten würde. Untragbare Zustände, kritisiert Anika Meenken, Fachbereichsleiterin Mobilität beim VCD: „Das große Leid der Opfer und Hinterbliebenen mahnen jedes Jahr aufs Neue: Es muss endlich schneller gehen mit der allgemeinen Einführung von Tempo 30 innerorts!“

Die Straßenverkehrsordnung wurde in den vergangenen Jahren reformiert; dennoch bleiben die Hürden hoch, wenn Kommunen flächendeckend Tempo 30 anordnen möchten. Wie es jetzt schon möglich ist, Tempo 30-Zonen zu erweitern, zeigt der neue Ratgeber des VCD – denn sowohl Kommunen als auch einzelne Bürgerinnen und Bürger können einiges tun. Meenken: „Sogenannte ‚streckenbezogene Temporeduzierungen‘ sind etwa im Umfeld von Schulen, Kitas, Spielplätzen oder Pflegeheimen möglich. Hier kann man ansetzen.“ 

Doch diese Möglichkeiten nehmen die Bundespolitik nicht aus der Pflicht, sagt Meenken: „Die aktuellen Regeln reichen bei Weitem nicht aus, um vulnerable Verkehrsteilnehmende – etwa zu Fuß oder auf dem Rad – wirklich zu schützen. Noch immer müssen Kommunen Tempo 30 aufwendig begründen; eine flächendeckende Einführung wird ihnen nach wie vor erschwert.“

Gemeinsam mit dem VCD fordern über 1.100 Kommunen mehr Handlungsspielraum für lebenswerte Städte und sichere Straßen. Bis es soweit ist, gibt der Soforthilfe-Ratgeber ihnen Möglichkeiten an die Hand, schon jetzt tätig zu werden. „Auch wenn die Politik zögert und zaudert, lässt sich viel erreichen“, sagt Meenken. „Dazu wollen wir beitragen – und damit indirekt auch Leben retten“.

Zum Hintergrund: Das neue Soforthilfe-Papier sowie weitere Informationen und Checklisten finden Interessierte hier.

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news-19935 Fri, 14 Nov 2025 08:00:00 +0100 Pressemitteilung: Spandau: Die Zukunft fährt auf Schienen /startseite/detail/pressemitteilung-spandau-die-zukunft-faehrt-auf-schienen Der VCD Nordost warnt: Wenn die Planungen für die Tram nach Spandau weiter blockiert werden, droht die Mobilitätswende im Westen Berlins zu scheitern. Spandau wächst – aber die CDU bremst. Statt moderner Schienenmobilität setzt sie auf das Konzept überlanger Doppelgelenkbusse. Dies repräsentiert ein technisches Experiment mit ungewissem Nutzen und absehbaren Problemen bei Infrastruktur, Betrieb und Sicherheit.

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) Nordost fordert den Berliner Senat auf, die Planungen für ein leistungsfähiges Tramnetz in und nach Spandau zügig wieder aufzunehmen und umzusetzen. Angesichts großer Entwicklungsprojekte wie der Urban Tech Republic (UTR) und dem Neuen Gartenfeld sei eine verlässliche, schienengebundene ÖPNV-Erschließung unabdingbar.

„Die CDU stoppt belastbare Planungen – und ersetzt sie durch Luftschlösser. Ob Mehrgelenkbusse, Magnetbahnideen oder ferne U-Bahn-Visionen: Diese ständigen substanzlosen Hirngespinste werden niemals konkretisiert, aber fertig geplante realistische Lösungen werden damit blockiert. Das ist destruktiv für Spandau und für Berlins ÖPNV“, erklärt Heiner von Marschall, Vorsitzender des VCD Nordost.

Spandaus Bedarf: leistungsfähig, schnell, verlässlich

Mit dem Berliner Nahverkehrsplan ist eine neue Straßenbahnverbindung zwischen der UTR und dem Rathaus Spandau vorgesehen. Sie soll die neuen Stadtteile wie die Wasserstadt Spandau und Hakenfelde sowie auf der Insel Gartenfeld bedarfsgerecht erschließen und zugleich eine tangentiale Verbindung zwischen Reinickendorf und Spandau schaffen. Dadurch könnten die heute hochbelasteten Buslinien entlastet und Reisezeiten verkürzt werden.

Spandau ist von seiner Größe her nahezu eine eigene Stadt, verfügt jedoch bislang über ein vergleichsweise lückenhaftes Schienennetz. Große Wohngebiete sind ausschließlich mit Bussen erschlossen. Der ÖPNV-Anteil ist entsprechend niedrig, der Autoverkehr hoch. 
„Eine echte Mobilitätswende in Spandau gelingt nur, wenn leistungsfähige und damit bedarfsgerechte Angebote auf der Schiene endlich ausgebaut werden“, so von Marschall weiter.

Warum die Buslösung der CDU nicht trägt

Unvollständige Kostenvergleiche:
Die CDU rechnet ohne Busspuren – das spart zwar Umbaukosten, verschlechtert aber Kapazität, Zuverlässigkeit und Fahrzeiten deutlich. Auch der höhere Fahrbahnverschleiß durch viele schwere Busse wird ignoriert.

Lebensdauer und Folgekosten:
Gleise halten 25–30 Jahre, Busspuren auf Asphalt nur etwa zehn. Gelenkbusse haben ein Drittel der Lebensdauer und die halbe Kapazität einer Straßenbahn. Um eine einzige Straßenbahn zu ersetzen, bräuchte es sechs Busse – deren Betrieb Berlin selbst finanzieren müsste. Straßenbahnprojekte werden vom Bund mit bis zu 75 Prozent gefördert – eine Chance, die Berlin mit jeder Verzögerung aufs Spiel setzt.

Kapazität und Qualität:
Die Straßenbahn ist dem Bus auf stark frequentierten Strecken systematisch überlegen. Längere Busse lösen weder Zuverlässigkeitsprobleme noch Engpässe. Auch betrieblich ist das Konzept unrealistisch: Doppelgelenkbusse benötigen längere Haltestellen, spezielle Abstellflächen und Ausnahmegenehmigungen – die Infrastruktur dafür existiert in Spandau nicht.

Autoverkehr profitiert:
Mehr Tram bedeutet weniger Stau: Die Flächeneffizienz der Straßenbahn ist unschlagbar. Selbst halb gefüllt benötigt sie pro Person nur einen Bruchteil des Raums eines Autos. Verkehrsverlagerung sorgt für flüssigeren Verkehr – für alle.

Gemeinsame Planung aller Verkehrsträger

Der VCD Nordost betont, dass Bus, Tram, U- und S-Bahn ihre jeweiligen Stärken haben und zusammen gedacht werden müssen. Die Tram ergänzt das Schnellbahnnetz und schließt wichtige Lücken.

„Es geht nicht darum, Verkehrsmittel gegeneinander auszuspielen“, sagt Judith von Falkenhausen, Sprecherin des VCD Nordost. „Eine leistungsfähige Mobilität für Spandau entsteht nur dann, wenn Bus, Tram, U- und S-Bahn sinnvoll aufeinander abgestimmt werden. Die Straßenbahn ist dabei kein Ersatz, sondern das fehlende Bindeglied.“

Zudem erhöhen sich Förderfähigkeit und Wirtschaftlichkeit, wenn Straßenbahn- und Schnellbahnausbau gemeinsam betrachtet werden.

Fazit: Für Spandau führt kein Weg an der Tram vorbei

Kurzfristige Verbesserungen sind wichtig – aber kein Ersatz für Schienen.
Zusätzliche Busse können die Lage vorübergehend entspannen, doch sie lösen keine strukturellen Probleme. Ohne eigene Trassen und Vorrang im Verkehr stehen sie im selben Stau wie heute. Übergangslösungen sind daher nur sinnvoll, wenn sie gezielt auf die künftige Tram abgestimmt werden – alles andere ist vergeudete Zeit und Geld. Wer Spandau wachsen lässt, ohne Schienen zu legen, produziert den Stillstand von morgen.
Berlin kann sich keine weiteren verlorenen Jahre leisten. Der Senat muss die Planungen sofort wieder aufnehmen – und die Voraussetzungen für eine funktionierende, gerechte, ökologische Mobilität schaffen!

 

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news-19899 Fri, 07 Nov 2025 09:00:00 +0100 Pressemitteilung zum neuen Berliner Baumgesetz /startseite/detail/pressemitteilung-zum-neuen-berliner-baumgesetz Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) Nordost begrüßt das neue Berliner Baumgesetz ausdrücklich. Der Beschluss ist ein starkes Signal für Klimaschutz, Gesundheit und Lebensqualität – und ein exzellentes Beispiel dafür, wie Bürgerinitiative, Wissenschaft und Politik gemeinsam Zukunft gestalten können.

Dass dieses Gesetz auf eine erfolgreiche Volksinitiative zurückgeht, zeigt: Gelebte Demokratie kann konkrete Antworten auf die Herausforderungen der Klimakrise geben. Nun gilt es, die Umsetzung klug mit der Verkehrswende zu verzahnen.

„Eine Million neue Bäume sind ein starkes Symbol für eine Stadt, die sich auf die Zukunft vorbereitet“, sagt Gregor Altmann vom Vorstand des VCD Nordost.
„Damit diese Zukunft gelingt, müssen Grün- und Verkehrsplanung zusammen gedacht werden – nicht gegeneinander. Bäume, sichere Geh- und Radwege sowie attraktive ÖPNV-Verbindungen gehören in eine gemeinsame Stadtplanung, nicht in getrennte Silos.“

Bäume im Straßenraum sind mehr als Klimaschutz – sie sind Teil einer nachhaltigen Mobilitätspolitik. Sie beschatten Haltestellen und Radwege, senken die Temperaturen in Hitzesommern, filtern Schadstoffe und machen den öffentlichen Raum lebenswerter. Das neue Baumgesetz eröffnet die Chance, Berlin klimaresilient und mobilitätsgerecht zugleich zu gestalten.

Der VCD Nordost ruft dazu auf, das Baumgesetz mit den Zielen des Berliner Mobilitätsgesetzes zu verbinden:
– Wo Straßen umgebaut werden, sollen Grün-, Wasser- und Bewegungsräume gemeinsam geplant werden.
– Wo neue Bäume gepflanzt werden, müssen sichere Querungen und Wege gleich mitgedacht werden.
So lassen sich Mittel des Infrastrukturfonds gezielt und effizient einsetzen – jede Maßnahme, die Klimaresilienz und sichere Mobilität zugleich stärkt, ist doppelt wirksam und spart Ressourcen.

„Klimaschutz und Verkehrswende gehören untrennbar zusammen“, betont Judith von Falkenhausen, Sprecherin des VCD Nordost.
„Wenn wir neue Bäume pflanzen, schaffen wir nicht nur Schatten und bessere Luft, sondern gestalten Straßenräume, in denen sich Menschen wohl und sicher fühlen.
Das Baumgesetz ist eine große Chance – jetzt liegt es an Politik und Verwaltung, sie entschlossen zu nutzen.“

Der VCD Nordost lädt die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt (SenMVKU) ein, die Umsetzung des Baumgesetzes als gemeinsame Aufgabe zu begreifen.
Berlin kann zeigen, dass Klimaanpassung und Verkehrswende keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig stärken.

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news-19897 Thu, 06 Nov 2025 13:08:21 +0100 Pressemitteilung zum Verkehrsentscheid /startseite/detail/pressemitteilung-zur-agh-beratung-ueber-den-verkehrsentscheid Berlin, 06.11.2025

Zur Behandlung des Verkehrsentscheids "Berlin autofrei" im Abgeordnetenhaus von Berlin erklärt der VCD-Landesvorsitzende Heiner von Marschall:

"Es ist schön zu hören, dass alle Fraktionen die Ziele des Verkehrsentscheides ausdrücklich teilen: durch Verringerung des privaten Kfz-Verkehrs die Zahl der Toten und Schwerverletzten im Verkehr zu verringern, schädliche Emissionen zu senken, Sicherheitsgefühl und Wohlbefinden besonders schutzbedürftiger Personen wie Kinder und Älterer zu verbessern, Wohn- und Aufenthaltsqualität zu steigern und so die geschäftliche und kulturelle Attraktivität Berlins zu fördern.

Allerdings gibt es einen offensichtlichen Dissens, ob man sich diese Ziele nur wünscht oder ob man auch gewillt ist, Maßnahmen zu ergreifen, um diesen Zielen tatsächlich näher zu kommen.

Das Landesverfassungsgericht hat in seinem Urteil zur Zulässigkeit des Volksentscheides festgestellt, dass die genannten Ziele zum Teil Verfassungsrang haben: Das Recht auf Leben, Gesundheit und körperliche Unversehrtheit sowie das Recht auf eine gesunde Umwelt. Ein individuelles Recht auf Autofahren oder Parken existiert dagegen nicht. 
Ferner wurde festgestellt, dass das vom Verkehrsentscheid vorgeschlagene Gesetz geeignet, angemessen und erforderlich ist, da es kein milderes Mittel gibt, um die Ziele in gleichem Umfang zu erreichen: Das pure Vorhandensein eines übermäßig dominanten Kfz-Verkehrs ist ursächlich für Verkehrstote und Schwerverletzte, schädliche Emissionen, Flächenverbrauch und Versiegelung sowie geringe Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.

Als VCD Nordost hätten wir uns gefreut, wenn die Koalition in Verhandlungen mit dem Volksentscheid eingetreten wäre, die als zu kompliziert kritisierten Maßnahmen anzupassen und dennoch die angeblich gemeinsamen Ziele wirksam zu erreichen. Gerne hätten auch wir dazu beigetragen.

Wer aber in politischer Verantwortung diese Maßnahmen pauschal ablehnt, steht in der Pflicht, alternative Vorschläge zu machen, wie der private Kfz-Verkehr verringert werden soll, um die genannten Ziele wirksam zu erreichen. 
Anderenfalls sollte die Koalition offen sagen, dass sie die genannten Ziele – weniger Verkehrstote und Emissionen sowie mehr Aufenthaltsqualität und Schutz für Kinder und Ältere – zwar für wünschenswert erachtet, ihr aber ein möglichst ungehinderter Verkehrsfluss für Autos als dominanter Verkehrsart wichtiger ist."

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news-19888 Tue, 04 Nov 2025 10:06:55 +0100 Mahnwachen für im Straßenverkehr getötete Fußgängerinnen /startseite/detail/mahnwache-fuer-im-strassenverkehr-getoetete-fussgaengerinnen-1 Am vergangenen Samstag gedachten wir der zwei im Straßenverkehr getöteten Mitmenschen mit der Aufstellung mahnender Figuren. Mit dabei waren der ADFC, Changing Cities e.V., FUSS e.V., Politiker*innen und Einwohner*innen. Gemeinsam setzen wir uns für eine sichere Verkehrsplanung ein, die im Sinne der #VisionZero keine schweren Unfälle und keine Verkehrstoten nach sich zieht.

Die erste Mahnwache für die getötete 91-jährige Fußgängerin fand in Prenzlauer Berg an der Wisbyer Straße / Prenzlauer Promenade um 15:00 Uhr statt. Wir erinnerten uns an die Getötete und setzten uns für zwei Minuten auf die Straße.

Die zweite Mahnwache für die getötete 80-jährige Fußgängerin fand in Moabit an der Lehrter Straße (Höhe Hausnummer 42) statt. Aufgrund logistischer Probleme der Polizei verzögerte sich das Gedenken, und eine Durchführung auf der Straße war nicht möglich. Trotz der Schwierigkeiten, der Dunkelheit und des nassen Wetters versammelten sich rund 30 Teilnehmer*innen.

Allein in Berlin gab es im Jahr 2025 bereits 30 Todesfälle durch Verkehrsunfälle. Das sind einfach zu viele!

Die Anzahl der tödlichen Straßenverkehrsunfälle auf null zu reduzieren,
das ist unser Ziel im Sinne der #Visionzero!

 

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news-19871 Thu, 30 Oct 2025 09:49:48 +0100 Der Auto Club Europa (ACE) stellt ACE-SCHULWEG-INDEX 2025 vor /startseite/detail/der-auto-club-europa-ace-stellt-ace-schulweg-index-2025-vor Der ACE hat im Rahmen einer Pressemitteilung seine Untersuchung zur Schulwegsicherheit in Deutschland vorgestellt. Das Fazit ist erschreckend und zeigt deutlichen Handlungsbedarf. 

Hier der Link zum ACE-SCHULWEG-INDEX 2025.

Weitere Links zum Thema:

“Easy Going” der Check

VCD-Schulwege-Check

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news-19837 Tue, 21 Oct 2025 11:13:05 +0200 Verkehrsclub Deutschland startet Portal gegen zugeparkte Gehwege /startseite/detail/verkehrsclub-deutschland-startet-portal-gegen-zugeparkte-gehwege Vielerorts behindern zugeparkte Gehwege Fußgängerinnen und Fußgänger beim Durchkommen und sind vor allem für Rollstühle und Kinderwagen ein Problem. Deshalb ruft der ökologische Verkehrsclub VCD sämtliche Bürgerinnen und Bürger dazu auf, enge und gefährliche Gehwegabschnitte über ein Online-Tool zu melden. Die Mitmach-Aktion startet am Montag, den 20. Oktober. Die gesammelten Meldungen werden nach Abschluss der Aktion in einer Online-Karte veröffentlicht, um Risiken sichtbar zu machen, kommunale Verantwortliche zu informieren und den Druck auf Politik und Verwaltung zu erhöhen. 

In den Medien wurde u.a. in der Süddeutschen Zeitung und im MDR über die Aktion berichtet.

Unser Landesvorstand Heiner von Marschall erklärte dem Tagesspiegel Checkpoint Telegramm hierzu: „Ein Rollator müsste an einem Kinderwagen vorbeikommen“.

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news-19839 Tue, 21 Oct 2025 10:41:10 +0200 Leserbrief an die Berliner Morgenpost /startseite/detail/leserbrief-an-die-berliner-morgenpost Zum Artikel „Zweifel an Spandauer Tram-Plänen” vom 10. Oktober schrieb Konrad Hickel, Vorstandsmitglied des VCD Nordost, einen Leserbrief, der am 11. Oktober in der Berliner Morgenpost erschien:

"Es ist für mich unverständlich, wieso die Straßenbahn in Spandau weiter hinausgezögert wird. Spandau benötigt einen flächendeckenden attraktiven ÖPNV. Busse können das nicht leisten. Hier ist die Tram die beste Lösung. Eine Tram kann dreimal so viele Menschen transportieren und hat mehr Platz für Kinderwagen. Besonders die Barrierefreiheit wäre für mich als Rollstuhlfahrer eine große Bereicherung. Die ruhige Fahrweise auf der Schiene fühlt sich nicht nur viel angenehmer und komfortabler an, sie gibt auch älteren Menschen mehr Sicherheit und verhindert beispielsweise gefährliche Stürze im Fahrzeug. Kurze Haltestellenabstände sowie die direkte Präsenz in Wohnvierteln und Geschäftsstraßen machen sie ideal für kurze Wege. Wer bei 150 Millionen Euro für zehn Kilometer Straßenbahn auf die ,,haushalterische Situation" hinweist, aber drei Kilometer S-Bahn für eine Milliarde Euro in Aussicht stellt, der will nur verzögern und keinen gutern ÖPNV schaffen. Das hat nichts mit der Mobilität für alle zu tun, welche die CDU versprochen hat."

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news-19817 Thu, 16 Oct 2025 12:48:59 +0200 MV-Mobilitätsoffensive sorgt für Fahrgastwachstum /startseite/detail/mv-mobilitaetsoffensive-sorgt-fuer-fahrgastwachstum In einem gut besuchten Stralsunder Rathaussaal haben auf Einladung des VCD Nordost am 15.10.2025 Bürgerinnen und Bürger über den Stand der Mobilitätsoffensive in Mecklenburg-Vorpommern diskutiert. Zuvor referierten Carsten Werfel (Geschäftsführer VMV), Stefan Lösel (Geschäftsführer VLP) und Ulrich Sehl (Geschäftsführer VVR) über die bisherigen Aktivitäten beim Ausbau des Schienenpersonennahverkehr (SPNV), dem Aufbau eines Regiobusnetzes und der Einführung eines flächendeckenden Rufbusnetzes. Als Fazit kann festgehalten werden, dass mit der Einführung des Deutschlandtickets (DT)  die Fahrgastzahlen in Bahnen und Bussen deutlich angestiegen sind. Einziger Wermutstropfen ist für die Verkehrsunternehmen in MV die noch fehlende Einnahmeaufteilung für das DT, wodurch gerade bei den kommunalen Verkehrsunternehmen Finanzierungsprobleme aufgetreten sind und einzelne Landkreise sogar mit einem Ausstieg aus dem DT gedroht haben. 

Im südlichen Teil der Insel Rügen konnte zuletzt das Rufbusangebot der VVR erweitert werden.  Hingegen wurde von einer Kommunalpolitikerin kritisiert, dass gerade im nördlichen Teil Rügens akuter Handlungsbedarf beim Busangebot zu Fachärzten nach Bergen und Stralsund besteht. Die VVR konnte noch keine Aussage treffen, ob bereits in 2026 auf Wittow ein verbessertes Linien- und Rufbusangebot Abhilfe schaffen kann. Auch eine verbesserte Anbindung von und zur Insel Hiddensee wurde von einer Anwohnerin thematisiert, die sich besser abgestimmte Fahrpläne zwischen den Fähren, der Bahn und den VVR-Bussen in Schaprode und Bergen wünscht. 

Für Dr. Wilfried Kramer vom Vorstand des VCD Nordost hat die Veranstaltung gezeigt, dass durch die Angebotsverbesserungen und nicht zuletzt mit der Einführung des DT ein deutlicher Aufwärtstrend bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel in MV zu verzeichnen ist. Im Fokus sollte jetzt bei den Verantwortlichen in den Verkehrsunternehmen und bei der Landes- und Kommunalpolitik stehen, noch mehr einheimische Bevölkerung zum Umstieg vom PKW auf Bahnen und Bussen zu überzeugen. 

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news-19777 Tue, 07 Oct 2025 12:00:55 +0200 Pressemitteilung: VCD-Fachveranstaltung zur Mobilitätsoffensive in Stralsund am 15.10.25 /startseite/detail/pressemitteilung-vcd-fachveranstaltung-in-stralsund Stralsund, 07. Oktober 2025 –

Wie kann die Mobilitätswende in Mecklenburg-Vorpommern gelingen? 
Welche Rolle spielen Bahn, Bus und das Deutschlandticket dabei?
Diese Fragen stehen im Mittelpunkt einer Fachveranstaltung des Verkehrsclub Deutschland (VCD) Nordost am Mittwoch, den 15. Oktober 2025, um 17:00 Uhr im Rathaus Stralsund (Alter Markt 1).

Ziel der Veranstaltung ist es, gemeinsam mit Fachleuten und Verantwortlichen aus Politik, Verwaltung und Verkehrsunternehmen zu diskutieren, wie der öffentliche Nahverkehr (ÖPNV) in Mecklenburg-Vorpommern gestärkt und mehr Menschen zum Umstieg auf nachhaltige Mobilität bewegt werden können.

Hintergrund: Mobilitätsoffensive und ÖPNV-Entwicklung in MV

Im Mittelpunkt steht die Mobilitätsoffensive in Mecklenburg-Vorpommern und die damit verbundenen Entwicklungen für den öffentlichen Nahverkehr, insbesondere in den Regionen Vorpommern-Rügen und Ludwigslust-Parchim.
Dazu referieren:

  • Carsten Werfel, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (VMV)
  • Stefan Lösel, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP)
  • Ulrich Sehl, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR)

Zentrale Themen der Fachveranstaltung

  • Neue Rufbus- und Regiobusangebote im kommunalen ÖPNV
  • Der Einfluss des Deutschlandtickets auf Fahrgastzahlen und Wirtschaftlichkeit der Verkehrsunternehmen
  • Angebotsverbesserungen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) sowie Ausbau und Reaktivierung von Bahnstrecken, z.B. Rostock–Stralsund, Darßbahn, Vorpommern-Magistrale und Südbahn (Karower Kreuz)
  • Herausforderungen durch die Einnahmenaufteilung beim Deutschlandticket
  • Perspektiven und Forderungen für mehr Fahrgäste sowie für eine nachhaltige, soziale Mobilitätswende

„MV darf beim ÖPNV nicht länger Schlusslicht bleiben“

„Damit die Mobilitätswende gelingt, muss ein deutlich größerer Teil der einheimischen Bevölkerung in Mecklenburg-Vorpommern auf Bus und Bahn umsteigen“, betont Dr. Wilfried Kramer vom VCD Nordost.
Laut der jüngst erschienenen MiD-Studie (Mobilität in Deutschland) von 2023 belegt Mecklenburg-Vorpommern derzeit den letzten Platz bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Vergleich der 16 Bundesländer.

Einladung zu Kurzvorträgen und Diskussionsrunde

Der VCD Nordost lädt interessierte Bürger*innen, Initiativen sowie Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Verkehrsunternehmen herzlich zur o.g. Fachveranstaltung ein. Es erwarten Sie Kurzvorträge der eingeladenen Experten, gefolgt von einer offenen Diskussionsrunde zu aktuellen Entwicklungen und künftigen Schritten auf dem Weg zur Implementierung der Mobilitätswende in MV.

Veranstaltungsdetails

Ort: Rathaus Stralsund, Alter Markt 1
Datum: Mittwoch, 15. Oktober 2025
Uhrzeit: 17:00 Uhr

Kontakt für Rückfragen

Dr. Wilfried Kramer
Verkehrsclub Deutschland (VCD) Nordost e.V.
Yorckstraße 48
10965 Berlin

Tel.: 0151 43208943
E-Mail: wilfried.kramer@vcd-nordost.de

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news-19735 Thu, 25 Sep 2025 12:47:42 +0200 VCD-Veranstaltung zur Mobilitätsoffensive: Gelingt der Umstieg auf Bahn und Bus in Mecklenburg-Vorpommern? /startseite/detail/vcd-veranstaltung-zur-mobilitaetsoffensive Am 15. Oktober 2025 beschäftigt sich der VCD Nordost in einer Veranstaltung mit der Entwicklung des ÖPNV in Mecklenburg-Vorpommern (MV). Unter dem Titel „Mobilitätsoffensive in MV: Wie ist der Stand in Vorpommern-Rügen und Ludwigslust-Parchim?“ sind Verantwortliche aus Verkehrsunternehmen als Referenten eingeladen. 

Mit Carsten Werfel, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (VMV), Stefan Lösel, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP) und Ulrich Sehl, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) soll über die bereits umgesetzten und noch geplanten Angebotsverbesserungen im kommunalen ÖPNV und beim Schienenpersonennahverkehr (SPNV) diskutiert werden. 

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob das eingeführte Rufbusangebot, neue Regiobus-Linien und SPNV-Mehrleistungen zusammen mit der Einführung des Deutschlandtickets dazu beigetragen haben, dass die Fahrgastzahlen ansteigen und insbesondere die Wohnbevölkerung in MV häufiger auf Bahnen und Busse in MV umsteigt. 

Daneben rückt die Wirtschaftlichkeit der kommunalen Verkehrsunternehmen in MV immer stärker in den Fokus. Nachdem ein größerer Teil der Deutschlandticket-Nutzer als sogenannte „Fremdnutzer“ mit Tickets unterwegs ist, die bei Verkehrsunternehmen außerhalb von MV erworben wurden, entgehen den hiesigen Betrieben die entsprechenden Fahrgeldeinnahmen.

Bislang konnten die 16 Bundesländer zusammen mit ihren Verkehrsunternehmen keine Einnahmenaufteilung für das im Mai 2023 eingeführte Deutschlandticket vereinbaren. Zuletzt haben fast alle MV-Landkreise und die kreisfreie Stadt Rostock auf die deutliche Unterfinanzierung ihrer Verkehrsunternehmen hingewiesen. Diese resultieren in erster Linie aus der Anerkennung des Deutschlandtickets, die von Verkehrsunternehmen außerhalb von MV als Chipkarte oder Handyticket ausgegeben werden. Kritiker der bisherigen ÖPNV-Politik in MV sehen die beschriebenen Probleme u.a. darin gegründet, dass bis zuletzt mit Ausnahme des Verkehrsverbundes Warnow keine Tarifverbünde existieren und somit keine gemeinsame Tarif- und Vertriebspolitik für den SPNV und den sonstigen ÖPNV in MV bestanden hat. 

In der vor Kurzem veröffentlichten MiD-Studie (Mobilität in Deutschland) für 2023 belegte Mecklenburg-Vorpommern mit einem ÖPNV-Anteil von 7 Prozent den letzten Platz im Ranking der 16 Bundesländer. In den Kurzvorträgen und der anschließenden Diskussion in der VCD-Veranstaltung am 15. Oktober 2025 (Beginn: 17.00 Uhr, Rathaus Stralsund am Alten Markt) steht die Frage im Vordergrund, ob mit den Maßnahmen der MV-Mobilitätsoffensive und dem zeitgleich eingeführten Deutschlandticket zuletzt mehr Fahrgäste mit Bahnen und Bussen unterwegs sind. Daneben wird der Ausbau und die Reaktivierung von Bahnstrecken (z.B. Rostock-Stralsund, Darßbahn, Vorpommern-Magistrale, Südbahn / Karower Kreuz) ein weiteres Thema sein. 

 

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news-19731 Thu, 25 Sep 2025 11:07:07 +0200 Rückblick: Park(ing) Day am 19.09.2025 - zentrale Aktion im Hanstedter Weg /startseite/detail/parking-day-vom-19-september-zentrale-aktion-am-hanstedter-weg Am 19. September 2025 veranstaltete der VCD Nordost gemeinsam mit der Grundschule am Insulaner und dem Netzwerk Schulwegsicherheit Steglitz-Zehlendorf eine große Schulstraßen-Aktion im Hanstedter Weg:

Nach einer kurzen Begrüßung durch die Schulleiterin, Frau Orendain, stimmte die Schulgemeinschaft lautstark das „Insulaner-Lied“ an. Unmittelbar danach präsentierten die Kinder tolle Tanz- und Gesangseinlagen aus verschiedenen AGs.

Anschließend erläuterte der bekannte Mobilitätsforscher Prof. Dr. Andreas Knie anhand eines kurzen Impulsvortrags, wie sich die Flächennutzung in der Stadt aus Sicht der Wissenschaft künftig weg vom motorisierten Individualverkehr und hin zu mehr gemeinschaftlich genutztem Platz entwickeln müsste. 

Bezirksstadtrat Urban Aykal fragte anschließend die Grundschüler*innen direkt, inwiefern sie sich eine Schulstraße im Hanstedter Weg wünschen würden – was vielstimmig und kräftig bejaht wurde.

Später diskutierte unser Landesvorsitzender Heiner von Marschall gemeinsam mit Friso Friese (Netzwerk Schulwegsicherheit Steglitz-Zehlendorf), Tino Schopf (verkehrspolitischer Sprecher der SPD im Berliner Abgeordnetenhaus) und Ulrike Kipf (Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung) unter Moderation unserer Sprecherin Judith von Falkenhausen ausführlich darüber, welche Strategien im Hinblick auf die dringend benötigte Verbesserung der Schulwegsicherheit sich in der Vergangenheit bereits bewährt haben und wie sich künftig Schulstraßen konkret umsetzen lassen könnten, ohne die berechtigten Sorgen der Anwohnenden außen vor zu lassen.

Später präsentierte das Netzwerk Schulwegsicherheit seinen Einwohnerantrag gegen die Wiedereinführung von Tempo 50 auf der Steglitzer Albrechtstraße.

Auf mobilen Stellwänden präsentierten die Schulkinder ihre lebendige Vision von einer autofreien Zone rund um ihre Schule; daneben zeigten wir unsere mobile Ausstellung zu „Schulstraßen in Berlin“.

Parallel zu den politischen Inhalten wurde während des Aktionstages natürlich auch viel gespielt: 

Zu den Highlights zählten ein Verkehrsquiz-Glücksrad für unterschiedliche Altersstufen, ein Stand zum Kinderschminken, mehrere Radwege-Banner und Liegestühle auf der gesperrten Fahrbahn sowie einen Barfuß-Parcours für alle – und die Kinder durften den ganzen Vormittag lang die gesamte Breite der Straße mit selbst gemalten Kreidebildern verzieren.

Dank verschiedener Schulklassen und des sehr engagierten Fördervereins war auch für das leibliche Wohl aller Besucher*innen bestens gesorgt.

An dieser Stelle gilt unser Dank sowohl der Grundschule am Insulaner und ihrem Hort-Träger (Stadtteilzentrum Steglitz) sowie allen engagierten Partnerverbänden vom ADFC Berlin, BUND Berlin, Bündnis Temporäre Spielstraßen, Changing Cities e.V., Initiative Jochen-Klepper-Park, Nachbarschaftshaus Markus, Verkehrsentscheid Berlin – ohne Sie und Euch alle wäre dieses große Event nicht in dieser Form möglich gewesen!

Wir freuen uns riesig, dass wir gemeinsam ein solch starkes Zeichen für mehr Schulwegsicherheit setzen konnten!

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news-19730 Thu, 25 Sep 2025 10:41:42 +0200 Verkehrsparty für mehr Schulwegsicherheit in Charlottenburg-Wilmersdorf /startseite/detail/spass-und-bewegung-kinder-bei-der-verkehrsparty Am 24. September 2025 ging es für den VCD Nordost mal wieder und vor allem um das Thema Schulwegsicherheit:

Auf dem Schulhof der Charles-Dickens-Schule kamen hunderte Menschen zur Verkehrsparty zusammen – organisiert von Schulen entlang der Heerstraße, dem Kinder- und Jugendparlament Charlottenburg-Wilmersdorf sowie der Berliner Schreberjugend.

Den immer wieder vorgetragenen Wünschen nach erhöhter Sicherheit für die Schüler und Schülerinnen auf dem Weg von und zur Schule sollte so mehr Nachdruck verliehen werden: Für die mehr als 4.200 Schülerinnen, über 300 Kita-Kinder und sämtliche weiteren Bewohner*innen im Kiez stellt die Querung der bis zu siebenspurigen Heerstraße ein tägliches Risiko dar.

Anhand verschiedener Aktionen wurde das Thema Verkehrssicherheit im Rahmen der Veranstaltung kindgerecht und lebendig aufgegriffen – es war eine quirlige und bunte Party mit sehr vielen Kindern, Erwachsenen und sogar einer munter spielenden Drei-Mann-Jazz-Band. 

Highlight des VCD Nordost-Infostandes war einmal mehr unser Verkehrsquiz für verschiedene Altersklassen, bei dem die Kinder durchgehend Schlange standen, um nach korrekt beantworteter Frage mit einem Lolli als Beute von dannen zu ziehen.

Diese Verkehrsparty hat gezeigt: Im Westen Berlins ziehen bereits viele Akteure an einem Strang, um endlich wirksame Maßnahmen für sichere Schulwege im Kiez durchzusetzen. 

Es hat uns sehr gefreut, dieses tatkräftige Bündnis als VCD-Landesverband vor Ort unterstützen zu dürfen - denn sichere Schulwege sollten für alle Kinder in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern eine Selbstverständlichkeit sein!

 

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news-19712 Tue, 23 Sep 2025 11:36:24 +0200 Veranstaltung: Etappensieg der BI Südbahn - Rote Laterne am 26.09.25 /startseite/detail/etappensieg-rote-laterne-am-26925 Die Bürgerinitiative (BI) Südbahn feiert einen wichtigen Etappensieg!

Ende Juni hatten der VCD Nordost und der VCD Brandenburg gemeinsam ihre Mitglieder zu einer Exkursion nach Plau am See eingeladen, um sich zusammen mit der BI Südbahn für den Ausbau des Karower Kreuzes einzusetzen. 

Nun hat die Initiative einen wichtigen Zwischenerfolg zu verkünden: 

Von offizieller Seite wurde das zugehörige Streckengutachten veröffentlicht - und dieses bestätigt den langjährigen BI-Slogan zur Südbahn „Erhalt und Weiterentwicklung“ auf eindrucksvolle Weise.

Hierzu findet am Freitag, den 26.09.,  um 16:00 Uhr am Bahnhof Lübz die Rote Laterne statt.

Im Rahmen dieser Veranstaltung wird das aus vier Teilgutachten bestehende Streckengutachten – soweit uns Informationen hierzu vorliegen – vorgestellt, analysiert und verkehrs- und regionalpolitisch bewertet werden.

Der Wirtschaftsminister von MV und der Infrastrukturminister von Brandenburg, sowie die Landräte und Bürgermeister entlang der beiden Strecken sind bei der Roten Laterne um Stellungnahme gebeten.

Für Musik, Getränke und Verpflegung ist gesorgt.

Wir freuen uns auf möglichst zahlreiche Unterstützer*innen!

Programm

1. Begrüßung (16:00)
2. Vorstellung der Gutachten von Constantin Pitzen (BI Südbahn)
3. Stellungnahme von Gästen (u.a. aus der Politik)
4. Offene Diskussion

Anreise

Aus Berlin:
11:11 Berlin Hbf - RE 85, 2 h 36 min - Schwerin Hbf 13:47
14:29 Schwerin Hbf - RB 13, 51 min - Parchim 15:20
15:34 Bahnhof, Parchim - Bus 77, 29 min - ZOB, Lübz 16:03

Aus Rostock:
13:08 Rostock Hbf - RE 1, 32 min - Blankenberg(Meckl) 13:40
13:47 Bahnhof, Blankenberg (Meckl) - RUF 844, 25 min - Mecklenburgring, Sternberg 14:12
14:37 Mecklenburgring, Sternberg - Bus 184, 22 min - Mestlin 14:59
15:32 Mestlin - RUF 804, 26 min - Bahnhof Lübz

Aus Schwerin:
14:29 Schwerin Hbf - RB 13, 51 min - Parchim 15:20
15:34 Bahnhof, Parchim - Bus 77, 29 min - ZOB, Lübz 16:03

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news-19711 Thu, 18 Sep 2025 11:10:00 +0200 Pressemitteilung - Tempo 30 retten – Für sichere Schulwege in Steglitz /startseite/detail/tempo-30-retten-fuer-sichere-schulwege-in-steglitz Berlin-Steglitz, 18.09.2025 – Mit einem Einwohnerantrag will das Netzwerk Schulwegsicherheit den Schutz von Kindern und Jugendlichen im Straßenverkehr sichern. Konkret geht es um die Wiedereinführung von Tempo 30 auf der Albrechtstraße in Steglitz zwischen Robert-Lück-Straße und Neue Filandastraße. Die Sammlung von Unterschriften für den Antrag beginnt am Freitag, 19. September, beim Parking Day vor der Grundschule am Insulaner im Hanstedter Weg.

Am 2. September hat die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt entschieden, Tempo 30 an insgesamt 23 Hauptstraßen in Berlin wieder aufzuheben – darunter auch an der Albrechtstraße in Steglitz. Begründet wurde dieser Schritt mit fadenscheinigen Argumenten zur Luftreinhaltung, wobei die Sicherheit von Kindern auf ihrem Schulweg und die Möglichkeiten der novellierten StVO nicht berücksichtigt wurden.

Die Albrechtstraße ist ein zentraler Verkehrsweg im Herzen von Steglitz. Im unmittelbaren Umkreis von 500 Metern befinden sich mehrere Schulen und zahlreiche Kitas. Täglich queren und befahren Hunderte von Kindern diese Straße – zu Fuß und mit dem Fahrrad. Gerade auf dem Abschnitt ohne Radwege sind sie bei einem Tempolimit von 50 km/h massiv gefährdet.

Das Netzwerk Schulwegsicherheit fordert deshalb:

  • Wiedereinführung von Tempo 30 auf der Albrechtstraße zum frühestmöglichen Zeitpunkt
  • Konsequente Umsetzung der StVO, die Tempo 30 auf hochfrequentierten Schulwegen
    vorsieht
  • Sichere Wege für Kinder, ob zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Die Entscheidung der Senatsverwaltung gefährdet die Gesundheit und das Leben von Hunderten Kindern in Steglitz. Tempo 30 ist eine einfache und wirksame Maßnahme, um Schulwege sicherer zu machen. Und es kostet kein Geld, die bestehende Regelung einfach beizubehalten.

Der Einwohnerantrag wird in die Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf eingebracht. Damit das Thema auf die Tagesordnung kommt, sind mindestens 1.000 Unterschriften von Einwohnerinnen und Einwohnern des Bezirks notwendig.

Alle Bürgerinnen und Bürger des Bezirks sind herzlich eingeladen, am 19. September beim Parking Day vor der Grundschule am Insulaner zu unterschreiben und so ein Zeichen für sichere Schulwege in Steglitz zu setzen.
 

Kontakt:
Netzwerk Schulwegsicherheit Steglitz-Zehlendorf
netzwerk.st-ze@schulweg.info
 

Download der Unterschriftenlisten unter
https://nordost.vcd.org/ziele/schulwegsicherheit/tempo30-albrechtstrasse und
https://www.bund-berlin.de/mitmachen/tempo30-albrechtstrasse

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news-19655 Wed, 10 Sep 2025 11:53:36 +0200 Pressemitteilung - VCD Nordost lädt ein zum internationalen Park(ing) Day 2025 am 19. September – Schulwegsicherheit besonders im Fokus /startseite/detail/pressemitteilung-vcd-nordost-laedt-ein-zum-internationalen-parking-day-2025-am-19-september-schulwegsicherheit-besonders-im-fokus „Parks statt Parkplätze“ 
Am 19. September 2025 findet in Berlin der internationale Park(ing) Day statt – ein eintägiges globales Experiment, bei dem engagierte Menschen aus der Zivilgesellschaft in Städten auf der ganzen Welt bestehende Parkplätze in einen temporären öffentlichen Park verwandeln. Sie alle möchten aufzeigen, wie Verkehrsflächen anders genutzt werden können und infrage stellen, wie viel Fläche künftig dem privaten Pkw eingeräumt werden soll.
Dabei kann grundsätzlich jede Person mitmachen, die eine bloße Abstellfläche für Fahrzeuge für die Dauer von ein paar Stunden kreativ zu einem lebendigen Raum für Begegnung umgestalten möchte. Es ist überraschend, wie viel Leben auf ca. 12 Quadratmetern möglich ist! Nähere Informationen zu diesen dezentralen Aktionen, den sogenannten „Parkings“, bietet die interaktive Karte auf https://www.parking-day-berlin.de – für die Eintragung eigener Projekte genügt eine kurze E-Mail an parking-day-berlin@vcd-nordost.de

„Freie Straßen auch für Kinder“ – zentrale Aktion zu Schulstraßen und Schulwegsicherheit
Zusätzlich zu diesen kleineren Events lädt der VCD Nordost in diesem Jahr ganz herzlich zur zentralen Auftaktaktion ein: In Kooperation mit der Grundschule am Insulaner und dem Netzwerk Schulwegsicherheit Steglitz-Zehlendorf wird der Hanstedter Weg in Berlin-Steglitz ab den frühen Morgenstunden komplett für den Verkehr gesperrt, um Schulgemeinschaft und Besuchenden einen sicheren, lebendigen Aufenthaltsraum zu bieten.
„Gerade im Hinblick auf den Beginn des neuen Schuljahres und die vielen hundert Kinder, die im vergangenen Jahr auf Berlins Straßen Opfer von Verkehrsunfällen wurden, ist es unerlässlich, alternative Verkehrskonzepte aufzuzeigen, die sich in anderen Ländern bereits seit Jahren bewährt haben“, sagt Judith von Falkenhausen, Sprecherin des VCD Nordost.
„Unsere Schulstraßen-Demo soll ein Bild davon vermitteln, wie ein entspanntes und sicheres Ankommen in der Schule aussehen könnte, wenn die Straßen nicht von Autos bedrängt werden und die Sicherheit aller Menschen im Fokus stände – wie dies in Paris oder Helsinki bereits erfolgreich der Fall ist,“ ergänzt Friso Friese, ehrenamtliches Gründungsmitglied des Netzwerk Schulwegsicherheit Steglitz-Zehlendorf.

Hintergrund: Schulwegsicherheit als zentrale Forderung des VCD Nordost
Als Teil des „Kidical Mass“-Aktionsbündnisses setzt sich der VCD seit Jahren aktiv für mehr Schulwegsicherheit ein und informiert auf seiner Website ausführlich zu verschiedenen Formen von Schulstraßen in Berlin https://nordost.vcd.org/ziele/schulwegsicherheit/schulstrassen-in-berlin
„Wir fordern die Politik auf, sich verstärkt für die Belange der schwächsten Verkehrsteilnehmenden einzusetzen. Auch die CDU betont immer wieder konsequent den Sicherheitsaspekt – bisher hat nur niemand schlüssig erklären können, inwieweit die Kürzungen bei Rad- und Fußwegen oder der Straßenbahn sowie die Rückkehr zu Tempo 50 auf zahlreichen Hauptstraßen der Verkehrssicherheit dient“, so VCD-Landesvorsitzender Heiner von Marschall.

Programm-Highlights der zentralen Aktion
Das Programm im Hanstedter Weg beginnt um 07:30 Uhr und läuft bis in den frühen Nachmittag. 
Geboten werden:

  • Podiumsdiskussionen mit hochrangigen Vertreter:innen aus Politik und Mobilitätsinitiativen
  • Eine mobile Ausstellung zum Thema „Schulstraßen in Berlin“
  • Musikalische Beiträge aus der Schulgemeinschaft
  • Informationsstände verschiedener Verbände (BUND, ADFC, Bündnis Temporäre Spielstraßen, Verkehrsentscheid) rund um umweltfreundliche Mobilität
  • Für Kinder: Fahrrad-Parcours, Spiel- und Bewegungsangebote, Verkehrsquiz-Glücksrad
     

Diese Aktion setzt ein starkes Zeichen dafür, wie temporäre Umgestaltung von Verkehrsflächen nicht nur Sicherheit, sondern auch lebendige Begegnung fördern kann. 
Der VCD Nordost freut sich auf zahlreiche Teilnehmende und kreative Umsetzungsformen.

Wesentliche Fakten im Überblick

Was?Information
VeranstaltungInternationaler Park(ing) Day 2025 
DatumFreitag, 19. September 2025
Ort

1.) dezentral: berlinweit, siehe https://www.parking-day-berlin.de  

2.) zentral: Grundschule am Insulaner, Hanstedter Weg, Berlin-Steglitz, siehe https://nordost.vcd.org/startseite/detail/parking-day-aktion-an-grundschule-in-steglitz

Fokus der AuftaktaktionTemporäre Schulstraße zur Förderung von Schulwegsicherheit
Programmmobile Ausstellung „Schulstraßen in Berlin“, Podiumsdiskussion, Musik, Infostände, Fahrrad-Parcours, Verkehrsquiz
ZeitrahmenAb 07:30 Uhr bis in den frühen Nachmittag

 

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news-19610 Tue, 02 Sep 2025 14:50:00 +0200 Der VCD Nordost lädt ein zum internationalen Park(ing) Day 2025 /startseite/detail/der-vcd-nordost-laedt-ein-zum-internationalen-parking-day-2025 Der Park(ing) Day ist ein eintägiges globales Experiment, bei dem engagierte Menschen aus der Zivilgesellschaft in Städten auf der ganzen Welt bestehende Parkplätze in einen temporären öffentlichen Park verwandeln.

Sie alle möchten aufzeigen, wie Verkehrsflächen anders genutzt werden können und infrage stellen, wie viel Fläche künftig dem privaten Pkw eingeräumt werden soll.

Dabei kann grundsätzlich jede*r mitmachen, der/die eine bloße Abstellfläche für Fahrzeuge für die Dauer von ein paar Stunden zu einem lebendigen Raum für Begegnung umwidmen möchte: Vom Verlegen des eigenen Schreibtisches auf den Parkplatz vor dem Büro bis zur Betreuung einer vorübergehenden Spielfläche für Kinder ist auf dem ansonsten komplett durch Autos belegten Parkstreifen alles denkbar. Es ist überraschend, wie viel Leben auf ca. 12 Quadratmetern möglich ist!

In Berlin informieren wir zu diesen dezentralen Aktionen auf der von uns gepflegten Park(ing) Day Website – wer ein eigenes Park(ing) plant, meldet uns dies gerne kurz per E-Mail, damit wir einen entsprechenden Hinweis auf der interaktiven Karte platzieren können.

Zusätzlich zu diesen kleineren lokalen Events lädt der VCD Nordost in diesem Jahr ganz herzlich zur zentralen Aktion ein:

Dieses Jahr dreht sich hier alles um das Thema Schulstraßen, das dem VCD als Teil des Kidical Mass-Aktionsbündnisses besonders am Herzen liegt.

In Kooperation mit der Grundschule am Insulaner und dem Netzwerk Schulwegsicherheit Steglitz-Zehlendorf haben wir für den Vormittag eine Demonstration im Hanstedter Weg angemeldet, um unserer Forderung für mehr Schulwegsicherheit Nachdruck zu verleihen.

Dabei wird die Straße ab den frühen Morgenstunden sowohl für den fließenden als auch ruhenden Verkehr gesperrt sein, um der Schulgemeinschaft und den anwesenden Verbänden einen sicheren und lebendigen Aufenthaltsraum zu gewährleisten.

Neben Podiumsdiskussionen mit hochrangigen Politikvertreter*innen und einer mobilen Ausstellung zu „Schulstraßen in Berlin“ erwartet die Besucher*innen ein buntes Programm mit musikalischen Beiträgen aus der Schulgemeinschaft und verschiedenen Informationsständen zum Thema umweltfreundliche Mobilität.

Speziell für Kinder wird es u.a. einen Fahrrad-Parcours und weitere Bewegungsangebote sowie ein Verkehrsquiz-Glücksrad für unterschiedliche Altersstufen geben.

Die Aktivitäten finden ab 07:30 Uhr morgens bis zum frühen Nachmittag statt.

Wir freuen uns auf Eure rege Teilnahme!

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news-19520 Mon, 11 Aug 2025 15:14:01 +0200 Radverkehr auf Sparflamme – Berlin verfehlt eigene Sicherheitsziele dramatisch /startseite/detail/radverkehr-auf-sparflamme-berlin-verfehlt-eigene-sicherheitsziele-dramatisch Der VCD Nordost kritisiert scharf den dramatischen Stillstand beim Ausbau des Berliner Radwegenetzes. Statt die im Berliner Radverkehrsplan festgelegten 100 Kilometer neuer Radwege im Vorrangnetz pro Jahr umzusetzen und die von der Vorgängerregierung zusätzlich beschlossene Zielmarke von 200 Kilometern zu erreichen, wurden im ersten Halbjahr 2025 lediglich 3,6 Kilometer fertiggestellt – nochmals weniger als im ohnehin schwachen Vorjahreszeitraum mit 4,2 Kilometern. Die aktuelle Senatsverwaltung zeigt bislang keine erkennbaren Anstrengungen, diese Lücke zu schließen.

„Wer die Vision Zero ernst nimmt, darf beim Radwegebau nicht auf der Bremse stehen“, sagt Heiner von Marschall, Landesvorsitzender des VCD Nordost. „Jeder fehlende sichere Radweg bedeutet ein erhöhtes Risiko für Radfahrende – und ist ein politisches Versäumnis sowie ein klarer Bruch mit den eigenen gesetzlichen Zielen im Berliner Mobilitätsgesetz und Radverkehrsplan.“

Von 200 Kilometern Ziel auf bestenfalls 21,5 Kilometer Realität
Laut aktuellem Bericht des landeseigenen Unternehmens Infravelo sind für 2025 lediglich 29 Projekte mit 17,6 Kilometern Länge fest eingeplant. Selbst wenn alle davon bis Jahresende fertig würden – was angesichts zahlreicher Verzögerungen fraglich ist – käme Berlin in diesem Jahr auf bestenfalls 21,5 Kilometer neue Radwege. Im schlechtesten Fall würden es nur 15,6 Kilometer werden.

Besonders alarmierend: In Reinickendorf und Spandau wird in diesem Jahr kein einziger neuer Radweg entstehen. Damit bleiben große Teile der Stadt ohne Fortschritte bei der Radverkehrssicherheit.

Finanzielle Kürzungen und politische Blockaden
Neben technischen und planerischen Hürden trägt vor allem die Streichung von Haushaltsmitteln durch die schwarz-rote Koalition dazu bei, dass Projekte nicht umgesetzt werden können. Dabei sind die „einfachen“ Abschnitte bereits weitgehend gebaut – übrig bleiben komplexere Projekte, die mehr Ressourcen erfordern.

„Anstatt diesen überschaubaren Aufwand – der im Vergleich zu anderen Verkehrsprojekten gering ist – entschlossen anzupacken, wird gekürzt, verschoben und kleingeredet. Das Ergebnis: Die selbst gesteckten Sicherheitsziele des Landes werden Jahr für Jahr verfehlt“, so Judith von Falkenhausen, Sprecherin des VCD Nordost.

VCD Nordost fordert: Konsequente Umsetzung statt Minimalbilanz
Der VCD Nordost fordert von Senat und Bezirken, den Ausbau verbindlich zu beschleunigen – mit klaren Zwischenzielen, jährlichem Monitoring und gesicherter Finanzierung. Dazu gehören:

  • Jährlich verbindliche Ausbauziele mit öffentlicher Fortschrittskontrolle
  • Umsetzung des Fahrrad-Vorrangnetzes gemäß § 42 Berliner Mobilitätsgesetz
  • Sichere, baulich getrennte Radwege an Hauptstraßen
  • Keine „Nullbilanz“-Bezirke: Jeder Bezirk muss jährlich neue sichere Infrastruktur schaffen
  • Verbindliche Finanzierungszusagen für komplexe Projekte, statt Kürzungen

„Sicherheitsinfrastruktur ist keine Kür, sie ist Pflicht. Wer an der Sicherheit spart, gefährdet Menschenleben – und untergräbt das Vertrauen in die Verkehrspolitik dieser Stadt“, betont von Marschall.

Pressekontakt VCD Nordost:
Heiner von Marschall, Landesvorsitzender
Email: heiner.v.marschall@vcd-nordost.de Tel: 0174 465 65 23

www.vcd-nordost.de

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Der VCD (Verkehrsclub Deutschland) setzt sich ein für Mobilität für Menschen, ein positives Miteinander aller Verkehrsarten und eine ökologische Verkehrswende. Schwerpunkte sind dabei die Förderung des Umweltverbundes (ÖPNV, Fahrrad und Fußverkehr) und mehr Verkehrssicherheit gerade auch für die schwächeren Verkehrsteilnehmer: Kinder, Ältere und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.

Der VCD Nordost ist der Landesverband für Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

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news-19502 Thu, 07 Aug 2025 12:00:29 +0200 Petitionsaufruf: Der Radweg auf der Kantstraße muss bleiben /startseite/detail/petitionsaufruf-der-radweg-auf-der-kantstrasse-muss-bleiben Die Berliner Kantstraße hat durch den geschützten Radweg an Lebensqualität gewonnen: Weniger Verkehrslärm, mehr Sicherheit, ein angenehmeres Klima für Fußgängerinnen, Radfahrerinnen und die vielen kleinen Läden, Cafés und Restaurants entlang der Straße.

Nun plant der Berliner Senat den Rückbau des Radwegs zugunsten einer gemeinsamen Bus- und Fahrradspur. Das bedeutet:

Mehr Autoverkehr und Lärm
Weniger Sicherheit für Radfahrer*innen
Umsatzeinbußen für lokale Gewerbe
Ein Rückschritt in Sachen Klimaschutz und Stadtqualität
In der Petition der Change.Org wird gefordert:

  • Der geschützte Radweg auf der Kantstraße muss erhalten bleiben!
  • Kein Rückschritt bei nachhaltiger Mobilität und lebenswerter Stadtgestaltung!
  • Beteiligung der Anwohner*innen und Gewerbetreibenden an der Verkehrsplanung!

Unterzeichne jetzt – für eine sichere, lebendige und zukunftsfähige Kantstraße!

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news-19496 Wed, 06 Aug 2025 13:53:10 +0200 Pressemitteilung - VCD fordert: Deutschlandticket endlich dauerhaft sichern! /startseite/detail/pressemitteilung-vcd-fordert-deutschlandticket-endlich-dauerhaft-sichern Die Bundesregierung hat heute einen Entwurf zur Novelle des Regionalisierungsgesetzes beschlossen, der das Deutschlandticket bis 2026 sichert. Dabei soll es laut Koalitionsvertrag mindestens bis Ende 2029 bestehen bleiben. Zugleich bleibt der Bund bei seiner Kofinanzierung von 1,5 Milliarden Euro. Damit ist der Konflikt programmiert, da Bund und Länder die Mehrkosten noch nicht aufgeteilt haben. Für den ökologischen Verkehrsclub VCD reicht das alles nicht für ein dauerhaftes Ticket zu einem stabilen Preis. Die Bundesvorsitzende des VCD, Kerstin Haarmann, kommentiert.

Berlin, 6. August 2025. Eine Novelle des Regionalisierungsgesetzes ist überfällig, doch der bisherige Text enttäuscht. Wenn das Deutschlandticket gerade mal bis 2026 verlängert wird, dann heißt das: Nach der Novelle ist vor der Novelle, und nächstes Jahr geht der Krampf von vorne los. Fehlt der Bundesregierung der Mut, das Ticket mindestens bis 2029 zu sichern, wie es der Koalitionsvertrag verspricht? Effizienz sieht anders aus, wenn das Gesetz schon nächstes Jahr wieder angefasst werden muss.

Auch die Finanzierung ist noch immer ungeklärt – der Anteil des Bundes bleibt weiterhin bei 1,5 Milliarden Euro gedeckelt. Mit den zu erwartenden Mehrkosten werden also die Länder allein gelassen. Ihnen bleibt dann die Wahl, mehr zu zahlen oder den Preis abermals zu erhöhen. Ersteres wollen die Länder nicht, letzteres hätte fatale Folgen: Schon nach der letzten Preiserhöhung wurden eine Million Abos gekündigt – gerade von Jüngeren, die meist nicht viel Geld haben.

Jetzt stehen Bundestag und Bundesrat in der Pflicht, den Entwurfstext zu überarbeiten. Sie müssen das Ticket dauerhaft im Gesetz verankern und die Kostenverteilung zwischen Bund und Ländern verlässlich regeln – damit das alljährliche Feilschen bis auf den letzten Drücker ein Ende hat. Sonst bleiben die Kunden verunsichert und das Deutschlandticket leidet darunter.

Außerdem fordern wir die Parlamentskammern auf, eine bundesweite Regelung für ein Jugend-, Azubi- und Sozialticket ins Gesetz zu schreiben, das maximal 29 Euro im Monat kosten darf. Kinder bis 14 Jahre sollten den Nah- und Regionalverkehr kostenlos nutzen können. Denn Mobilität darf kein Luxus sein – sie ist allen zu ermöglichen, damit alle am gesellschaftlichen Leben teilhaben können.

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news-19465 Fri, 01 Aug 2025 09:30:35 +0200 Halbjahresbilanz 2025 der Deutschen Bahn: Wie kommt sie aus der Krise? /startseite/detail/halbjahresbilanz-2025-der-deutschen-bahn-wie-kommt-sie-aus-der-krise Heute hat die Deutsche Bahn ihre Halbjahresbilanz 2025 vorgestellt. Die Pünktlichkeit der DB-Fernzüge ist leicht gestiegen auf 63,4 Prozent (2024: 62,7 Prozent; 2023: 68,7 Prozent). Die Verluste sind etwas geringer ausgefallen. Auch die Fahrgastzahlen im Fernverkehr sind leicht gestiegen auf 66,3 Prozent (2024: 64,2 Prozent). Matthias Kurzeck, Bundesvorsitzender des ökologischen Verkehrsclubs VCD, kommentiert:

Berlin, 31. Juli 2025. „Die Pünktlichkeitswerte im DB-Fernverkehr sind nur leicht gestiegen. Die DB muss mit höchster Anstrengung ihre Infrastruktur sanieren, modernisieren und ausbauen, damit die Pünktlichkeit sich deutlich verbessert und auf hohem Niveau stabilisiert.

Mit den Generalsanierungen allein ist es allerdings nicht getan. Auch Nebenstrecken und vor allem die Stellwerke müssen einen besseren Zustand erreichen. Der Bund stellt mit dem Sondervermögen hierfür eine Rekordsumme bereit. Die Bauunternehmen müssen dringend in Maschinen und Neueinstellungen investieren, um in den kommenden Jahren immer mehr Sanierungen durchführen zu können. Das wird aber nur erfolgen, wenn dafür die Mittel für mindestens 10 Jahre im Voraus gesichert vom Bund bereitgestellt werden.

Das bundeseigene Bahnunternehmen muss seine Hausaufgaben auch jenseits der Infrastruktur machen. So sind unter anderem Züge besser und rechtzeitig bereit zu stellen, um die Pünktlichkeit zu verbessern. Zudem sehen wir, dass die DB die Kapazität ihrer Fernverkehrsflotte nicht wird halten können – es sei denn ausgemusterte Züge werden durch Neuanschaffungen adäquat ersetzt. Nur eine verlässliche Bahn mit gutem Angebot kann das Rückgrat der Verkehrswende sein.“

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news-19462 Thu, 31 Jul 2025 10:20:36 +0200 Verkehrsclub testet Rufbusse und fordert mehr Zuverlässigkeit /startseite/detail/verkehrsclub-testet-rufbusse-und-fordert-mehr-zuverlaessigkeit Mit der im Frühjahr 2023 von Mecklenburg-Vorpommern gestarteten Mobilitätsoffensive für Bahnen und Busse gehört auch ein flächendeckendes Rufbussystem in den Landkreisen als wesentlicher Bestandteil dazu. Vorreiter bei diesem Angebot war seit 2019 die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP), die 2024 immerhin mehr als 121.000 Fahrten in ihren Kleinfahrzeugen registrieren konnte. Für VCD-Aktive aus dem Landesverband Nord war das im Juli 2025 Anlass, für einen Konzertbesuch das bereits etablierte Rufbusangebot im Landkreis Ludwigslust-Parchim zu nutzen. Leider gab es bei der Buchung auch eine Ernüchterung, da mehrfach der Hinweis gegeben wurde, dass die Fahrten bereits ausgebucht sind. Für den VCD Nordost und Nord besteht hier ein Nachsteuerungsbedarf, da auch für Rufbusfahrten eine Beförderungspflicht bei einer Anmeldung besteht.

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news-19461 Thu, 31 Jul 2025 09:28:56 +0200 Pressemitteilung - Bundeshaushalt 2026 – nachhaltige Mobilität bleibt auf der Strecke und seriöse Infrastrukturfinanzierung wird für Wahlgeschenke geopfert /startseite/detail/pressemitteilung-30072025-1609-bundeshaushalt-2026-nachhaltige-mobilitaet-bleibt-auf-der-strecke-und-serioese-infrastrukturfinanzierung-wird-fuer-wahlgeschenke-geopfert Das Bundeskabinett hat heute den Entwurf für den Bundeshaushalt 2026 beschlossen. Der ökologische Verkehrsclub VCD sieht darin zwar richtige Ansätze, insgesamt jedoch viele verpasste Chancen für eine nachhaltige Verkehrspolitik. Straßen und Schienen müssen dringend saniert und das Bahnnetz ausgebaut werden, um die Infrastruktur zukunftsfest zu machen. „Nur so können wir verhindern, dass Brücken einstürzen oder gesperrt werden müssen“, warnt die VCD-Bundesvorsitzende Kerstin Haarmann. 

Berlin, 30. Juli 2025. „Wir stehen erst am Anfang eines langen Weges, um die Verkehrsinfrastruktur in einen guten Zustand zu bringen“, sagt die VCD-Bundesvorsitzende Kerstin Haarmann. „Dabei muss die Sanierung bestehender Straßen Vorrang haben. Tausende Brücken sind marode – wir schaffen es kaum, sie rechtzeitig in Stand zu setzen. Wer da vom Aus- und Neubau von Straßen träumt, hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden. Die Straßen entlasten wir vor allem dann, wenn wir das Schienennetz ausbauen und so den Verkehr verlagern. Auch bei dichten, sicheren und komfortablen Fuß- und Radwegenetzen sind wir noch lange nicht bei den nötigen Investitionen von insgesamt einer Milliarde Euro, wie von den Verkehrsminister*innen der Länder und Verbände seit 2022 immer wieder gefordert.“

Bei der Deutschen Bahn soll künftig auf Eigenkapitalerhöhungen verzichtet werden - das ist aus Sicht des VCD richtig, denn: die deutschen Trassenpreise zählen bereits zu den höchsten in Europa und durch Eigenkapitalerhöhungen würden sie weiter steigen. Die Mittel für Aus- und Neubau der Schieneninfrastruktur fließen jedoch nicht in der erforderlichen Höhe in Form von Baukostenzuschüssen - auch wenn diese steigen. Die Mittel für die Bahnsanierung werden dem Sondervermögen entnommen, während der Verkehrsetat im regulären Bundeshaushalt um acht Milliarden gekürzt wird. „Dies ist nicht nur ein Verschiebebahnhof, sondern äußerst unseriös: notwendige laufende Ausgaben der Schienenverkehrsinfrastruktur, die zudem auch noch Unterhalts- und Folgekosten nach sich ziehen, in ein einmaliges, zeitlich begrenztes, Sondervermögen auszulagern, um statt dessen die eingesparten Mittel im Verkehrsetat für konsumtive Wahlgeschenke wie den ermäßigten Mehrwertsteuersatz auf Gastronomierechnungen oder die erweiterte Mütterrente ausgeben zu können. Da hat sich der Bundesverkehrsminister wohl dem Bundesfinanzminister beugen müssen. Dass das Sondervermögen zusätzliche Maßnahmen finanzieren sollte, wird schlicht ignoriert“, so Kerstin Haarmann. Der Radverkehr soll künftig auch über den Klima- und Transformationsfonds (KTF), finanziert werden, während das bisherige Sonderprogramm Stadt und Land ebenfalls aus dem regulären Verkehrsetat gestrichen wird. Der ÖPNV-Titel im KTF wird gesenkt, ohne dass an anderer Stelle Mittel aufgestockt werden.

Gleichzeitig steigt die Summe für die Straßen gegenüber 2025 leicht auf 15,8 Milliarden Euro. Das ist viel Geld – der VCD warnt davor, es für den Straßenaus- und -neubau zu verwenden statt für notwendige Brückensanierungen. Außerdem sind darin etwas mehr als drei Milliarden Euro aus der Lkw-Maut enthalten, die ursprünglich der Schiene zugutekommen sollten. Diese Mittelverschiebung ist aus Sicht des Verbands nach wie vor falsch.

Fazit: „Es fehlt eine Strategie, wie Bus, Bahn, Fahrrad und Fußverkehr langfristig gestärkt werden sollen. Dazu gehört für uns eine überjährige Finanzierung der Schiene in Infrastrukturfonds. Das wird uns nach dem Auslaufen des Sondervermögens auf die Füße fallen, wenn jetzt nicht nachgesteuert wird“, erläutert Haarmann.

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news-19457 Tue, 29 Jul 2025 13:44:27 +0200 Mahnwachen vom 26. Juli /startseite/detail/mahnwachen-vom-26-juli news-19443 Fri, 25 Jul 2025 11:19:12 +0200 Mahnwachen für getötete Fußgänger*innen am Samstag, 26. Juli 2025 /startseite/detail/mahnwachen-fuer-getoetete-fussgaengerinnen-am-samstag-26-juli-2025-1 Wir gedenken der drei im Straßenverkehr getöteten Mitmenschen mit der Aufstellung von mahnenden Figuren, und fordern eine Verkehrsplanung, die im Sinne der #VisionZero keine schweren Unfälle und keine Verkehrstoten nach sich zieht.

Die Mahnwachen finden am Samstag den 26. Juli statt.

Die Mahnwache für die getötete 65-jährige Fußgängerin findet in Oberschöneweide An der Wuhlheide (Höhe Tramhaltestelle Nixenstraße) um 16:00 Uhr statt.

Die Mahnwache für den getöteten 68-jährigen Fußgänger findet in Biesdorf an der Allee der Kosmonauten / Ecke Poelchaustraße um 17:30 Uhr statt.

Die Mahnwache für die getötete 89-jährigen Fußgängerin findet in Marzahn an der Allee der Kosmonauten / Ecke Pekrunstraße um 18:15 Uhr statt.

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news-19420 Fri, 18 Jul 2025 10:26:25 +0200 Petitionsaufruf: Nextbike für Berlin retten - Deutschlandticket sichern! /startseite/detail/petition-nextbike-fuer-berlin-retten-deutschlandticket-sichern Die Stadt Berlin streicht die Förderung für das beliebte nextbike-Angebot für Studierende – und spart an der falschen Stelle. Gerade in Zeiten von Klimakrise und steigenden Lebenshaltungskosten braucht es soziale & ökologische Mobilität!
Als offizieller Unterstützer des Nachhaltigkeitsbüro HU-Berlin befürwortet der VCD Nordost die Petition: Nextbike für Berlin retten - Deutschlandticket sichern

Mit dieser Petition wird das Land Berlin dazu aufgefordert:

  • weiterhin mindestens 1,5 Mio. € pro Jahr für die Förderung von Leihfahrrädern bereitzustellen.
  • sich für den Erhalt eines sozialverträglichen Deutschlandtickets von Studierenden und alle Berliner:innen einzusetzen.
     
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news-19391 Thu, 10 Jul 2025 16:14:00 +0200 Das war die VCD Exkursion in Plau am See! /startseite/detail/das-war-die-vcd-exkursion-in-plau-am-see Ganzjähriger Verkehr am Karower Kreuz

Am 28. Juni 2025 reisten Mitglieder und Unterstützerinnen und Unterstützer der VCD-Landesverbände Nordost und Brandenburg gemeinsam mit der Bürgerinitiative (BI) Südbahn nach Plau am See. Ziel war es, sich vor Ort ein Bild vom Potenzial der Bahnstrecke rund um das Karower Kreuz zu machen und ein klares Signal an die Landes- und Bundespolitik zu senden. Die Reaktivierung und der Ausbau der Südbahn sind längst überfällig. Die Exkursion war Teil einer öffentlichkeitswirksamen Aktion, mit der der VCD und die BI Südbahn auf die Bedeutung des Karower Kreuzes als zukunftsweisenden Verkehrsknotenpunkt aufmerksam machten.

Austausch am Bahnhof, Diskussion im Rathaus: klare Botschaften für die Mobilitätswende

Die Exkursion begann mit einer Auftaktaktion am Bahnhof in Plau am See, anschließend ging es gemeinsam zum Rathaus. Dort begrüßte Bürgermeister Sven Hoffmeister die Gruppe und betonte die große Bedeutung der Bahnverbindung für die Stadt und die gesamte Region – sowohl für Pendlerinnen und Pendler als auch für den Tourismus. Im Ratssaal folgten Beiträge von Vertreterinnen und Vertretern des VCD, der BI Südbahn sowie aus der Landespolitik. Wolfgang Waldmüller (Mitglied des Landtages MV), Christian Brade (Mitglied des Landtages MV) und Astrid Becker (Bürgermeisterin von Lübz) betonten, dass der ländliche Raum bei der Infrastruktur nicht länger vernachlässigt werden dürfe. Heiner von Marschall, Landesvorsitzender des VCD Nordost, forderte einen stufenweisen Ausbau der Strecke ohne lange Sperrpausen. Nötig seien klare politische Entscheidungen für einen Betrieb an 365 Tagen im Jahr. Constantin Pitzen von der Fahrplangesellschaft hob die Bedeutung einer abgestimmten Taktung zwischen Zug- und Busverkehr hervor, um die Region zuverlässig zu erschließen.

Gutachten bestätigt Wirtschaftlichkeit – auch bei Elektrifizierung

Ein zentrales Thema war das Gutachten, das die Länder Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg beauftragt haben. Auch wenn es offiziell noch nicht veröffentlicht ist, zeigen Informationen aus dem Brandenburger Landtag: Der Nutzen übersteigt die Kosten – sowohl bei einer Modernisierung für 80 km/h als auch bei einem Ausbau auf 160 km/h mit Elektrifizierung. Das Gutachten bietet damit eine verlässliche Grundlage, um Fördermittel vom Bund zu beantragen und konkrete Maßnahmen einzuleiten. Neben den politischen und fachlichen Inhalten kam auch das gemeinsame Erleben nicht zu kurz. Spaziergänge durch Plau am See und Waren (Müritz), ein Besuch am Bahnhof Karow, eine Stadtführung und Gespräche in kleiner Runde machten deutlich: Die Bahn hat in der Region nicht nur eine Vergangenheit, sondern vor allem Zukunft. Bei einem Fischbrötchen und einem Treffen im Brauhaus Müritz klang der Tag in offener und konstruktiver Atmosphäre aus.

Pressefotos

 

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news-19392 Thu, 10 Jul 2025 15:28:02 +0200 PM: Verkehrstote - innerorts vor allem Radfahrende und Zufußgehende, Kinder und Ältere besonders gefährdet /startseite/detail/pm-verkehrstote-innerorts-vor-allem-radfahrende-und-zufussgehende-kinder-und-aeltere-besonders-gefaehrdet Berlin, 10. Juli 2025

2.770 Menschen sind 2024 in Deutschland im Straßenverkehr getötet worden. Innerorts geschehen etwa ein Drittel der tödlichen Unfälle, hier waren allerdings zwei Drittel der im Verkehr Getöteten ungeschützt zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Die meisten Verkehrstoten waren – wie in den letzten Jahren – Autofahrende auf Landstraßen, die es in Stadtstaaten wie Berlin nicht gibt. Insgesamt ist die Zahl der Verkehrstoten 2024 leicht zurückgegangen. Die Zahl getöteter Kinder und auch Senior:innen ist dagegen angestiegen.

Gemeinsam mit ADFC Berlin, Changing Cities und FUSS e.V. führt der VCD Nordost am kommenden Samstag, den 12.07., wieder mehrere Mahnwachen für jüngst im Berliner Straßenverkehr getötete Fußgänger:innen durch:

  1. 15:30 Uhr in Dahlem, Clayallee 229, für einen 24-jährigen getöteten Fußgänger, die/der Unfallverursacher:in beging Fahrerflucht (https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2025/pressemitteilung.1575449.php)
  2. 17:00 Uhr in Mariendorf, Mariendorfer Damm / Ecke Sandsteinweg, für ein durch einen Abbieger getötetes Ehepaar, 88 und 87 Jahre alt, das zu Fuß die Straße überquerte (https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2025/pressemitteilung.1574983.php)
  3. 18:30 Uhr in Mitte, Ebertstraße / Ecke Lennéstraße, für einen 83-Jährigen, der von einem Motorrad angefahren wurde, das zuvor mit überhöhter Geschwindigkeit auf dem Hinterrad gefahren war, und der zwei Tage später im Krankenhaus verstarb (https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2025/pressemitteilung.1558973.php)

Im laufenden Jahr zählen wir in Berlin zur Mitte des Jahres bereits wieder 19 Verkehrstote, davon waren 11 zu Fuß unterwegs. Überproportional trifft es ältere Menschen.

„Mit unserem mahnenden Gedenken fordern wir vom Senat einen deutlich stärkeren Einsatz für Verkehrssicherheit und die #VisionZero: keine Toten und Schwerverletzten mehr im Straßenverkehr“ erklärt Heiner von Marschall, Landesvorsitzender des VCD Nordost. „Besonders gefährdet sind Kinder und Ältere, die ungeschützt zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Die Kürzungen beim Ausbau einer sicheren Fahrradinfrastruktur oder auch bei Tramlinien und die Tatsache, dass der Fußverkehrsplan nicht vorankommt, sind für uns völlig unverständlich. Dass Radwege wie derjenige in der Kantstraße sogar zurückgebaut werden sollen, während teure Autostraßen wie A100 oder die TVO weitergeplant werden, die noch mehr Kfz-Verkehr in die Stadt bringen, zeigt eine völlig falsche Prioritätensetzung, die jedenfalls nicht im Interesse der Verkehrssicherheit ist“, so von Marschall weiter. Der Fußverkehrsplan ist im Berliner Mobilitätsgesetz verankert und soll verbindliche Standards zur konkreten Verbesserung des Fußverkehrsnetzes über einen Zeitraum von zunächst fünf Jahren festlegen.

In Berlin war die Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2024, dem Jahr nach Auto-Wahlkampf und Regierungswechsel, deutlich angestiegen. Der VCD Nordost führt dazu auf seiner Website jährliche Listen, in denen die Entwicklung transparent nachvollziehbar öffentlich dargestellt wird: https://nordost.vcd.org/ziele/verkehrssicherheit/verkehrstote-in-berlin

Über den VCD Nordost
Der VCD (Verkehrsclub Deutschland) setzt sich ein für Mobilität für Menschen, ein positives Miteinander aller Verkehrsarten und eine ökologische Verkehrswende. Schwerpunkte sind dabei die Förderung des Umweltverbundes (ÖPNV, Fahrrad und Fußverkehr) und mehr Verkehrssicherheit gerade auch für die schwächeren Verkehrsteilnehmer: Kinder, Ältere und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. 
Der VCD Nordost ist der Landesverband für Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

Kontakt für Rückfragen:
Heiner von Marschall
Landesvorsitzender VCD Nordost
E-Mail: heiner.v.marschall@vcd-nordost.de
Tel.: 0174 465 65 23

www.vcd-nordost.de

 

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