Bus & Bahn
VCD Nordost aktuell
Beim Parlamentarischen Abend des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) am 16. März in Schwerin diskutierten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verkehrsunternehmen und Verbänden über die Zukunft des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in Mecklenburg-Vorpommern (MV). Für den Verkehrsclub Deutschland (VCD) Nordost nahm Dr. Wilfried Kramer an der Podiumsdiskussion teil und machte deutlich, welche Schritte aus Sicht des Fahrgastverbands jetzt notwendig sind, um den Nahverkehr im Land für mehr Menschen attraktiv zu machen.
„Wir brauchen endlich einen landesweiten Tarifverbund, der Bus und Bahn in Mecklenburg-Vorpommern einfach und verlässlich verknüpft – vom Ostseestrand bis zur Seenplatte“, betonte Dr. Kramer. „Nur wenn Fahrgäste ohne Tarifgrenzen und komplexe Preisunterschiede unterwegs sein können, wird der ÖPNV zur echten Alternative zum Auto.“
Ein weiterer Schwerpunkt seines Beitrags war die Frage, wie neue Kundinnen und Kunden im Flächenland MV gewonnen werden können. Der VCD Nordost plädiert für gezielte Kampagnen zur Mobilitätswende im Berufs- und Freizeitverkehr: „Es reicht nicht, nur bestehende Fahrgäste zu halten oder vornehmlich Touristen aus anderen Bundesländern anzusprechen. Wir müssen aktiv dafür werben, dass mehr Menschen Busse und Bahnen nutzen – durch attraktive Angebote, besseren Takt und eine stärkere Vernetzung mit Rad- und On-Demand-Verkehren“, so Dr. Wilfried Kramer weiter.
Der VCD Nordost begrüßt, dass die Landespolitik die Weiterentwicklung des ÖPNV als zentrale Zukunftsaufgabe erkannt hat, mahnt jedoch entschlosseneres Handeln und eine gesicherte Finanzierung an. „Die Chancen sind da – mit dem Deutschlandticket, der Mobilitätsoffensive und neuen Kooperationen zwischen Verkehrsunternehmen. Jetzt kommt es darauf an, diese Angebote landesweit zu nutzen und die Strukturen dauerhaft zu verbessern“, fasst Dr. Wilfried Kramer zusammen.
Hintergrund:
Der Parlamentarische Abend des VDV Nord fand in diesem Jahr in Schwerin statt. Unter dem Thema „Mobilität im Wandel – Zukunft des ÖPNV in Mecklenburg-Vorpommern“ wurde ein Leistungskostengutachten vorgestellt, das den Finanzbedarf für den gesamten ÖPNV (SPNV und Bus und Tram) in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2040 aufzeigt. Während im Szenario Modernisierung ein Finanzbedarf von 1,27 Mrd. Euro pro Jahr ermittelt wurden, sind es beim Szenario Deutschlandtakt, das eine deutliche Ausweitung des Angebotes vorsieht, 1,57 Mrd. Euro pro Jahr. Im Jahr 2025 standen für den gesamten ÖPNV in MV Finanzmittel in Höhe von 461 Mio. Euro zur Verfügung, wobei 405,4 Mio. Euro aus dem Bundeshaushalt (88 %) stammen und lediglich 55,4 Mio. Euro Landesmittel waren.
Weitere Informationen zum VDV-Leistungskostengutachten