VCD Nordost aktuell

Rückblick: Aktion zum Saisonauftakt auf der Mecklenburgischen Südbahn

Gemeinsam mit der BI Südbahn nahmen der VCD Nordost und der VCD Brandenburg am Himmelfahrtstag (14.05.) den Auftakt des Saisonverkehrs zum Anlass, um zusammen mit Bürgermeister*innen und Landtagsabgeordneten für einen 365-Tage-Betrieb auf der Mecklenburgischen Südbahn sowie den Ausbau der Strecke Neustadt (Dosse) - Güstrow und attraktive Umsteigemöglichkeiten an den Knoten Karow (Mecklenburg) und Pritzwalk zu werben.

Aktuell wird der Ausbau der Strecke Neustadt (Dosse) – Güstrow in zwei Varianten diskutiert: für 80 km/h oder für 160 km/h. Für beide Varianten ist nach einer aktuellen Studie im Auftrag der beiden Länder Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern das Nutzen-Kosten-Verhältnis positiv. Die 80 km/h-Variante ist günstiger; dagegen würde die 160 km/h-Variante mehr als doppelt so viele Fahrgäste auf die Schiene bringen, da sie nicht nur kürzere Reisezeiten, sondern auch attraktive Umstiege ohne Wartezeit ermöglicht und zugleich eine Elektrifizierung der Strecke beinhaltet.

Verkehrsplaner Constantin Pitzen (VCD Brandenburg) kritisierte außerdem, dass die 160-km/h-Variante – obwohl sie für die Mobilitätswende deutlich mehr bringen würde – in der Kostenrechnung künstlich teuer gemacht wird. So ist zum Beispiel die Elektrifizierung der Strecke aus vielen Gründen wünschenswert, aber für den Personenverkehr nicht zwingend erforderlich – moderne Batteriezüge machen sie verzichtbar. Trotzdem werden ihre Kosten ausschließlich der 160-km/h-Variante angelastet. Gleiches gilt für mehrere Sanierungsmaßnahmen, die auf der Strecke ohnehin anfallen würden – unabhängig davon, welche Ausbaustufe letztlich gewählt wird. Rechnet man diese Kosten heraus, wird die leistungsfähigere Variante deutlich günstiger. Hinzu kommt: Auf großen Teilen der Strecke reichen bereits 120 km/h aus, um attraktive Umsteigeverbindungen zu ermöglichen. Diese Argumente gilt es nun gegenüber der Politik zu vertreten.

Die Bürgermeister*innen von Plau am See, Lübz, Krakow und Pritzwalk (Brandenburg) sowie die Landtagsabgeordneten Wolfgang Waldmüller (CDU) und Jutta Wegner (Grüne) unterstrichen in ihren Redebeiträgen die Bedeutung des Ausbaus der Strecke Neustadt (Dosse) – Güstrow mit attraktiven Anschlüssen am Knoten Karow (Mecklenburg) zur Südbahn und am Knoten Pritzwalk zum Prignitz-Express. Das verbesserte Schienenangebot käme nicht nur dem Tourismus als wichtigen Wirtschaftsfaktor zugute – vielmehr würden auch die Menschen vor Ort in ihrer Alltagsmobilität (auch auf den täglichen Arbeitswegen) von besseren Anschlüssen in die Metropolregionen Rostock, Hamburg und Berlin profitieren.

Für den VCD Nordost erklärte der Landesvorsitzende Heiner von Marschall, entscheidendes Kriterium sei ein Ausbau, der einen integralen Taktfahrplan im Rahmen des Deutschlandtakts ermöglicht. Kurze Reisezeiten und attraktive Umsteigemöglichkeiten ohne Wartezeit sind entscheidend, um möglichst viele Menschen vom Auto auf die Schiene zu holen. Anstatt die beiden Ausbauvarianten gegeneinander zu stellen, muss der integrale Takt das Kriterium für einen sinnvollen Kompromiss sein. 

Der VCD befürwortet eine Elektrifizierung der Strecke, auch wenn dies für den Taktfahrplan nicht zwingend ist. Die Sperrung der Strecke Berlin-Hamburg hat deutlich gezeigt, dass es mehr und bessere Umfahrungsstrecken braucht, um den Bahnverkehr auch bei Störungen und Baumaßnahmen resilienter zu machen. Das gilt insbesondere auch für den Güterverkehr.

Vor allem muss man aber auch jetzt schon die vorhandene Strecke beleben und nutzen, da der Ausbau nicht schnell gehen wird. So könnten noch in diesem Jahr die RB 74 über Meyenburg hinaus über Plau am See bis nach Karow (Mecklenburg) und die RB 15 von Waren über Malchow hinaus ebenfalls bis nach Karow (Mecklenburg) ganzjährig verlängert werden. In Karow (Mecklenburg) entstünden Anschlüsse an die Regiobuslinie 735 Richtung Plau am See und Krakow. Das wären deutliche Verbesserungen, ohne dass es zusätzlicher Fahrzeuge oder zusätzlichen Personals bedürfe.

Der Entscheidungsprozess für nachhaltige Mobilität auf der Schiene muss auch länderübergreifend vorangetrieben werden – gerade im Hinblick auf die Landtagswahl im September. Der VCD Nordost und die BI Südbahn haben vereinbart, ihre Zusammenarbeit dazu weiter zu verstärken.

Zum gemeinsamen Forderungspapier von VCD Nordost, VCD Brandenburg und der BI Südbahn.

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