VCD Nordost aktuell
Stralsund, den 19.03.2026 –
Die aktuelle Haltestellensituation am Stralsunder Hauptbahnhof sorgt weiterhin für Unmut bei Fahrgästen und Reisenden: Trotz der großen Bedeutung des Bahnhofs als Knotenpunkt im Bahnverkehr bleibt die Umsteigesituation zwischen Bahnen und Bussen unübersichtlich, zeitaufwendig und unkomfortabel. Fehlende Wegeleitung, lange Wege zu den drei verschiedenen Haltepositionen und eingeengte Fußwege durch Kfz-Verkehr und parallel verlaufende Fahrradstreifen erschweren Tag für Tag den reibungslosen Übergang im ÖPNV.
Bereits seit den neunziger Jahren wird in der Stralsunder Bürgerschaft über die Errichtung eines zentralen Busbahnhofs in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs diskutiert – eine Entscheidung zu den vorliegenden Planungen steht bis heute aus. Damit ist Stralsund derzeit die einzige Kreisstadt bzw. kreisfreie Stadt in Mecklenburg-Vorpommern mit direkter Bahnanbindung und ohne Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB).
Dabei ist der Bedarf offenkundig: Stralsund weist landesweit die meisten Halte von ICE- und IC-Zügen auf – und damit auch einen besonders hohen Anteil an Ortsunkundigen und Touristen. Der Hauptbahnhof ist ein wichtiger Umsteigepunkt im Regional- und Fernverkehr; entsprechend groß ist die Zahl der Reisenden, die vom Bahnverkehr auf städtische und regionale VVR-Buslinien wechseln. Eine klare Fahrgastlenkung, barrierefreie Wege und eine zentrale Haltestellenanordnung wären notwendig, um diesen Anforderungen gerecht zu werden und den Standort zukunftsfähig zu gestalten.
Der VCD Nordost fordert daher eine baldige Entscheidung der Bürgerschaft und eine zügige Umsetzung der bestehenden Planungen. Ein zentraler Busbahnhof würde nicht nur den Komfort für Fahrgäste verbessern, sondern auch Stralsunds Rolle als touristisches und verkehrliches Zentrum der Region stärken und das Umsteigen zwischen Bahn und Bus für alle Reisenden deutlich vereinfachen.
Als Sofortmaßnahme fordert der VCD Nordost von der Hansestadt Stralsund zwei konkrete Schritte: eine temporäre Verlagerung der Haltestelle für Busse in Richtung Altstadt unmittelbar vor den Bahnhofsvorplatz am Tribseer Damm sowie die Installation einer elektronischen Anzeigetafel mit Echtzeit-Abfahrten und Haltestelleninformationen.
„Beides lässt sich kurzfristig umsetzen und wäre an einem Bahnhof dieser Bedeutung längst überfällig. Reisende, die hier umsteigen, verdienen kurze Wege und klare Orientierung – nicht Sucherei auf einem unübersichtlichen Vorplatz. Wir erwarten, dass die Stadtverwaltung hier nicht länger zögert“, betont Dr. Wilfried Kramer vom Vorstand des VCD Nordost.
Wie bei der Errichtung eines zentralen Busbahnhofs und dem Bau eines Fahrradhauses in Bahnhofsnähe liegt auch hier die Verantwortung bei der Hansestadt Stralsund. Andere Städte in Vorpommern-Rügen – darunter Tribsees, Ribnitz-Damgarten und Milzow – haben zuletzt mit Landesförderung in eine moderne Infrastruktur für den VVR-Busverkehr investiert. In Stralsund hingegen scheint die Priorität bislang einseitig beim fließenden und ruhenden Kraftfahrzeugverkehr zu liegen. Dabei könnten auch ÖPNV-freundliche Ampelschaltungen und Busspuren den VVR-Verkehr rund um den Hauptbahnhof spürbar beschleunigen.
Der VCD Nordost appelliert an die Verantwortlichen in Bürgerschaft und Verwaltung: Stralsund könnte als touristisches und verkehrliches Zentrum der Region ein vorbildlicher ÖPNV-Knoten sein – es fehlt allein am politischen Willen, dieses Potenzial endlich zu heben.