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Pressemitteilung: Straße von gestern oder Mobilität für morgen? VCD Nordost fordert Kurswechsel bei der TVO

Berlin, den 07.05.2026 –

Beim Wuhlheidefest am Samstag, den 9. Mai 2026, ist der VCD Nordost mit einem Infostand vertreten – mitten in dem Wald und Naturschutzgebiet, das durch die geplante Tangentiale Verbindung Ost (TVO) massiv bedroht ist. Der ökologische Verkehrsclub fordert: Statt hunderte Millionen Euro in eine überdimensionierte Schnellstraße zu investieren, muss Berlin das Geld für eine zukunftsfähige Mobilitätswende nutzen.

„Die aktuellen Planungen für die TVO sind eine Mischung aus ideologischem Autowahn und Traumtänzerei bei völliger Verkennung der mobilitätspolitischen Notwendigkeiten unter den Bedingungen des Klimawandels. Es ist völlig unverständlich, warum der aktuelle Senat so verbissen daran festhält – zumal Berlin diese überdimensionierte Asphaltschneise alleine bezahlen müsste, da sie nicht förderfähig ist. Wenn Berlin überhaupt so viel Geld hat, dann sollte es klüger investiert werden“, 


sagt Heiner von Marschall, Landesvorsitzender des VCD Nordost.

Der VCD Nordost stellt nicht in Frage, dass die Verkehrssituation in Biesdorf entschärft werden muss. Im Gegenteil: Die Belastung der Köpenicker Straße ist für Anwohnende, Kinder und ältere Menschen nicht länger hinnehmbar. Dazu sollten die verschiedenen Verkehrsarten klug entflochten werden, um künftig eine bessere und sicherere Mobilität für alle zu erreichen.

Forderung 1: Schiene vor TVO!

Die aktuellen TVO-Planungen nutzen die Trasse, die seit langem für die Nahverkehrstangente (NVT) vorgesehen ist. Das ist eine Weichenstellung mit fatalen Folgen: Wird die Bahntrasse durch den Flächenverbrauch der TVO verbaut, gefährdet das die Realisierung der NVT dauerhaft. Damit würde ausgerechnet das Projekt blockiert, das den öffentlichen Nahverkehr im Berliner Südosten strukturell stärken und eine echte Alternative zum Auto bieten könnte.

Der VCD Nordost fordert deshalb: TVO und NVT müssen integriert geplant werden. Die Bahntrasse ist freizuhalten. Wer heute die Weichen für den Schienenverkehr von morgen verbaut, handelt nicht nur kurzsichtig – er verschläft Berlins Zukunft.

Forderung 2: Wenn TVO, dann stadtgerecht statt überdimensioniert

Die wertvollen Naturflächen der Wuhlheide dürfen nicht stärker als zwingend notwendig in Anspruch genommen werden. Wenn überhaupt, dann würde eine einspurige Kraftfahrstraße (je Richtung) ohne Einfahrten und Kreuzungen völlig ausreichen, um den motorisierten Durchgangsverkehr zwischen Marzahn und Spindlersfeld im gleichmäßigen Tempo stadtgerecht abzuwickeln. Eine vierspurige, autobahnähnliche Straße würde dagegen zusätzlichen überregionalen Verkehr anziehen und damit den Berliner Stadtverkehr zusätzlich belasten

Forderung 3: Wirksame Verkehrsberuhigung mit Fuß und Rad in Biesdorf

Eine neue Umgehungsstraße entlastet nur dann wirklich, wenn gleichzeitig sichergestellt wird, dass der Kfz-Durchgangsverkehr durch das Wohngebiet durch bauliche Maßnahmen tatsächlich wirksam unterbunden wird. Fahrradverkehr kann dann getrennt vom Autoverkehr sicher und attraktiv durch die Köpenicker Straße und die Rudolf-Rühl-Allee geführt werden und ÖPNV die Wohngebiete besser erschließen. 

Der VCD Nordost besteht darauf: Verkehrsberuhigung und Aufenthaltsqualität im Ortskern dürfen keine Versprechungen bleiben – sie müssen Bedingung sein, gerade auch für Ältere und Kinder auf dem Schulweg. 

Infostand beim Wuhlheidefest: kommen, reden, informieren

Das Wuhlheidefest findet am 9. Mai 2026 von 12 bis 19 Uhr auf dem Gelände der SJC Arena (An der Wuhlheide 161, 12459 Berlin) statt. Neben Musik, Sport, Kinderprogramm und Exkursionen durch die Wuhlheide gibt es ein vielfältiges Diskussionsprogramm – unter anderem ein Spotlight zur TVO und eine Podiumsdiskussion mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Parteien. Der VCD Nordost ist mit einem eigenen Infostand vor Ort und freut sich auf den Austausch mit Anwohnenden, Besucherinnen und Besuchern.

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