Nordost

Derzeit führt der VCD Nordost keine Projekte zum Thema Fußverkehr durch. Sollten Sie Zeit und Lust haben, sich in diesem Bereich zu engagieren und z.B. Kiezspaziergänge anzubieten, melden Sie sich gerne per E-Mail bei uns.

 

Bus & Bahn, Fußverkehr, Barrierefreie Mobilität
VCD Nordost aktuell

Berliner Hermannplatz als Beispiel geschlechter-ungleicher Mobilitätsbedingungen in fairkehr-Artikel

In der aktuellen Ausgabe der fairkehr, dem VCD-Magazin, beschreiben die Autor*innen Katharina Baum und Tim Albrecht eine typische Situation am U-Bahn-Eingang am Hermannplatz, um auf die Situation von Frauen im städtischen Verkehr aufmerksam zu machen.

 

Der Artikel "Zeit für eine Verkehrsministerin" beschreibt:

"BERLIN, HERMANNPLATZ: Asphalt und Beton ohne Ende, Fast-Food-Ketten, Spielhöllentristesse. Die Fassade des historischen Karstadt-Gebäudes erinnert nur flüchtig an den Glamour der Goldenen Zwanziger. Trotzdem pulsiert an der Grenze von Neukölln und Kreuzberg das Großstadtleben: Hier kommt jeder von woanders her und will woanders hin, im Leben wie im Alltag. Auf drei Spuren umkreisen Autos den Platz. Gleich zwei Busse der Linie M41 sammeln Fahrgäste an der angrenzenden Sonnenallee ein. Radfahrer*innen kreuzen den Zebrastreifen Richtung Hasenheide, wo Familien den Streichelzoo und Drogenkonsument*innen die Dealer*innen suchen. In der Kelleretage rattern die U-Bahnen.

Alles ist in Bewegung. Nur zwei stehen still: Zwei Frauen warten mit Kinderwagen vor dem Aufzughäuschen, ein Fahrstuhl ist nicht in Sicht. Als er endlich hochkommt, steigt nur eine von beiden ein. Schon unter normalen Bedingungen passen kaum zwei Kinderwagen in die Box aus Glas und Stahl. Selbst wenn man sich im Tetris-Stil miteinander arrangiert: Der Aerosolaustausch ist garantiert. Während die zweite Frau geduldig ausharrt, laufen die anderen Fahrgäste die breite Treppe hinunter, kramen ihre Masken heraus und verschwinden im U-Bahn-Hof."

fairkehr 1/2021, S. 15, Artikel auch online...

Diesem anschaulichen Beispiel folgt eine augenöffnende Analyse der Benachteiligungen von Frauen durch die Verkehrspolitik und Stadtplanung, der Bedarfe nach mehr Forschung und möglicher neuer Chancen und Ansätze.

Ein wichtiges Fazit: Entscheidungspositionen müssten künftig auch in der Verkehrspolitik häufiger mit Frauen besetzt sein!

Auch im Entscheidungsgremium unseres Landesverbandes, dem Landesvorstand, setzen wir uns dafür ein, dass die Richtungen künftig noch mehr aus weiblicher Perspektive vorgegeben werden, und rufen besonders Frauen auf, sich am 5. Juni bei der Jahresmitgliederversammlung als Vorstands-Kandidatinnen aufstellen zu lassen.

Die im Abstand von gut 2 Monaten erscheinende fairkehr erhalten Mitglieder kostenlos nach Hause, und sie kann auch in unserer Landesgeschäftsstelle abgeholt werden.

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