Fußverkehr, Verkehrssicherheit, Pressemitteilung
VCD Nordost aktuell

PM: Verkehrstote - innerorts vor allem Radfahrende und Zufußgehende, Kinder und Ältere besonders gefährdet

Drei Mahnwachen für getötete Fußgänger:innen an diesem Samstag (12.07.)

Berlin, 10. Juli 2025

2.770 Menschen sind 2024 in Deutschland im Straßenverkehr getötet worden. Innerorts geschehen etwa ein Drittel der tödlichen Unfälle, hier waren allerdings zwei Drittel der im Verkehr Getöteten ungeschützt zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Die meisten Verkehrstoten waren – wie in den letzten Jahren – Autofahrende auf Landstraßen, die es in Stadtstaaten wie Berlin nicht gibt. Insgesamt ist die Zahl der Verkehrstoten 2024 leicht zurückgegangen. Die Zahl getöteter Kinder und auch Senior:innen ist dagegen angestiegen.

Gemeinsam mit ADFC Berlin, Changing Cities und FUSS e.V. führt der VCD Nordost am kommenden Samstag, den 12.07., wieder mehrere Mahnwachen für jüngst im Berliner Straßenverkehr getötete Fußgänger:innen durch:

  1. 15:30 Uhr in Dahlem, Clayallee 229, für einen 24-jährigen getöteten Fußgänger, die/der Unfallverursacher:in beging Fahrerflucht (https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2025/pressemitteilung.1575449.php)
  2. 17:00 Uhr in Mariendorf, Mariendorfer Damm / Ecke Sandsteinweg, für ein durch einen Abbieger getötetes Ehepaar, 88 und 87 Jahre alt, das zu Fuß die Straße überquerte (https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2025/pressemitteilung.1574983.php)
  3. 18:30 Uhr in Mitte, Ebertstraße / Ecke Lennéstraße, für einen 83-Jährigen, der von einem Motorrad angefahren wurde, das zuvor mit überhöhter Geschwindigkeit auf dem Hinterrad gefahren war, und der zwei Tage später im Krankenhaus verstarb (https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2025/pressemitteilung.1558973.php)

Im laufenden Jahr zählen wir in Berlin zur Mitte des Jahres bereits wieder 19 Verkehrstote, davon waren 11 zu Fuß unterwegs. Überproportional trifft es ältere Menschen.

„Mit unserem mahnenden Gedenken fordern wir vom Senat einen deutlich stärkeren Einsatz für Verkehrssicherheit und die #VisionZero: keine Toten und Schwerverletzten mehr im Straßenverkehr“ erklärt Heiner von Marschall, Landesvorsitzender des VCD Nordost. „Besonders gefährdet sind Kinder und Ältere, die ungeschützt zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Die Kürzungen beim Ausbau einer sicheren Fahrradinfrastruktur oder auch bei Tramlinien und die Tatsache, dass der Fußverkehrsplan nicht vorankommt, sind für uns völlig unverständlich. Dass Radwege wie derjenige in der Kantstraße sogar zurückgebaut werden sollen, während teure Autostraßen wie A100 oder die TVO weitergeplant werden, die noch mehr Kfz-Verkehr in die Stadt bringen, zeigt eine völlig falsche Prioritätensetzung, die jedenfalls nicht im Interesse der Verkehrssicherheit ist“, so von Marschall weiter. Der Fußverkehrsplan ist im Berliner Mobilitätsgesetz verankert und soll verbindliche Standards zur konkreten Verbesserung des Fußverkehrsnetzes über einen Zeitraum von zunächst fünf Jahren festlegen.

In Berlin war die Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2024, dem Jahr nach Auto-Wahlkampf und Regierungswechsel, deutlich angestiegen. Der VCD Nordost führt dazu auf seiner Website jährliche Listen, in denen die Entwicklung transparent nachvollziehbar öffentlich dargestellt wird: https://nordost.vcd.org/ziele/verkehrssicherheit/verkehrstote-in-berlin

Über den VCD Nordost
Der VCD (Verkehrsclub Deutschland) setzt sich ein für Mobilität für Menschen, ein positives Miteinander aller Verkehrsarten und eine ökologische Verkehrswende. Schwerpunkte sind dabei die Förderung des Umweltverbundes (ÖPNV, Fahrrad und Fußverkehr) und mehr Verkehrssicherheit gerade auch für die schwächeren Verkehrsteilnehmer: Kinder, Ältere und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. 
Der VCD Nordost ist der Landesverband für Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.

Kontakt für Rückfragen:
Heiner von Marschall
Landesvorsitzender VCD Nordost
E-Mail: heiner.v.marschall@vcd-nordost.de
Tel.: 0174 465 65 23

www.vcd-nordost.de

 

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