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VCD Nordost aktuell
Die anstehende Vollsperrung der Bahnstrecke Rostock – Ribnitz-Damgarten Ost ab 31. Januar 2026 verlängert die Reisezeiten aus Vorpommern nach Rostock, Schwerin, Hamburg und Lübeck deutlich und verschlechtert die Anbindung der gesamten Region. Parallel laufende Großbaustellen, insbesondere die Generalsanierung der Strecke Hamburg – Berlin, verschärfen die Situation zusätzlich. Der VCD Nordost sieht daher einen großen Handlungsbedarf beim künftigen Baubetriebsmanagement der DB InfraGo und der Planung des Schienenersatzverkehrs (SEV).
Massive Einschränkungen ab 31. Januar 2026
Vom 30. Januar bis voraussichtlich 30. April 2026 entfallen sämtliche Züge der Linie RE 9 zwischen Rostock Hauptbahnhof und Ribnitz-Damgarten Ost; auf diesem Abschnitt fahren dann ausschließlich Ersatzbusse. Damit wird eine der wichtigsten Schienenachsen für Vorpommern in Richtung Rostock für drei Monate vollständig auf Busverkehr mit längeren Fahrzeiten und geringerer Kapazität umgestellt: Die SEV-Busse benötigen je nach Verkehrslage deutlich mehr Zeit als die ausfallenden RE- und IC-Züge, wodurch sich Umsteigeverbindungen z.B. in Rostock und Ribnitz-Damgarten West verschieben oder ganz entfallen können. Für Fahrgäste aus den Landkreisen Vorpommern-Rügen und Vorpommern-Greifswald verschlechtert sich damit die Erreichbarkeit der zentralen Orte Rostock, Schwerin, Hamburg und Lübeck erheblich.
Hamburg – Berlin noch bis 30.April 2026 gesperrt
Die gleichzeitige Vollsperrung der Hauptstrecke Hamburg – Berlin vom 1. August 2025 bis 30. April 2026 führt dazu, dass Fern- und Regionalverkehre weiträumig umgeleitet werden müssen. Dadurch stehen von Stralsund und Rostock aus weniger direkte und schnelle Anschlüsse in Richtung Schwerin, Hamburg und Lübeck zur Verfügung, was die Reisezeiten aus Vorpommern nochmals verlängert. Reisende aus Vorpommern sind somit doppelten Einschränkungen ausgesetzt: verlängerte Anreise nach Rostock durch den Schienenersatzverkehr sowie eingeschränkte Kapazitäten und Umleitungen im weiteren Verlauf in Richtung Hamburg. Fahrten, die bislang in einem Zeitfenster lagen, das Tagespendeln oder kurze Geschäftsreisen ermöglichten, verschieben sich nun in deutlich weniger alltagstaugliche Bereiche.
Kritik des VCD Nordost
Dr. Wilfried Kramer vom Vorstand des VCD Nordost erklärt: „Die jetzige Bündelung von Baumaßnahmen ohne erkennbare Abstimmung auf den Korridor Vorpommern–Rostock–Hamburg ist aus Fahrgastsicht nicht hinnehmbar. Während zwischen Hamburg und Berlin von August 2025 bis April 2026 die Generalsanierung mit Vollsperrung läuft, wird gleichzeitig die einzige durchgehende Schienenanbindung von Ribnitz-Damgarten Ost nach Rostock durch Busverkehr ersetzt – damit werden die Menschen in Vorpommern gleich doppelt ausgesperrt.“
Hinzu kommt, dass die jetzigen Baumaßnahmen fast nahtlos an vorherige Streckensperrungen anknüpfen: „Bereits im Herbst 2025 waren Reisende durch Sanierungsarbeiten zwischen Gelbensande und Rostock mit erheblichen Einschränkungen konfrontiert, so dass sich nun eine fast durchgehende Kette an Behinderungen ergibt. Statt die einzelnen Bauphasen so zu staffeln, dass Vorpommern wenigstens eine verlässliche, attraktive Schienenverbindung nach Rostock und weiter nach Hamburg oder Lübeck behält, werden die Sperrungen für insgesamt mindestens 5 Monate übereinandergelegt“, so Dr. Kramer weiter.
Forderungen an Bahn und Politik
Der VCD Nordost fordert, die verkehrlichen Auswirkungen der Baumaßnahmen kurzfristig zu überprüfen und nachzusteuern. Dazu gehören aus Sicht des Verbandes ein deutlich verdichteter und beschleunigter Ersatzbusverkehr, bessere Anschlusssicherungen in Rostock sowie zusätzliche umsteigefreie oder -arme Reiseketten in Richtung Hamburg und Lübeck für die Dauer der Generalsanierung.
Zugleich mahnt der Verband eine grundlegend bessere Koordinierung zukünftiger Baustellen an, damit zentrale Regionen wie Vorpommern nicht erneut gleichzeitig von mehreren überregional bedeutsamen Korridoren abgeschnitten werden. Nur mit frühzeitiger und abgestimmter Planung kann die Akzeptanz der Fahrgäste für notwendige Baumaßnahmen wiederhergestellt werden.