Bus & Bahn,
Pressemitteilung
VCD Nordost aktuell
Berlin, 28.01.26 –
Das aktuelle Wintertief “Leonie”hat den Bahnverkehr und den ÖPNV in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern weitgehend zum Erliegen gebracht.
Der VCD Nordost kritisiert die massiven Ausfälle als erneutes systemisches Versagen von Bahn, Verkehrsunternehmen und Politik: Fahrgäste werden stunden- und teils tagelang im Ungewissen gelassen, während ganze Regionen vom Schienenverkehr abgeschnitten sind.
Bereits vor rund zwei Wochen waren Rostock und Stralsund über einen Zeitraum von drei Tagen vollständig vom Fernverkehr abgehängt, nachdem dieser präventiv komplett eingestellt worden war.
Nun wiederholt sich das Szenario: Nach Eisregen und Glätte wurden große Teile des Bahnnetzes in Mecklenburg-Vorpommern sowie die Verbindungen von Rostock und Stralsund nach Berlin eingestellt. Fern- und Regionalverkehr fallen wegen vereister Oberleitungen und Weichen aus, der Schienenersatzverkehr ist witterungsbedingt ebenfalls massiv eingeschränkt.
Auch in Berlin zeigt sich die mangelnde Krisenfestigkeit des öffentlichen Verkehrs deutlich: Für annähernd 48 Stunden verkehrte keine einzige Straßenbahn in der Hauptstadt – ein Schienenersatzverkehr existierte nicht.
Zudem waren auch bei der U-Bahn zahlreiche oberirdische Streckenabschnitte auf mehreren Linien über Stunden witterungsbedingt gesperrt.
Aus Sicht des VCD verstößt die BVG damit eindeutig gegen ihre gesetzlichen Pflichten, namentlich die Betriebs- und Beförderungspflicht gemäß §§ 21 und 22 Personenbeförderungsgesetz (PBefG), wonach in jedem Fall ein verlässliches Verkehrsangebot sicherzustellen ist.
Zwar kündigt die Deutsche Bahn die schrittweise Wiederaufnahme einzelner Verbindungen an, rechnet aber gleichzeitig weiter mit Ausfällen und Verspätungen. Für die Fahrgäste bedeutet das einen Flickenteppichbetrieb ohne verlässliche Perspektive:
„Was wir derzeit erleben, ist kein außergewöhnliches Wetterereignis, sondern ein alltäglicher Belastungstest – und das System fällt erneut krachend durch“, sagt Heiner von Marschall, Landesvorsitzender des VCD Nordost.
„Wenn ganze Regionen tagelang vom Schienenverkehr abgeschnitten sind und in der Hauptstadt die Tram komplett eingestellt wird, dann ist das ein Offenbarungseid für die Krisenfestigkeit von Bahn und ÖPNV. So macht man den Umweltverbund unattraktiv und verspielt Vertrauen.“
Analyse des VCD Nordost:
Forderungen des VCD Nordost:
Fazit:
Das aktuelle Chaos beim Schienenverkehr ist keine Ausnahme, sondern Symptom eines strukturellen Problems.
Verkehrsverantwortung endet nicht beim Bau von Infrastruktur, sondern beginnt beim verlässlichen Betrieb unter realen Bedingungen.
Die Geduld der Fahrgäste ist erschöpft – eine erfolgreiche Verkehrswende braucht ein belastbares Bahn- und ÖPNV-System.