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VCD Nordost aktuell

VCD-Veranstaltung zur Mobilitätsoffensive: Gelingt der Umstieg auf Bahn und Bus in Mecklenburg-Vorpommern?

Kurzvorträge mit anschließender Diskussion im Rathaus Stralsund

Der VCD Nordost lädt für den 15.10. um 17:00 Uhr ins Rathaus nach Stralsund ein, um mit Geschäftsführern verschiedener Verkehrsunternehmen über die Mobilitätsoffensive in Mecklenburg-Vorpommern (MV) zu diskutieren. Im Fokus: neue Angebote wie Rufbusse, Regiobus-Linien und der Einfluss des Deutschlandtickets – sowie die Frage, ob dadurch mehr Menschen in MV Bus und Bahn nutzen.

Am 15. Oktober 2025 beschäftigt sich der VCD Nordost in einer Veranstaltung mit der Entwicklung des ÖPNV in Mecklenburg-Vorpommern (MV). Unter dem Titel „Mobilitätsoffensive in MV: Wie ist der Stand in Vorpommern-Rügen und Ludwigslust-Parchim?“ sind Verantwortliche aus Verkehrsunternehmen als Referenten eingeladen. 

Mit Carsten Werfel, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern (VMV), Stefan Lösel, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP) und Ulrich Sehl, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Vorpommern-Rügen (VVR) soll über die bereits umgesetzten und noch geplanten Angebotsverbesserungen im kommunalen ÖPNV und beim Schienenpersonennahverkehr (SPNV) diskutiert werden. 

Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob das eingeführte Rufbusangebot, neue Regiobus-Linien und SPNV-Mehrleistungen zusammen mit der Einführung des Deutschlandtickets dazu beigetragen haben, dass die Fahrgastzahlen ansteigen und insbesondere die Wohnbevölkerung in MV häufiger auf Bahnen und Busse in MV umsteigt. 

Daneben rückt die Wirtschaftlichkeit der kommunalen Verkehrsunternehmen in MV immer stärker in den Fokus. Nachdem ein größerer Teil der Deutschlandticket-Nutzer als sogenannte „Fremdnutzer“ mit Tickets unterwegs ist, die bei Verkehrsunternehmen außerhalb von MV erworben wurden, entgehen den hiesigen Betrieben die entsprechenden Fahrgeldeinnahmen.

Bislang konnten die 16 Bundesländer zusammen mit ihren Verkehrsunternehmen keine Einnahmenaufteilung für das im Mai 2023 eingeführte Deutschlandticket vereinbaren. Zuletzt haben fast alle MV-Landkreise und die kreisfreie Stadt Rostock auf die deutliche Unterfinanzierung ihrer Verkehrsunternehmen hingewiesen. Diese resultieren in erster Linie aus der Anerkennung des Deutschlandtickets, die von Verkehrsunternehmen außerhalb von MV als Chipkarte oder Handyticket ausgegeben werden. Kritiker der bisherigen ÖPNV-Politik in MV sehen die beschriebenen Probleme u.a. darin gegründet, dass bis zuletzt mit Ausnahme des Verkehrsverbundes Warnow keine Tarifverbünde existieren und somit keine gemeinsame Tarif- und Vertriebspolitik für den SPNV und den sonstigen ÖPNV in MV bestanden hat. 

In der vor Kurzem veröffentlichten MiD-Studie (Mobilität in Deutschland) für 2023 belegte Mecklenburg-Vorpommern mit einem ÖPNV-Anteil von 7 Prozent den letzten Platz im Ranking der 16 Bundesländer. In den Kurzvorträgen und der anschließenden Diskussion in der VCD-Veranstaltung am 15. Oktober 2025 (Beginn: 17.00 Uhr, Rathaus Stralsund am Alten Markt) steht die Frage im Vordergrund, ob mit den Maßnahmen der MV-Mobilitätsoffensive und dem zeitgleich eingeführten Deutschlandticket zuletzt mehr Fahrgäste mit Bahnen und Bussen unterwegs sind. Daneben wird der Ausbau und die Reaktivierung von Bahnstrecken (z.B. Rostock-Stralsund, Darßbahn, Vorpommern-Magistrale, Südbahn / Karower Kreuz) ein weiteres Thema sein. 

 

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