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VCD Nordost aktuell

Schulwegsicherheit ist nicht verhandelbar – gerade im Wahljahr 2026

Wenn Kinder morgens zur Schule gehen, müssen sie sich darauf verlassen können, sicher anzukommen. Schulwegsicherheit ist kein Randthema und keine Frage politischer Opportunität – sie ist eine grundlegende Voraussetzung für gleichberechtigte Teilhabe, Gesundheit und Bildung. Gerade im Wahljahr 2026 in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern muss deshalb klar sein: Die Sicherheit der jüngsten Verkehrsteilnehmenden ist nicht verhandelbar.

Kinder brauchen Schutz – jeden Tag

Kinder nehmen den Verkehr anders wahr als Erwachsene. Sie sind kleiner, haben ein eingeschränktes Sichtfeld, können Geschwindigkeiten schlechter einschätzen und reagieren spontaner. Das macht sie im Straßenverkehr besonders verletzlich. Umso alarmierender ist es, dass Schulwege sowohl in der Bundeshauptstadt Berlin als auch im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern noch immer von viel zu schnellem Autoverkehr, unübersichtlichen Kreuzungen, fehlenden Querungsmöglichkeiten und zugeparkten Gehwegen geprägt sind.

Schulwegsicherheit bedeutet mehr als ein paar Zebrastreifen oder Appelle an gegenseitige Rücksichtnahme: Sie erfordert eine konsequente, vorausschauende Verkehrsplanung, die Kinder von Anfang an mitdenkt – im Wohnquartier ebenso wie an Hauptstraßen.

Vision Zero: Kein Platz für Relativierungen

Mit der Vision Zero haben sich Bund, Länder und Kommunen dazu bekannt, die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten im Straßenverkehr langfristig auf null zu reduzieren. Dieses Ziel darf nicht zur unverbindlichen Absichtserklärung verkommen. Wer die Vision Zero ernst nimmt, muss dort anfangen, wo das Risiko besonders hoch und die Schutzbedürftigkeit besonders groß ist: bei den Kindern.

Tempo 30 vor Schulen und Kitas, sichere Querungsmöglichkeiten, breite und freie Gehwege, geschützte Radwege, Schulstraßen und verkehrsberuhigte Quartiere sind keine ideologischen Forderungen, sondern bewährte Maßnahmen. Sie retten Leben, fördern selbstständige Mobilität und entlasten Familien.

Wahljahr 2026: Verantwortung statt Lippenbekenntnisse

Im Wahljahr 2026 werden in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern wichtige verkehrspolitische Weichen gestellt. Wahlprogramme, Koalitionsverhandlungen und Haushaltsentscheidungen werden darüber entscheiden, ob Schulwegsicherheit vorangebracht oder weiter vertagt wird.

Der VCD engagiert sich seit Jahren aktiv im Aktionsbündnis Kidical Mass, um gemeinsam mit anderen Organisationen, Eltern und Kindern für sichere Wege zur Schule und Kita zu demonstrieren und vor Ort konkrete Verbesserungen einzufordern. Wir erwarten von allen demokratischen Parteien ein klares Bekenntnis: Wer Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen will, muss den Schutz von Kindern im Straßenverkehr zur Priorität machen – unabhängig von ideologischen Linien.

Unsere Forderung: Jetzt handeln

Schulwegsicherheit ist eine Investition in die Zukunft – in die Gesundheit von Kindern, in lebenswerte Städte und Gemeinden und in eine nachhaltige Mobilität. Was es braucht, sind:

  • eine konsequente Umsetzung der Vision Zero auf der Ebene von Ländern und Kommunen
  • flächendeckende Tempo-30-Regelungen auf „hochfrequentierten Schulwegen“ gemäß § 45 Abs. 9 Satz 4 Nr. 6 StVO
  • sichere und barrierefreie Geh- und Radwege für alle
  • eine stärkere Beteiligung von Kindern, Eltern und Schulen bei der Verkehrsplanung
  • ausreichend finanzielle und personelle Ressourcen in den Verwaltungen.

Der VCD Nordost wird sich auch im Wahljahr 2026 mit Nachdruck für sichere Schulwege einsetzen – in Berlin wie in Mecklenburg-Vorpommern. 

Schulwegsicherheit darf nicht zum Spielball parteipolitischer Auseinandersetzungen werden.
Wer heute politische Verantwortung übernehmen will, muss dieses Thema zur Priorität machen und mit wirksamen Maßnahmen unterlegen – parteiübergreifend und ohne Wenn und Aber.

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