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VCD Nordost aktuell
Weniger Tote, weniger Schwerverletzte, mehr Lebensqualität: Eine neue Metastudie der Björn Steiger Stiftung zeigt eindrucksvoll, wie wirksam Tempo 30 innerorts ist.
Der VCD Nordost fordert: Tempo 30 muss zur Regel werden – Tempo 50 zur Ausnahme.
Tempo 30 wirkt – und zwar deutlich.
Das belegt eine aktuelle Metastudie der Björn Steiger Stiftung , die unter der Federführung des renommierten Unfallforschers Prof. Dr. Siegfried Brockmann erstellt wurde.
Ausgewertet wurden Studien zu bestehenden Tempo-30-Zonen in 14 europäischen Kommunen sowie in der kanadischen Großstadt Toronto.
Aus Deutschland flossen Daten aus Berlin und Münster in die Untersuchung ein.
Die Ergebnisse sprechen eine klare Sprache:
Tempo 30 erhöht die Verkehrssicherheit erheblich: Durch geringere Brems- und Anhaltewege sinkt die Kollisionsgeschwindigkeit deutlich.
Insgesamt ging die Unfallrate um mehr als zehn Prozent zurück.
Besonders gravierend sind die Effekte bei schweren Unfällen:
„Diese Zahlen zeigen unmissverständlich: Tempo 30 ist eine der wirksamsten und zugleich einfachsten Maßnahmen, um Menschen jeglichen Alters im Straßenverkehr zu schützen“, sagt Judith von Falkenhausen, Sprecherin des VCD Nordost. „Wer es ernst meint mit der Vision Zero, der kommt an Tempo 30 innerorts nicht vorbei.“
Dass dieser Handlungsbedarf real ist, zeigt auch der Blick auf die Unfallzahlen bei uns im Nordosten:
Im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern kamen im Jahr 2025 insgesamt 75 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben, in der Stadt Berlin gab es im gleichen Zeitraum fast 40 Todesfälle.
Jeder einzelne Verkehrstote ist einer zu viel – und mit Tempo 30 wären die Straßen für alle sicherer!
Neben der höheren Sicherheit stellten die Forschenden der Björn Steiger Stiftung auch nachweisbare gesundheitliche Vorteile fest:
Tempo 30 senkt den Verkehrslärm und verbessert die Luftqualität durch geringere Schadstoffemissionen.
Gleichzeitig widerlegt die Metastudie ein häufiges Gegenargument:
Die Fahrzeiten verlängern sich gegenüber Tempo 50 kaum.
Auch die Akzeptanz unter den Anwohnenden ist hoch:
In vielen untersuchten Kommunen waren nach Einführung von Tempo 30 mehr Menschen zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs. Viele Befragte berichteten zudem von einer gestiegenen Lebensqualität im Wohnumfeld.
Unser Fazit ist eindeutig:
Tempo 30 muss innerorts zur Regelgeschwindigkeit werden!
Tempo 50 darf nur noch dort gelten, wo es ausnahmsweise sinnvoll und sicher ist – etwa auf ausgewählten Hauptverkehrsstraßen.
Durch die Novellierung der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) können Kommunen Tempo 30 heute deutlich leichter anordnen als früher, insbesondere auf hochfrequentierten Schulwegen sowie im Umfeld weiterer sensibler Bereiche wie Kitas, Spielplätzen oder Senioreneinrichtungen sowie an Fußgängerüberwegen.
Ein ausführliches Tempo-30-Soforthilfepapier des VCD-Bundesverbandes zeigt auf, wie einfach die Umsetzung sein kann.
Auch nicht zu unterschätzen: Einheitliche Geschwindigkeitsregelungen erhöhen die Verkehrssicherheit. Häufige Wechsel zwischen Tempo 30 und Tempo 50 führen zu Aufmerksamkeitsproblemen bei Fahrzeugführenden und erhöhen das Risiko von Regelverstößen. Eine klare Regelgeschwindigkeit von Tempo 30 innerorts sorgt dagegen für bessere Orientierung, gleichmäßigeres Fahrverhalten und mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden.
„Tempo 30 schützt nicht nur Kinder, ältere Menschen und Radfahrende – es macht unsere Städte insgesamt lebenswerter“, so von Falkenhausen weiter. „Kommunen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sollten die neuen Spielräume jetzt konsequent nutzen.“