Nordost,
Radverkehr,
Pressemitteilung
VCD Nordost aktuell
Berlin, 18. Dezember 2019 – Bereits letztes Jahr entwarfen die Verbände ADFC Berlin, VCD Nordost, BUND Berlin und Changing Cities auf eigene Faust ein Radnetz für Berlin. Die nun überarbeitete, finale Version überreichten sie heute der Senatsverwaltung für Verkehr als Weihnachtsgeschenk. Das Mobilitätsgesetz schreibt bis Sommer 2019 die Erarbeitung eines Netzplans für den Radverkehr vor. Doch der Senat ist weiterhin im Verzug.
Link zum Radnetz: http://u.osmfr.org/m/254441
Fotos der symbolischen Übergabe des Radnetzes an den Staatssekretär für Verkehr, Ingmar Streese, zum Download: https://www.picdrop.com/volksentscheidfahrrad/Presse
Das Berliner Mobilitätsgesetz sieht für Radfahrerinnen und Radfahrer ein stadtweites Netz aus sicheren und bequemen Verbindungen vor. Der Netzplan ist von der Senatsverwaltung für Verkehr binnen eines Jahres nach Inkrafttreten des Gesetzes zu erarbeiten (§41 (3) MobG) und hätte daher schon im Juli 2019 vorliegen müssen.
Die Zivilgesellschaft stellte bereits im Oktober 2018 einen eigenen Entwurf vor. Entwickelt wurde er von mehr als 30 Ehrenamtlichen aus allen zwölf Bezirken, die dafür ihr planerisches Know-How, ihre detaillierten Ortskenntnisse und jahrelangen Alltagserfahrungen mit dem Rad einsetzen konnten.
Die überarbeitete Version enthält nun einen bislang fehlenden Bezirk, die geplanten Radschnellverbindungen samt Anbindungen ans Netz und wurde von Fehlern bereinigt. Die Verbände sehen den Plan als Unterstützung für die Senatsverwaltung und wünschen sich, dass möglichst große Teile übernommen werden.
“Statt nur zu meckern, wollen wir mit anpacken. Wir wissen, dass es der Senatsverwaltung nicht an Willen mangelt. Unser Netzplan soll als Input dienen, damit es nun zügig voran geht und neue Radfahrende gewonnen werden können”, so Tobias Kraudzun von Changing Cities.
“Ohne definiertes Netz werden wird es auch keine großen Planungen geben. Wir brauchen dringend ein Netz für den Radverkehr, das so gut funktioniert wie für den heutigen Kfz-Verkehr. Deshalb hoffen wir, dass mit unserer Hilfe die Entwicklung zur fahrradfreundlichen Stadt endlich ins Rollen kommt”, so Evan Vosberg von ADFC.
„Ein durchgehendes Radnetz erleichtert für Kfz-Fahrer*innen den Umstieg auf andere Mobilitätsformen: Von zu Hause aus radelt man komfortabel und schnell zur nächsten ÖPNV-Möglichkeit, parkt seinen Rad sicher und wechselt in den ÖPNV, um in die Innenstadt zu kommen. Oder umgekehrt: Mit dem ÖPNV kostengünstig in die Stadt und die letzte Meile zum Arbeits- oder Ausbildungsplatz fährt man flüssig und sicher mit dem Rad“, argumentiert Heiner von Marschall vom VCD Nordost.
Das Radnetz ist darüber hinaus ein entscheidender Bestandteil des Radverkehrsplans, der bis Sommer 2020 fertiggestellt werden soll. Jede Verschiebung des Fertigstellungstermins verzögert die Verkehrswende in Berlin. Das Radnetz stellt den Zielzustand für das Jahr 2030 dar: mit Radschnellverbindungen, einem Vorrangnetz für Radfahrende, Radverkehrsanlagen an allen Hauptstraßen sowie den Neben-, Fahrradstraßen und Sonderwegen.
Die Eckdaten:
Ansprechpartner VCD Nordost:
Heiner von Marschall, heiner.v.marschall@
vcd-nordost.de, 0174 465 6523
Ansprechpartner ADFC Berlin:
Evan Vosberg, evan.vosberg@
adfc-berlin.de, 0170 5176833
Ansprechpartner BUND Berlin:
Tilmann Heuser, heuser@
bund-berlin.de, 030 78 79 00 12
Ansprechpartner Changing Cities e.V.:
Jens Steckel, jens.steckel@
changing-cities.org, 0176 57 38 98 79