Pressemitteilung
VCD Nordost aktuell
Berlin, 23. Juli 2026 –
Fünf Menschen, die zu Fuß unterwegs waren, wurden allein im Juni im Berliner Straßenverkehr getötet. Insgesamt starben in Berlin bereits zur Mitte des Jahres nach unserer Zählung 19 Menschen im Straßenverkehr.
„Wir sind nicht bereit länger hinzunehmen, das jedes Jahr etwa 40 Menschen im Straßenverkehr unserer Stadt zu Tode kommen“ sagt Heiner von Marschall, Landesvorsitzender des VCD Nordost. „Die #VisionZero, keine Toten und Schwerverletzten mehr im Straßenverkehr, muss oberstes Ziel aller Planungen und Maßnahmen sein. Andere Städte wie Helsinki machen uns vor, dass das möglich ist.“
Gemeinsam mit ADFC Berlin, Changing Cities und FUSS e.V. führt der VCD Nordost am kommenden Sonntag, den 26.07., wieder mehrere Mahnwachen für jüngst im Berliner Straßenverkehr getötete Fußgänger*innen durch:
15:00 Uhr Moabit, An der Putlitzbrücke/Ecke Stephanstraße für einen 35-jährigen Fußgänger, der angefahren wurde, als er am 16. Juni die Straße An der Putlitzbrücke überquerte und am 23. Juni an den Folgen verstarb.
https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2026/pressemitteilung.1682951.php
16:15 Uhr Prenzlauer Berg, Greifswalder Straße 167 für einen 71-jährigen Fußgänger, der am 23. Juni an der Straßenbahnhaltestelle von einem Lichtmast erschlagen wurde, den ein Auto umgefahren hatte, nachdem dieses mutmaßlich mit überhöhter Geschwindigkeit bei Rotlicht über eine Ampel gefahren war, mit einem entgegenkommenden Linksabbieger kollidierte und der Fahrer die Kontrolle über das Fahrzeug verlor, das darauf in die Haltestelle krachte.
https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2026/06/berlin-unfall-tram-haltestelle-pkw-toter.html
17:30 Uhr Friedrichsfelde, Alt-Friedrichsfelde 60, für einen 89-jährigen Fußgänger und eine 85-jährige Fußgängerin, die am 20. Juni beim Überqueren der Straße im Dunkeln von einem Motorrad angefahren wurden. Der 89-jährige Mann verstarb noch am Unfallort, die 85-jährige Frau zwei Tage später im Krankenhaus.
https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/2026/pressemitteilung.1684087.php
„Mit unserem mahnenden Gedenken fordern wir vom Senat statt leerer Worte endlich auch wirksame Maßnahmen für Verkehrssicherheit", erklärt Heiner von Marschall. „Besonders gefährdet sind Kinder und Ältere, die ungeschützt zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Die Streichungen beim Ausbau einer sicheren Fahrradinfrastruktur oder auch bei Tramlinien und die Tatsache, dass Maßnahmen für sichere Querungen für den Fußverkehr nicht vorankommen, sind für uns völlig unverständlich. Dass Radwege wie Unter den Eichen und jetzt auch in der Kantstraße sogar zurückgebaut werden sollen, während teure Autostraßen wie A100 oder die TVO weitergeplant werden, die noch mehr Kfz-Verkehr in die Stadt bringen, zeigt eine völlig falsche Prioritätensetzung, die jedenfalls nicht im Interesse der Verkehrssicherheit ist", so von Marschall weiter.
In Berlin war die Zahl der Verkehrstoten im Jahr 2024, dem Jahr nach Auto-Wahlkampf und Regierungswechsel, deutlich angestiegen. Der VCD Nordost führt dazu auf seiner Website jährliche Listen, in denen die Entwicklung transparent nachvollziehbar öffentlich dargestellt wird: https://nordost.vcd.org/ziele/verkehrssicherheit/verkehrstote-in-berlin
Kontakt für Rückfragen:
Heiner von Marschall
Landesvorsitzender VCD Nordost
E-Mail: heiner.v.marschall@vcd-nordost.de
Tel.: 0174 465 65 23
Homepage: www.vcd-nordost.de
Der VCD (Verkehrsclub Deutschland) ist der ökologische Verkehrsclub. Wir setzen uns ein für eine klimagerechte Verkehrswende und Mobilität für Menschen. Schwerpunkte sind die Förderung des Umweltverbundes (ÖPNV, Fahrrad und Fußverkehr) sowie mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere Kinder, Ältere und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Der VCD Nordost ist der Landesverband für Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Mobilitätswende heißt für uns: Deutlich weniger Kfz-Verkehr durch die Transformation unseres Verkehrssystems, das vorrangig auf privatem Autobesitz basiert und sich auch daran ausrichtet, hin zu einer umwelt- und klimaverträglichen Mobilität für alle im Umweltverbund (ÖPNV, Fahrrad, Fußverkehr), ergänzt durch Sharing sowie Liefer- und Fahrdienste für Personen und Güter. Dies ermöglicht gleichzeitig die Vision Zero. Derzeit unterstützen ca. 55.000 Mitglieder und Förderer den einzigen ökologischen Verkehrsclub. Sie auch? http://www.vcd.org/mitgliedschaft-nordost