Pressemitteilung
VCD Nordost aktuell
Heute startet der VCD Nordost seine Kampagne für die nach DIN 14090 nötige Aufstellfläche von 5,50 m Breite in allen Straßen: „Feuerwehr first – Parkplätze second“.
Die entsprechenden Aufkleber in Postkartengröße, perfekt geeignet nicht nur für die Fahrzeuge jedes Feuerwehrmannes und jeder Feuerwehrfrau, werden erstmals heute Abend beim Wahlpodium in der Urania verteilt, dann bei der „Hand in Hand“ Demonstration am Samstag, auf der Demonstration für geschützte Radwege an der Kantstraße am Montag, bei der zentralen Aktion zum Parking Day am Freitag 18.9. in der Berliner Straße in Wilmersdorf und bei vielen weiteren Gelegenheiten davor und danach.
Wer mitmachen will: Die Aufkleber sind ab heute auch erhältlich in unserer Geschäftsstelle des VCD Nordost in der Yorckstraße 48, zu den garantierten Öffnungszeiten.

„In der politischen Diskussion um die Mobilitätswende in Berlin werden die Belange der Feuerwehr oft als Argument gegen die Mobilitätswende verwendet, aus unserer Sicht: missbraucht.“,
erklärt Heiner von Marschall, Landesvorsitzender des VCD Nordost. Dabei würde aus unserer Sicht eine konsequente Mobilitätswende tatsächlich auch der Feuerwehr bei ihren lebensrettenden Einsätzen helfen:
- Geschützte Radstreifen auf der Fahrbahn in ausreichender Breite (3 m), damit sich Fahrräder auch tatsächlich sicher überholen können, stehen auch der Feuerwehr als staufreier Weg zum Einsatzort zur Verfügung.
- Kreuzungen und Einmündungen, die baulich gegen illegale Eckenparker geschützt sind, z.B. durch Fahrradbügel, um auch Sichtbeziehungen, insbesondere für Kinder auf dem Schulweg freizuhalten, garantieren gleichzeitig, dass die Feuerwehr im Einsatz auch mit großen Fahrzeugen sicher um die Ecke kommt.
- Fahrradstraßen, die standardgemäß wenigstens 4,00 m tatsächlich nutzbare Breite haben sollen, zuzüglich auf beiden Seiten 0,5 m Sicherheitsabstand zum Bordstein oder zu parkenden Kfz gegen Dooring-Unfälle, geben auch der Feuerwehr die nötige Fläche, um für ihre Drehleiterfahrzeuge die notwendigen Stützen auszufahren und so durch Anleitern den lebenswichtigen zweiten Rettungsweg zu gewährleisten.
Die DIN 14090 regelt die notwendigen Flächen für die Feuerwehr, um im Notfall Leben retten zu können:
Eine parallele Aufstellfläche für die Feuerwehr hat eine Mindestbreite von 3,50 m plus einen mindestens 2,00 m breiten, hindernisfreien Geländestreifen auf der abgewandten Seite, was einer Gesamtbreite von 5,50 m entspricht.
Auch die Berliner Feuerwehr hat dafür ein Merkblatt herausgegeben:
Darin heißt es in Punkt 4.:
„Für Aufstellflächen auf öffentlichen Verkehrsflächen ist zu beachten, dass für den Einsatz des Hubrettungsfahrzeuges die Fahrbahn eine Mindestbreite von 3,50 m aufweisen muss. Zudem ist ein hindernisfreier Streifen von mindestens 2,00 m notwendig. Die durch die Aufstellfläche und den hindernisfreien Streifen entstehende Gesamtbreite von 5,50 m berücksichtigt das Ausschwenken des Leiterparks über die Fahrzeugkante hinaus und dass je nach Abstand zur Gebäudewand und Rettungshöhe das Hubrettungsfahrzeug abgestützt werden muss.“
Heiner von Marschall bedauert:
„Bei der politischen Auseinandersetzung um den Erhalt von Parkplätzen werden diese Vorgaben regelmäßig ignoriert“
Beispiele:
- In der Handjerystraße in Wilmersdorf wurde bei Einrichtung der Fahrradstraße als politischer Kompromiss „für alle“ die für Fahrräder tatsächlich nutzbare Breite teilweise auf 3,00 m reduziert – damit weiter auf beiden Seiten geparkt werden kann
- In der Linienstraße, eine frühe und wichtige Fahrradstraße in Mitte, beträgt die für Fahrräder tatsächlich nutzbare Breite nur etwa 3,00 m, während auf beiden Straßenseiten das Parken erlaubt ist. Deshalb herrscht hier auch ein reger Kfz-Verkehr von Parkplatzsuchenden, der die Linienstraße häufig ganz verstopft.
Das heißt aber im Ergebnis: auch die für die Feuerwehr nötige Aufstellfläche von 5,50 m steht dann eben nicht zur Verfügung.
- Auch in der Kantstraße könnte der Radstreifen von der Feuerwehr problemlos befahren werden, wenn nicht im Weg stehende parkende Kfz sie daran hindern würden, überhaupt dorthin zu gelangen. Daher sollte hier statt des Parkstreifens eine Bussonderspur eingerichtet werden, auf dem auch Lieferverkehr stattfinden kann, bei dem die Fahrer ständig in der Nähe des Fahrzeugs sind, um nötigenfalls die Fläche schnell für die Feuerwehr frei machen zu können.
Heiner von Marschall erläutert:
„Feuerwehrleute verstehen sich privat oft als Autofahrende. Auch Feuerwehrfahrzeuge sind Kfz. Aber wenn man nachfragt, wie oft sie im Einsatz schon hinter einem Fahrrad, einer Tram oder einem Fußgänger im Stau standen und wie oft hinter Autos, wie oft Kfz-Lenkende nicht in der Lage waren, schnell eine Rettungsgasse zu bilden und wie oft Fahrradfahrende, wie oft falsch geparkte Autos dem Einsatz im Weg standen und wie oft ein Fahrrad, dann lautet die Antwort anders, wer die Feuerwehr im Einsatz tatsächlich behindert.“
In allen Berliner Straßen sollte daher geprüft werden, ob die nötige Aufstellfläche von 5,50 m durchgängig vorhanden ist, oder ob dafür möglicherweise auf zumindest einer Straßenseite nicht mehr geparkt werden darf. Hier sollten auch Anwohnende in ihrem eigenen Sicherheitsinteresse in jeweils ihrer Straße einmal die der Feuerwehr zur Verfügung stehende Fläche nachmessen.
Wir sagen:
- Die für Rettungseinsätze nötige Aufstellfläche von 5,50 m für unsere Feuerwehr muss wichtiger sein als Abstellplätze für private Kfz im öffentlichen Raum.
- Es gibt kein Recht auf Parken vor der eigenen Haustür. Wenn die Aufstellfläche für die Feuerwehr nicht gewährleistet ist, müssen eben entferntere Parkplätze genutzt werden, wo ausreichend Platz dafür ist.
- Wo 5,50 m als Aufstellfläche für die Feuerwehr vorhanden sind, kann es gar nicht sein, dass die Fläche nicht für eine regelkonforme Fahrradstraße ausreicht. Denn diese benötigt nur 4,00 m plus 0,50 m Sicherheitsstreifen auf beiden Seiten, gesamt also 5,00 m.
Eine konsequente Mobilitätswende nutzt in Berlin allen, gerade auch der Feuerwehr!
5,50 m Aufstellfläche für unsere Feuerwehr – in allen Straßen
5,50 m retten Leben!
Feuerwehr first – Parkplätze second
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Feuerwehr first:
https://nordost.vcd.org/ziele/feuerwehr-first-parkplaetze-second/feuerwehr-first-parkplaetze-second
Liste aller Verkehrstoten in Berlin:
https://nordost.vcd.org/ziele/verkehrssicherheit/verkehrstote-in-berlin/verkehrstote-berlin-2026
Pressekontakt VCD Nordost:
Heiner von Marschall, Landesvorsitzender
Email: heiner.v.marschall@
vcd-nordost.de Tel: 0174 465 65 23
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Der VCD (Verkehrsclub Deutschland) setzt sich ein für Mobilität für Menschen, ein positives Miteinander aller Verkehrsarten und eine ökologische Verkehrswende. Schwerpunkte sind dabei die Förderung des Umweltverbundes (ÖPNV, Fahrrad und Fußverkehr) und mehr Verkehrssicherheit gerade auch für die schwächeren Verkehrsteilnehmer: Kinder, Ältere und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.
Der VCD Nordost ist der Landesverband für Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.