Pressemitteilung
VCD Nordost aktuell
Mit dem heutigen Start der umfassenden Korridorsanierung zwischen Berlin und Hannover durch die DB InfraGo verschärfen sich die Reisebedingungen für Pendler erheblich. Während noch am 1. Oktober 2026 die Fahrt zwischen Berlin-Spandau und Wustermark mit dem RE 4 lediglich 15 Minuten in Anspruch nahm, müssen Fahrgäste seit dem 2. Oktober 2026 für die nächsten 14 Monate mit dem RE 8 in Kombination mit dem Bus 663 rund 50 Minuten einplanen – eine mehr als dreifache Verlängerung der Fahrzeit.
Besonders problematisch ist die Situation am Regionalbahnhof Berlin-Staaken: Für diesen wichtigen Haltepunkt ist kein direkter Schienenersatzverkehr (SEV) vorgesehen. Stattdessen verweisen DB InfraGo und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) auf die in der Nähe verkehrenden BVG-Buslinien 237 und M 32.
Ob das bisher hohe Fahrgastaufkommen in Berlin-Staaken von mehr als 2.000 Fahrgästen täglich in den bestehenden BVG-Buslinien ausreichend Platz findet, ist nach den Erfahrungen während der 10,5-monatigen Vollsperrung der Hamburger Bahn in Berlin-Albrechtshof ernsthaft zu bezweifeln. Dort waren massenhaft bisherige Bahn-Kundinnen und -Kunden auf den eigenen PKW umgestiegen – einige sind bis heute mit dem Auto unterwegs.

„Es ist nicht verständlich, dass die Bahn und der VBB wiederum diesen gravierenden Fehler bei der Planung eines Ersatzverkehrs machen und dabei in Kauf nehmen, dass Tausende bisherige Bahn-Kunden auf das eigene Auto getrieben werden“,
kritisiert Dr. Wilfried Kramer, Vorstand des Verkehrsclub Deutschland (VCD) Nordost.
„Die zuständige DB InfraGo und der VBB haben diese Angebotslücke bei der Konzeption des Ersatzverkehrs erneut nicht erkannt.“
Der VCD Nordost fordert eine sofortige Nachbesserung des Ersatzverkehrskonzepts, um eine Verlagerung des Verkehrs von der Schiene auf die Straße zu verhindern und die Klimaziele im Verkehrsbereich nicht weiter zu gefährden.

Pressekontakt VCD Nordost:
Heiner von Marschall, Landesvorsitzender
Email: heiner.v.marschall@
vcd-nordost.de
Tel: 0174 465 65 23
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Der VCD (Verkehrsclub Deutschland) setzt sich ein für Mobilität für Menschen, ein positives Miteinander aller Verkehrsarten und eine ökologische Verkehrswende. Schwerpunkte sind dabei die Förderung des Umweltverbundes (ÖPNV, Fahrrad und Fußverkehr) und mehr Verkehrssicherheit gerade auch für die schwächeren Verkehrsteilnehmer: Kinder, Ältere und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen.
Der VCD Nordost ist der Landesverband für Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.